ritus (lat.), Religiöse Vorschrift, Zeremonie, Brauch, Sitte, Gewohnheit, … nach Art von, … (Stowasser S.447)
Das Ritual begleitet den Menschen bereits über Jahrtausende, vor allem in religiöser und mythologischer Hinsicht. Der Begriff Ritual umschreibt eine Handlung, die mit großer Regelmäßigkeit des Auftretens in gleichen Situationen mit immer gleichem Ablauf vollzogen wird. Das Ritual diente zu Beginn der Ehrung und Huldigung eines Gottes oder sollte Erfolg und Glück über eine Jagdhandlung, eine Mission oder die Familie bringen; kurzum in Lebensituationen bei denen Menschen unsicher sind und auf einen guten Ausgang hoffen. Oftmals steckt hinter dem Ritual eine traditionelle Handlung, deren ursprünglicher Sinn längst verloren gegangen ist und dem das Ritual praktizierenden Menschen gar nicht mehr bewusst ist. Beim Versuch das „Schicksal“ gewogen zu stimmen, greift der Mensch nach wie vor gern zu Ritualen, die Erfolg versprechend scheinen. Rituale sind mitunter auch traditionell festgefahren, wie zum Beispiel der Glöcklerlauf im Salzkammergut. Ursprünglich gedacht um die bösen langen Winterabende auszutreiben die Sonne und damit den Frühling zurück ins Land zu holen, vollführen die Glöckler auch heute noch die gleichen Figuren und Rituale um dies zu gewährleisten, obwohl wir bereits wissen, daß es ohnehin wieder längere Tage geben wird. Natürlich ist uns in diesem Fall klar, dass es sich um ein weitergeführtes Ritual handelt, das wider besseren Wissens vollführt wird. Den Menschen gefällt´s und ein Hauch von Tradition und Geschichte lebt auf, um den Tourismus zu beleben und den Verkauf von Glühmost zu erhöhen. Aber Rituale stiften auch Identitäten und das ist wohl eines der wichtigsten Komponenten, warum solche veralteten Traditionen erhalten bleiben. Rituale geben dem der sie vollführt auch Sicherheit. Viele Menschen die von sich behaupten nicht abergläubisch zu sein, haben doch Rituale die sie vollziehen um sich gegenüber dem negativen das geschehen kann abzusichern. Und wenn sie noch so sinnentleert erscheinen mögen. Es kann beim Auftreten oder bei der Annäherung bestimmter Situationen „passieren“, dass Menschen ohne über Sinn und Funktion ihres Tuns nachzudenken, zum Ritual tendieren.