Race, Class, Gender, Queer-Studies

Race, Gender und Queer-Studies beschäftigen sich mit zugeschriebenen sozialen Ungleichheiten, die sich auf biologische oder quasi-natürliche Merkmale beziehen und als Außenzuschreibungen individuell nicht beeinflussbar sind. Ähnliche Effekte ergeben sich durch die wirtschaftlich-soziale, aber auch kulturelle Determinante „Besitz – Besitzlosigkeit“, mit der sich die Class Studies auseinandersetzen. Zentrale Themen dieser vier sozialwissenschaftlichen Teilbereiche sind die Erforschung von Entstehungsursachen, Reproduktionsprozessen und Folgen von Diskriminierungen, strukturellen Benachteiligungen, Machtasymmetrien, mangelnden Partizipationsmöglichkeiten und fehlender Repräsentation. Ein traditionelles Charakteristikum der Ungleichheitsforschung ist, dass Lösungsansätze zur Aufhebung der analysierten Ungleichwertigkeiten mitgedacht werden. Die Bandbreite reicht von reformerischen Ideen, die eine Änderung des bestehenden Gesellschaftssystems anstreben, bis hin zu revolutionären Ansätzen, die das unterdrückende Regime an sich in Frage stellen.

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Queer

eigenartig, homosexuell, kauzig, kurios, merkwürdig, schwul, seltsam, sonderbar, verschroben, wunderlich http://www.freedic.net

eigenartig, seltsam, verdächtig, wunderlich, zweifelhaft http://www.dict.cc

Der Begriff ist im Englischen ein übliches Schimpfwort für Homosexuelle, im Sinn von Tunte, Schwuchtel, Homo aber auch für andere von heteronormativen Regeln Abweichende. Politische AktivistInnen mit den unterschiedlichsten Geschlechtern und sexuellen Orientierungen haben den Begriff für sich besetzt und so entstanden ein politischer Aktivismus und eine Denkrichtung, die unter diesem Schlagwort (Queer-Studies/Theories) Einzug in wissenschaftliche und universitäre Diskurse gehalten haben.

Schwerpunkt der Theorie bzw. der queeren Praxen ist die Auseinandersetzung mit den Kategorien Sex, Gender und Begehren. Unter Queer kann keine einheitliche Theorie verstanden werden, vielmehr ist es ein offenes politisches und theoretisches Projekt. Da „queer“ aus dem Englischen übernommen wurde und im Deutschen kein Schimpfwort ist, fehlt es im deutschsprachigen Raum an Brisanz des Begriffs.

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Queer Theorie

Idee der Auflösung von biologischem und sozialem Geschlecht
Queer: aus dem amerikanischen, eigentlich ein Schimpfwort
schräg komisch pervers
Begriff wurde von Lesben und Schwulen übernommen

Strategischer Essentialismus
Der Essentialismus (von lat. essentia: Wesen, Washeit, Sosein), auch Wesenslehre, ist die Auffassung, dass es ein Wesen oder eine wahre Natur einer Sache gibt, das bestimmt, definiert, erklärt und begründet, was dieses der Art nach ist, und warum es sich notwendigerweise so verhält, wie es sich verhält.

Reibefläche zwischen Queer, Feminismus und Postkolonialismus

Dekonstruktion der Konstruktion
Auflösung, Dekonstruktion der identitären Fragen,

Strategisch sozusagen, ein muss, um politisch handeln zu können

Alle Menschen sind gleich!
doch manche auf Grund von Konstruktion, Identität nicht!
Wer ist gleicher, weniger gleich?

Die Queer-Theorie (engl. queer theory) ist eine Kulturtheorie, die sich Anfang der 1990er Jahre in den USA entwickelte und den Zusammenhang von biologischem Geschlecht (engl. sex), sozialen Geschlechterrollen (engl. gender) und sexuellem Begehren (engl. desire) kritisch untersucht. Methoden und Erkenntnisse von Dekonstruktion, Poststrukturalismus, Diskursanalyse und Gender Studies
versucht die Queer-Theorie, sexuelle Identitäten, Machtformen und Normen zu analysieren und zu dekonstruieren.

Als wichtige Theoretiker und Vordenker gelten u. a. Michel Foucault,
Judith BUTLER „Unbehagen der Geschlechter“
Identität als Norm und als Parodie
Fundamentaler Paradigmenwechsel, hat bisherige Gedankenformen auf den Haufen geworfen
Butler demontiert das “sex gender” System diskursanalytisch.
Sie will die Prämisse, dass “sex” etwas Ursprünglicheres als Gender sei, dekonstruieren.

Die neuere Queer-Theorie beschäftigt sich nicht nur mit der Dekonstruktion von Sexualität, sondern mit allen Aspekten der Kultur, wobei immer wieder ein Bezug zu Geschlechtern und Geschlechterrollen hergestellt wird, vor allem aber Ausbeutungsverhältnisse kritisiert werden. Einer der wichtigsten Punkte ist dabei die radikale Offenheit des Begriffes queer. Das bedeutet, immer wiederkehrende Reinterpretation des Begriffes – selbst nur eine Definition von queer ist, die selbst verändert werden kann, (z. B. queer, als Synonym für LesBiSchwul und transgender Menschen usw.) sowie von apolitischen Gruppierungen als „Spaßbezeichnung“ verwendet werden zu können.
Eines der zentralen Themen der Queer-Theorie ist die Sprachphilosophie bzw. Sprechakttheorie, die schon bei der Bezeichnung „Queer-Theorie“ eine Rolle spielen, nämlich in der Wiederaneignung und Rekontextualisierung der ursprünglich abwertenden Bezeichnung queer.

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Race, Class, Gender, Queer-Studies

Race, Class, Gender und Queer-Studies beschäftigen sich mit bestehenden Ungleichheiten in unserer Gesellschaft. Wobei die zu untersuchenden Bereiche als vier mögliche Machtachsen gesehen werden können, die unsere Gesellschaft durchlaufen/kreuzen/strukturieren. Dabei werden den vom hegemonialen Machtapparat zugedachten/erlaubten/geduldeten Handlungsfeldern immer eine unwiderrufliche „vermeintlich“ biologische und natürliche Ursache unterstellt. Diese soziokulturellen Konstruktionen sind Zeichen und Instrumente, die uns gewisse Zuschreibungen und Strukturen vorgeben. Indem sie in der Öffentlichkeit zirkulieren, steuern und regulieren sie die Menschen und deren Verhalten in einer Gesellschaft. Subjekte werden konstituiert. Ziel der Race, Class, Gender und Queer-Studies ist es diese Prozesse aufzudecken, sie an die Oberfläche zu holen und letzten Endes aufzubrechen und das Private auf eine/r politische/n Ebene zu heben/ zu sehen.

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