Initiative Kulturarbeit

Als Initiative (von lat. initium, Anfang) bezeichnet man den Anstoß zu einer Handlung oder den ersten Schritt zu eben dieser Handlung. Man kann in diesem Sinne die Initiative ergreifen oder aber die Initiative jemand anderem überlassen. Weiter gefasst wird der Begriff Initiative auch benutzt, um die Fähigkeit einer Person, aus eigenem Antrieb zu handeln, Entscheidungen zu fällen oder Unternehmungsgeist an den Tag zu legen, zu bezeichnen.
Kulturarbeit ist eine Schlüsselqualifikation für kulturvermittelnde und kulturproduzierende Tätigkeitsfelder im Nonprofit- und im Profit-Sektor. Kulturarbeit ist die Gestaltung gesellschaftlicher und ästhetischer Prozesse. Sie steht für professionelles Kulturmanagement von Institutionen und Projekten sowie die Kulturvermittlung auf der Grundlage eines breiten kulturwissenschaftlichtheoretischen wie betriebswirtschaftlich-praktischen Wissens. Initiative Kulturarbeit ist so Übersetzt also der Anstoß zu Handlung-en die gesellschaftliche und ästhetische Prozesse gestaltet. (siehe Gesellschaft, politische Kulturarbeit)

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Initiative Kulturarbeit, ‘Repräsentationskultur’ und Event- bzw. Spektakelkultur

stehen in einer Wechselwirkung und existieren durch die Abgrenzung bzw. über die Definition des jeweils anderen. Während Repräsentationskultur gemeinhin als die allgemein anerkannte Form von Kunst- und Kulturvermittlung verstanden wird, bilden die Initiative Kulturarbeit und die Eventkultur davon zwei diametral entgegen gesetzte Zweige, deren Überschneidung sich trotzdem nicht kategorisch ausschliessen lässt, denn auch Initiative Kulturarbeit kann zB. Events hervor bringen.
Die drei Kulturbegriffe können grundsätzlich gleichartige Einrichtungen (zB. Ausstellung) oder Veranstaltungen (zB. Konzert) beschreiben, unterscheiden sich dabei jedoch grundlegend in ihrer Intention, ihrer Organisation und Zielsetzung, teilweise in Öffentlichkeiten sowie den zur Verfügung stehenden Mitteln.
Obwohl sich Initiative Kulturarbeit in einem wirtschaftlichen Rahmen bewegen muss, will sie abseits von kapitalistischer Wertschöpfung agieren. Da sie grossteils von ehrenamtlichen Mitarbeitern getragen wird, ist es eine ihrer wichtigsten Herausforderungen, die Bedeutung von ‚Arbeit’ (vs. Lohnarbeit) innerhalb einer Gruppe neu zu positionieren.
Auch auf der Ebene des Handlungsraums unterscheidet sich die Initiative Kulturarbeit, die sich vor allem im Regionalen fest machen lässt, von dem nationalen Kulturerbe der Repräsentationskultur sowie der Eventkultur, die Mechaniken der Globalisierung verinnerlicht und kaum auf Nachhaltigkeit setzt.

Initiative Kulturarbeit – Vier in einem!!

1.1Initiative:
Aktiv: Ergebnis von initiieren1, Initiative setzen – neues aktiv angehen, etwas anstoßen – Initiative – Menschen die gemeinsam etwas angehen, umsetzen, etc.. wollen . Etwa Kulturinitiative, …. Etwas hineinbringen etwas einführen, abstoßen…. wie in Initiationsritus. Passiv, initiiert werden, eingeführt, aufgenommen werden, das geschieht mit den Adepten, mit den Neuen, die Initiative geht dann von anderen aus.2 Einbringen von etwas, etwas starten, siehe Initiativantrag

1.2. Kultur:
Deutungshintergrund, Ergebnis von menschlichen Handlungen, Kultur als Rahmen menschlichen Handelns, Interpretationsrahmen etc… und gleichzeitig Ergebnis von Handlungen und Interpretationen etc…Kultur umgibt uns Kultur schaffen wir immer und überall. Kultur ist und wird gemacht, darin einzugreifen ist Arbeit. Kultur – als Boden (vgl Bodenkultur – Kultur als Ergebnis von Kultivieren, – Arbeit des Kultivierens, – pflegen, nähren, hegen auswählen, verarbeiten, beeinflussen von Pflanzen etc..).
Kultur ist auch oft als Bindestrichwort zu finden, Alltagskultur, Esskultur, Hochkultur, Subkultur, Landeskultur, Leitkultur, Unkultur… Kulturformen, Kulturtechniken, Kulturarbeit, Kulturbanause, Kulturpolitik,….Kulturförderung….Bakterienkultur, Joghurtkultur,….
Kultur als Gegensatz zur Natur, Kultur als das Menschen gemachte Natur das vorhandene,
gegebene…etc.
Es gibt aber auch Deutungen des Begriffs Kultur, wie etwa die von Max Weber, der u.a. auch Clifford Geertz anhängt: Kultur sind die von Menschen gemachten Sinngewebe, die den Handlungen Sinn geben, diese deutbar machen und Verstehen erst ermöglichen. In diesen immer schon vorhandenen Sinngeweben handeln wir, orientieren wir uns und verändern dies gleichzeitig und immer wieder. Kultur ist somit immer im Wandel und gleichzeitig Raster und Landkarte. Kultur, Kultivieren und Kulturarbeit sind aber in diesem Sinne, Natur des Menschen, im Sinne sie gehören zum Mensch sein dazu.3
Kultur in einem unreflektierten Sinne und in krassem Gegensatz zur Natur gesehen, ist aber auch eine Unterscheidungsmarke, weil Identifikationsmittel. Die Wir-Kultur versus die Sie-Kultur, dieses Paar durchzieht die Geschichte(n) mit dem Ergebnis von Identitäten, die sich wechselseitig durch gegenseitige Abwertung und Selbstaufwertung stützen und viele Kriege wenn nicht hervorgerufen, so doch plausibilisiert haben. Siehe Versklavung, Holocaust,….
Meine Theoretischen Hintergründe dazu: Max Weber, Clifford Geertz, Steven Hoggart, Pierre Bourdieu, Gui Debord, Situationisten … Thureau Dangin, Bob Black, …..

1.3. Arbeit:
Hat Zusammenhang mit Tätig sein. Arbeit etwa im Sinne von Hannah Arendt4 ist unausweichlich, fixer Bestandteil menschlicher Existenz, Arbeit ist Stoffwechsel und bedingt sich aus der Notwendigkeit Stoffe zu wechseln / wandeln um menschlichen Körper und menschliches Leben zu schaffen und zu erhalten. Arbeit ist somit Natur des Menschen, Arbeit ist Mühsal und zugleich das wonach Körperlichkeit strebt.
Arbeit ist „vorgesellschaftlich“ gedacht, der Zwang der von der Natur im Sinne der Umwelt und vom Körper und dessen Bedürfnissen ausgeht. Arbeit gesellschaftlich betrachtet ist immer Festlegung wieviel an welcher Arbeit von wem getan wird / werden soll bzw. muss.
Arbeit ist Zwangsarbeit, oder wie es im Englischen heißt forced labour oder wie es sich im franz. Travaille ausdrückt aufgezwungen Arbeit bzw. Strafe. Die Strafe der Arbeit drückt sich besonders bei den Monotheistische Religionen aus, Arbeit ist die Strafe für die Verweigerung des absoluten
Gehorsams und für die Neugier.
Arbeit bleibt Strafe, wenn die Verteilung der geschaffenen Güter und des produzierten (Mehr) Wertes ungleich und raubend von statten geht. Das aber durchzieht die Geschichte von der Sklavenhaltergesellschaft, bis heute, die Argumentationen und Systeme der Ausbeutung haben sich gewandelt, nicht aber das Prinzip der ungleichen Abschöpfung.
Die gedankliche Verdammung der Arbeit, die Fantasie der Arbeitslosen Gesellschaft, hängt mit der Verknüpfung von nicht arbeiten müssen, frei von Arbeit sein und Macht haben, an gesellschaftlichen Entscheidungen Teil zu haben, zusammen. In Griechenland waren diejenigen Frei, die frei waren von der Notwendigkeit selbst arbeiten zu müssen, weil Sie die Arbeit anderen aufzwingen konnten.
Diese waren unfrei und jeglicher Partizipation an der Öffentlichkeit ausgeschlossen. Auch wenn sich das bis heute in Schritten geändert hat, wenn heute die Arbeitenden nicht mehr per Definition ausgeschlossen sind, so hindert doch die Schwierigkeit, die Vita Aktiva5 neben dem Animal Laborans6 zu entwickeln die Arbeitenden nach wie vor an der Partizipation am Öffentlichen. Meine Theoretischen Hintergründe dazu: Michel Foucault, Pierre Bourdieu, Hannah Arendt, Bob Black, Thureau Dangin, Charles Fourier, Adam Smith, Karl Marx…..

1.4. intiative Kulturarbeit:
Aktive, reflektierte bewusste Handlungen, die auf Veränderung, Schaffung und Beeinflussung von Kultur hinarbeiten. Arbeit deshalb, weil damit dem Genius, und auch der bürgerlichen Dualität von schöpferischem Geist versus (be)arbeitender Hand entgegengewirkt wird. Abgrenzung zu Kulturmanagment Abgrenzung zu Kultur als autopoietischem selbst entstehenden Etwas.

Initiative Kulturarbeit persönlicher reflektiert:
darunter stelle ich mir Arbeit verschiedenster Art vor, die bestehende, wahrgenommene, theoretisierte, gefühlte, empfundene, kosntruierte Kultur beeinflussen, verändern, herausfordern, eingrenzen, u.ä. will.

Aber auch Arbeit, an neuen Kulturformen, die sich nicht vordergründig aus reflexiver Arbeit oder gegen etwas begründet und erfüllt, sondern Ausdruck von Lebensweisen, Lebensideen, Ausdruck gemeinsamen Seins und sein wollens ist. Klar ist auch das weil eben in Kultur / Kulturräume, Kultur als netz von Beziehungen, Deutungsmustern etc eingewoben nie nonreflexiv. Kulturarbeit besonders Initiative Kulturarbeit würde aich aber auch an der Schnittstelle zwischen vorgefundener, imaginierter, aufgesetzter, tradierter zelebrierter Kultur und dem was daran nicht gefällt, was abgeht (Mangel) was einschränkt etc. sehen.
Initiative Kulturarbeit bedeutet für mich nicht von vorneherein Innovation, eher Reflexion bei gleichzeitiger Imagination von Möglichen Versionen von Zukunft.
Initiative Kulturarbeit steht für mich immer in einem Spannungsfeld mit anderen Begriffen die Kultur als Wortteil verwenden und wndet bzw. wirkt als gegenmittel gegen die folgenden – Kulturen. Z.B.: Spektakelkultur, Eventkultur Repräsentationskultur, Hochkultur, Volkskultur, Landeskultur,
traditioneller Kultur, Nationalkultur….Wirtschaftskultur
Initiative Kulturarbeit bedeutet für mich aber auch aktiv Teil nehmen am Kampf um Deutungsmacht, sich einbringen in Produktion des jetzt, alltäglich, widersprechend, kreativ schaffend sein, Raum greifen, sich einbringen, Platz greifen / schaffen….
Initiative Kulturarbeit ist aber in diesem Sinne auch Arbeit weil den/Körper in der Gesamtheit mit allen Organen nutzend und verbrauchend Stoffe wandelnd, sowohl immaterielle Stoffe als auch materielle. Initiative Kulturarbeit ist für mich somit die „eigentliche“ Kulturarbeit, weil ich mir rein theoretisierende Kulturarbeit nicht einmal als Konstrukt vorstellen kann, bestenfalls als Bild im Kopf, was dann etwa im Arendtschen Sinne eben keine Arbeit wäre, weil nicht stofflich. . Blablkabla – ja so ist das mit dem Hirn, das vor sich hin brabbeltz und das auch noch schneller als die Fingerchen, die fleissigen ArbeiterInnen dem nachkönnen.
Initiative Kulturarbeit ist also auch immer Kritik an den Überbauten, an den ausgrenzenden Burgen und Verschanzungen intellektueller, habitueller Macht / Ort / Bedeutung zuweisenden Strukturen,
die dann selbst wieder als Kultur bezeichnet werden. Kulturarbeit spezielle initiative bedeutet für mich auch Kultur als etwas ewig plastisches, formbares anzusehen und somit auch beleiben zu lassen.
Gleichzeitig stellt für mich die Wortschöpfung auch eine Abgrenzung dar, die einen Deutungs- Identifikations- und Orientierungsraum dar- und zur Verfügung stellt.
Kulturarbeit ist dann ein bewusst, Strukturen und Machtkonstellationen bedenkendes, gegen diese Angehendes handeln mit noch nicht näher definierten Mitteln und Wegen. Initiative Kulturarbeit würde für mich bedeuten, politisches, künstlerisches, allgemein soziales, alltägliches Handeln in Reflexion wahrgenommener Bindestrichkulturen zu setzen. Anders gesagt, initiative Kulturarbeit ist dann politisches Handeln, das sich nicht in den seitens politischer Kultur und politischer Wissenschaft zur Verfügung gestellten Mitteln und Ausdrucksformen erschöpft. Eventkultur, Spektakelkultur: sind Begriffe, die zum einen nach Neusprech klingen und andererseits kulturelle Strategien darstellen, die schon seit langem der kulturellen Inszenierung von Macht, Zugehörigkeit, Identitätsgense und Vergemeinschaftung dienen. Beide haben Zielsetzung und Strategien die die Erreichung der Zielsetzungen garantieren sollen. Sie sind für mich Teile der Repräsentationskultur, wenn auch nicht ident mit dieser. Repräsentatiosnkultur, nutzt beides aber auch noch viele andere Kulturtechniken und Inszenierungstechniken und Instrumente. Repräsentationskultur inszeniert auch die Repräsentation der so genannten einfachen, kleinen Leute,  die sich selbst aufwerten im Sinne dass sie anteilig an der Größe der übergeordneten, Gemeinschaft, Volksgemeinschaft etc.. und gleichzeitig (Re)präsentiert und reproduziert sich mit verschiedensten Formen der Repräsentation die Macht derer, die sie Inszenieren. Die „Große Männer“ Fantasie, Monarchien, Reiche, haben große Teile der Produktion und der Produktivleistungen und Produktivkräfte in die Inszenierung ihrer Großmächtigkeit und in sublimierten, kühlen Krieg um Superiorität der Nation, des Landes usw. verschwendet. Ringstraße, Burgen, Schlösser künden davon genauso, wie jüngere und heutige Kubikmeterbeton – Architektur, Prestigeprojekte etc, Symbolische Gesten der „großen“ Art, Linz 09, Kulturhauptstädte Europas….

1 Als Initiative (von lat. initium, Anfang) bezeichnet man den Anstoß zu einer Handlung oder den ersten Schritt zu eben dieser Handlung. Man kann in diesem Sinne die Initiative ergreifen oder aber die Initiative jemand anderem überlassen. Weiter gefasst wird der Begriff Initiative auch benutzt, um die Fähigkeit einer Person, aus eigenem Antrieb zu handeln, Entscheidungen zu fällen oder Unternehmungsgeist an den Tag zu legen, zu bezeichnen. Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Initiative
2 Initiation bezeichnet die Einführung eines Außenstehenden (eines Anwärters) in eine Gemeinschaft oder seinen Aufstieg in einen anderen persönlichen Seinszustand, z. B. vom Kind zum Mann, vom Novizen zum Priester oder vom Laien zum Schamanen. Der Hauptfall der Initiation ist die Pubertäts- und Stammesinitiation der Stammesgesellschaft und die daraus hervorgegangene Initiation der antiken Mysterienkulte. Sie gehört also im Wesentlichen zu einer archaischen Vergangenheit. Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Initiation
3 Clifford Geertz, “Dichte Beschreibung – Beiträge zum Verstehen kultureller Systeme”, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M.,4. Aufl. 1995, S 9
4 Hannah Arendt, „Vita Activa“ oder Vom tätigen Leben, S77f, S 333, Verlag Piper, München 1981
5 Vita Activa, das aktive, Leben des Tätig seins, selbstbestimmt und auf Lust bzw Gesellschaft… bezogen – Vgl. Hannah Arendt – Vita Activa
6 Animal Laborans, die von Natur aus Notwendige Arbeit, die der Körper samt Stoffwechsel dem Menschen aufzwingt, Ernähren, Ausscheiden… Vgl. Hannah Arendt, „Vita Activa“ oder Vom tätigen Leben, S77f, Verlag Piper, München 1981

Initiative Kulturarbeit

Mit diesem Begriff sollte ich als aktive Person in einer Kulturinitiative natürlich am besten umgehen können, doch wie bei vielen Begriffen auf unserer umfangreichen Liste, verwendet man die Begriffe zwar oft im Alltag, ohne aber über ihre genauere Bedeutung tiefer nachzudenken.
Eigentlich handelt es sich hierbei ja um zwei Begriffe, die beide mit meiner Arbeit als haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter in einer Kulturinitiative eng verbunden sind.
Zum Einen steht da der Begriff Kulturarbeit, zu dem ja die Kupf zur Zeit eine eigene Kampagne organisiert: „Kulturarbeit ist Arbeit“.
Kulturarbeit ist harte Arbeit. Von außen oft nur als Hobby oder Spinnerei einzelner wahrgenommen, stecken dahinter Stunden an Stunden an Planung, Organisation, Aufbau, Werbung und vieler anderer Tätigkeiten von Haupt- und viel öfter Ehrenamtlichen KulturarbeiterInnen.
Der Zweite Begriff ist die Initiative. Darin steckt: die Initiative ergreifen, nicht darauf warten das Kultur einem vorgesetzt wird, selbst das Heft in die Hand nehmen, Konzerte organisieren, Lesungen veranstalten, Ausstellungen organisieren oder ähnliches.
Initiative Kulturarbeit hat keinen politischen Auftrag, Kultur zu organisieren, sie wird durch eigenem Antrieb aktiv und versucht ihre eigenen Interessen einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Die Grenzen und Bereiche, in denen initiative Kulturarbeit agiert, kann sie sich weitgehend selbst setzen, sie ist meist unabhängig und selbstbestimmt. Durch diese Freiheiten ist initiative Kulturarbeit auch oft innovative Kulturarbeit. Strömungen aus dem „underground“, abseits der Repräsentationskultur, werden leichter aufgegriffen und unterstützt, neue KünstlerInnen schneller entdeckt und gefördert. Leider aber auch aus finanziellen Gründen, da initiative Kulturarbeit natürlich nicht über das Kulturbudget eines Staates oder einer wirtschaftlich organisierten Eventmanagement Firma verfügt.
Initiative Kulturarbeit ist zusammenfassbar: aktiv, unabhängig, innovativ, selbständig…
Eine durch und durch gute Sache also, nicht wahr?

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Initiative Kulturarbeit

Initiation (lat.) „Einführung“; ethnologische und soziologische Bezeichnung (a) für die mit bestimmten Bräuchen und Riten verbundene Aufnahme eines Neulings in eine soziale Gemeinschaft (Berufsstand, Geheimbund) oder (b) für den ebenfalls rituellen ausgeprägten Prozess des Übergangs eines jugendlichen Mitgliedes einer Gesellschaft in die Gemeinschaft der „vollwertigen“ Erwachsenen.(..) Der Vorgang der Initiation soll insbesondere die soziale Transformation des Betreffenden von der Position des Empfängers (Zögling) zum Vermittler (Eltern, Lehrer) der sozialen und kulturellen Tradition symbolisieren. (Karl-Heinz Hillmann, Wörterbuch der Soziologie, S.371)

Initiative (lat.) die, 1) Anstoß, Entschlußkraft, Unternehmungslust 2) Recht, Gesetzesvorlagen zur Beschlußfassung einzubringen. Der Volksbrockhaus S.363

Wenn nun Empfänger gleich gestellt wird mit Konsument, und Vermittler mit Veranstalter,

passt der Ursprung des Wortes „Initiative“ sehr gut in mein von diesem Begriff geprägtes Bild, d.h. „Initiative Kulturarbeit“ ist stets im Bereich der auf Selbstorganisation basierenden, außerhalb von ausgetretenen Pfaden und Plattformen arbeitenden Vereine und Gruppen verortet. Mit einer selbstbestimmten, offenen Struktur. Anstoßend, eigenmotiviert, aus sich selbst heraus schöpfend. Abseits von Modetrends agierend, nicht Gewinn orientiert, entschlußkräftig, rebellierend, aufmüpfig. Mit dem Willen etwas zu verändern und zu initiieren, das nicht oder zu wenig vorhanden ist. Verantwortung zu übernehmen und vom bloßen Unterhalten-werden zu einem aktiv teilnehmenden, machenden Menschen zu werden. Idealistisch und unternehmungslustig zu sein im eigenen Tun und den Widerstand nicht aufzugeben gegenüber denen, die über Macht und Geld verfügen und häufig wenig tolerant sind in der Auslegung „was Kultur ist“. Auf das Recht zu pochen, Kultur machen zu können, wie sie einem/einer/uns/ihnen gefällt.
Beispiele: Viele kleine Kulturvereine wie Röda, Kino Ebensee, Freiwerk, Offenes Kulturhaus, Fiftitu, Kapu,…und Dachvereine wie die Kupf.

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Initiative Kulturarbeit, Repräsentationskultur und Eventkultur

Während initiative Kulturarbeit von Ehrenamt und prekären Arbeitsbedingungen geprägt ist , eine starke regionale Verankerung hat, sich um alternative Publikumsschichten bemüht, der Schwerpunkt auf Zeitgenössischem liegt und die Kluft zwischen KünstlerInnen und Publikum überbrücken will hat die Repräsentationskultur wenig Publikumsnähe, ist auf Gewinn von Ansehen, Ruhm und Ehre ausgerichtet, an Kapitalaustausch und politischem Standing interessiert und ein abgeschottetetes, produkt-und produzentenorientiertes System. Eventkultur dient der Befriedigung und Unterhaltung der Massen, Kultur wird zum Konsumprodukt, dient der Ablenkung und Außensteuerung. Event = inszeniertes Ereignis

Initiative Kulturarbeit

Initiative Kulturarbeit erwacht meist aus dem Bedürfnis einem vor Ort festgestellten Mangel an (Sub-)Kultur entgegenwirken zu wollen und lässt die „Bedürftigen“ selbst aktiv werden. Initiative Kulturarbeit ist demnach nicht uneigennützig (nur in dem Sinn, dass kein wirtschaftliches Interesse dahinter liegt). Am Anfang stehen hier meist mühsame Rechtfertigungs-, Anerkennungs- und Ressourcenkämpfe, bei denen es nicht zuletzt darum geht die Autonomie und die Motivation zu bewahren.

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Initiative Kulturarbeit

Initiative Kulturarbeit wird durch nachhaltige Prozesse, Selbstbestimmtheit und Progressivität charakterisiert. Dabei spielt die Vielfältigkeit von Kunst und Kultur mit all ihren Facetten und Ausdrucksformen eine große Rolle, wobei Kultur als aktiver Prozess gesehen wird, bei dem jede/r eingeladen ist mitzuwirken und ihre/seine Persönlichkeit zu entfalten.

Als soziokulturelle Kraft übt Initiative Kulturarbeit einen Einfluss auf die politische Landschaft der Region aus und versucht über einen öffentlichen Diskurs Bewusstseins bildend zu wirken. Dabei agiert sie parteipolitisch unabhängig, aber keinesfalls unpolitisch. Kulturelle Tätigkeiten orientieren sich an Leitmotiven wie Antirassismusarbeit, die Gleichstellung der Geschlechter und das solidarische Handeln. Eine Gesellschaft lebt von der Vielfältigkeit ihrer Kultur und der persönlichen Entfaltung ihrer Individuen, weshalb sie das Verbindende über das Trennende stellt. Auf diese Weise verfolgt Initiative Kulturarbeit das Ziel Menschen und Menschengruppen, die oftmals vom gesellschaftlichen und kulturellen Leben ausgeschlossen sind, in ihre Handlungen einzubinden.

Unter Bedachtnahme der Tatsache, dass sich staatliche Kulturpolitik per se tendenziell der so genannten Hoch-aber auch der Kommerzkultur verschreibt, nagt Initiative Kulturarbeit oftmals am Hungertuch.

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Initiative Kulturarbeit

Im Gegensatz zur Politischen Kulturarbeit ist Initiative Kulturarbeit nicht per se politisch. Für mich ist das grundsätzlich ein strukturell definierter Begriff, der Gegebenheiten beschreibt unter denen Kulturarbeit passiert. Initiativ handeln heißt eigenmotiviert, aus eigenem Antrieb heraus zu handeln. Abseits großer Strukturen und Organisationen. Initiative Kulturarbeit ist nicht „links“ oder „rechts“, es geht nicht um inhaltliche Orientierungen und Ausrichtungen sondern rein um die Rahmenbedingungen. Trotzdem hat sich der Begriff eher in einem linken Spektrum etabliert und ist für mich als solcher auch ideologisch so besetzt. Besser gesagt, ich glaube dass Initiative Kulturarbeit oft mit politischer Kulturarbeit verwechselt bzw in einen Topf geworfen wird.

Was ist Initiative Kulturarbeit? Hier zählen beispielsweise das Organisieren von Kulturveranstaltungen unterschiedlichster Sparten (Musik, Theater, Literatur, …), das Gestalten von Projekten mit gesellschaftlich wichtigen Themen, das Engagement für freie Medien mit offenem Zugang – und zwar innerhalb eines Vereins (oder auch anderer loserer Arbeitsgemeinschaften), großteils ehrenamtlich bzw. auf freiwilliger Basis. http://www.kupfakademie.at/kupfakademie

Die Funktion initiativer Kulturarbeit ist nicht nur Konsumangebote für ein passives, träges Publikum zu schaffen, sondern vor allem auch demokratiepolitische Akzente zu setzen: Initiative Kulturarbeit muß aktive Partizipation, politischen Diskurs und auch offene, kritische Auseinandersetzung fördern und unterstützen. Ansonsten wäre sie bloß Steigbügelhalter für die herrschenden Zustände – genauso wie die ÖVP für die FPÖ. http://www.gegenschwarzblau.net/ooe/inhalt/kanal.htm

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Initiative Kulturarbeit, Repräsentationskultur und Eventkultur – Spektakelkultur

Initiative Kulturarbeit, Repräsentationskultur und Eventkultur – Spektakelkultur unterscheiden sich, wenn sie im Verhältnis zueinander gesehen werden, durch: die Grundfrage/Zieldefinition einer Veranstaltung, durch die Organisationsstruktur und die auftretenden Akteure_Innen, durch die Inhalte, die sofern vorhanden, transportiert werden und durchs Publikum bzw. die „Größe“ und Art der erzeugten Öffentlichkeit.

Initiative Kulturarbeit
…Initiative ergreifen kulturell zu arbeiten.
„Es entsteht eine Idee, sie kommt auf, schnell, aus dem Boden, vielleicht aus dem Nichts – scheinbar. Ist plötzlich da versucht auf sich zu lenken, stellt sich anderen in den Weg, zwingt sie zu einer Betrachtung. Es liegt Freude in der Luft, Botschaften zu kreieren, Texte (im Sinne von Fiske), die gelesen werden können, aber nicht müssen. Diese Ideen, Bilder, Texte entstehen in einer Kultur, gliedern sich in sie ein, anpassend oder auffallend, jedenfalls stellen sie kulturell etwas dar. Sie sind bearbeitbar, von jedem/r einzelnen und sie sind erarbeitet. Das scheinbare Nichts beschreibt Prozesse, die nicht gerne gesehen werden wollen. Es ist Arbeit!“

Grundfrage – mit welcher_em Künstler_in können wir welche Themen aufgreifen in einem möglichst kleinen finanziellen Rahmen? Welche „kleinen“/unbekannten/regionalen Künstler_innen sollten mit einer Auftrittsmöglichkeit gefördert und unterstützt werden? Wie können die persönlichen Ideale der Initiator_innen für eine Gesellschaft verwirklicht werden?
Ziel – ist es Gesellschaftsverändernd zu wirken und Ungerechtigkeiten in der (Macht-)Verteilung sichtbar zumachen. Es sollen Künstler_innen aus den Regionen gefördert werden und ein Programm geboten werden, das aktuelle gesellschaftlich diskutierte Inhalte thematisiert und aufgreift.
Nachhaltigkeit – wird eher den Informationen zu gedacht, die transportiert werden, in der Hoffnung der weitläufigeren Zirkulation dieser. Dass Künstler_innen gefragter werden.
Organisation – Initiative Kulturarbeit passiert größtenteils auf ehrenamtlicher Basis und ist oft durch ein Geldproblem gekennzeichnet. Meist gibt es nur wenig fest angestelltes Personal. Da initiative Kulturarbeit oft von Vereinen veranstaltet wird, sind sie nicht gewinnorientiert und funktionieren nicht auf kapitalistischen Grundlagen. Sie bewegen sich frei von parteipolitischen Prägungen, unterliegen demzufolge aber oft den Machtstrukturen und verwährten Förderungen vom hegemonialen Machtblock/Staat.
Inhalte – sie beschäftigen eher unbekannte/regionale Künstler_innen oder Küstler_innen, in wessen Kooperationen systemkritische Aussagen getätigt werden können.
Publikum/Öffentlichkeit – sie sprechen verschiedene/viele kleinere Teilöffentlichkeiten an, durch die Varianz im Programmangebot, durch die kleinst möglichen öffentlichen Räume der Ankündigung (Plakate, Flyer, etc.), durch die Präsenz in freien Radios, etc. Sie arbeiten in Nischen und besetzen dort eigene Räume.

Repräsentationskultur
…alles, was dazu beiträgt eine ‚Elite’ mit Kunst und Kultur zu bedienen.
Die Repräsentationskultur ist, wie vom Namen abgeleitet werden kann, dazu da etwas oder jemanden zu repräsentieren. Meint damit die Sichtbarkeit nach Außen als auch nach Innen. Es ist wichtig auf der einen Seite für von außen blickende Bereiche/andere Städte/Länder etwas darzustellen, auf der anderen Seite auch die Elite, die High Society, mit namhaften Künstlern und Interpreten zu begeistern. Die Repräsentationskultur steht im Wettstreit auf der Vergleichsebene mit anderen Städten, Bundesländern und Ländern und durch die Konkurrenz mit anderen Museen oder Aufführungsorten und Künstlern_innen.
Bis heute ist es die am stärksten geförderte, etablierteste und angesehenste Art Kultur zu machen.
Grundfrage – Mit welchem Stück/Künstler_in können wir Bundeslandweit/Österreichweit/EUweit/… gutes Ansehen erlangen? Welche Künstler_innen sind gefragt/kommen gut an bei einem Publikum?
Ziel – Mit einem renommierten Künstler_in gut zahlendes Publikum anzulocken, gutes Programm für elitäre Gäste und Akteur_innen. Dabei gilt es traditionelle Kultur aufrecht zu erhalten und die bestehende Gesellschaftsordnung zu bestätigen.
Nachhaltigkeit – im Tourismus eine Wertung zu erlangen und ein Ansehen in der mächtigen Gesellschaft/Fördergebern.
Die Grundfragen und die Zielsetzung erfolgen auf kapitalistischen Grundlagen und sind gewinnorientiert.
Organisationsstruktur – Firmenähnlicher Aufbau, es gibt einen festen Satz dauerhaft angestellter Arbeitskräfte. Für die jeweilige Produktion werden noch bedarfsweise zusätzliche Hilfskräfte beschäftigt. Künstler_innen werden angeheuert und bezahlt – sie bekommen oft sehr hohe Gagen. Repräsentationskultur arbeitet profitorientiert.
Inhalte – bekannte Stücke/Kunstwerke, bekannte Künstler_innen; Künstler_innen, die repräsentative, aktuelle Inhalte über eine künstlerische Tätigkeit transportieren.
Publikum/Öffentlichkeit – ein eher elitäres Publikum oder jene, die so gesehen werden wollen. (oftmals befinden sich im Publikum in der Öffentlichkeit stehende Personen, Politiker, „wichtige“ Personen, es gilt sehen und gesehen werden!
Die Öffentlichkeiten sind vielfach: medial (Ankündigungen als auch Besuch von Premieren werden meist medial aufgearbeitet), räumlich (für mich gehören Theater, Museen, Galerien, etc. zum öffentlichen Raum), personell (die dort auftretenden Personen stehen oftmals schon im Licht der Öffentlichkeit).

Eventkultur – Spektakelkultur
…ist ein „kulturelles“ Ereignis, das zu einem Event/Spektakel gemacht wird, bzw. als solches verkauft wird (Bsp. Euro 2008, Musikfestivals). Sie bedienen Massen – im Sinne von eine „höhere“ Instanz füttert den Pöbel.
Obgleich Spektakelkultur wahrscheinlich nur der ältere Begriff ist, kann ich für mich Event- und Spektakelkultur nicht ganz als das gleiche definieren. Spektakelkultur bietet für mich zusätzlich die Möglichkeit sich durch Subversion (Bsp. Umkehrung der gesellschaftlich zugeteilten Rollen) zu entziehen: Alles ist erlaubt, ähnlich wie im Karneval nach Bachtin. Es passiert zwar alles in einem zeitlich abgesicherten Rahmen – Form und Ablauf sind vorgegeben, der Inhalt – das Verhalten der Einzelnen ist jedoch nicht kontrollierbar. Spektakel ist für mich mit mehr Interaktion verbunden, im Gegensatz zum Event, das viel restriktivere Regeln vorgibt.
Somit gehe ich im Folgenden eher auf Eventkultur ein:
Grundfrage – welche Künster_innen, Aktionen locken die meisten Menschen an? Wie kann möglichst viel Geld eingenommen werden?
Ziel – der wirtschaftliche Gewinn. Hoher Konsum der Besucher.
Nachhaltigkeit – ist nur auf wirtschaftlicher Basis/finanziell und das Prestige/die “Coolness“ unter dem meist jungen Publikum.
Organisation – Eventmanager sind für die Organisation und den Ablauf der Veranstaltung verantwortlich, beschäftigen für die Zeit zusätzliches Personal. Sponsoren sind große Geldträger, die die Veranstaltungen wiederum als große Werbefläche für ihre Kunden_innen nutzen. Vertrieb von Speisen und Getränken unterliegt oftmals nur der Eventorganisation und/oder der Verzehr wird in einem gewissen Maß „erzwungen“ (Bsp.: Festivals, keine Mitnahme von Getränken/Wasser!/Essen etc.)
Inhalte – verschiedene meist recht bekannte Künstler_innen, die für hohe Gagen eingekauft werden, diverse Möglichkeiten der Aktion und Partizipation.
Publikum – Es sind Massen, die hier angelockt werden, – das gemeine Volk. Der größte Teil wird sicher von jungen Menschen gebildet, prinzipiell ist es für alle Altersklassen und Interessensgruppen offen.
Öffentlichkeit – es wird/werden eine sehr breite Öffentlichkeit/~en angesprochen: Massen des Publikums, mediale Bewerbung im Vorfeld (Flyer, Radioberichte, Printmedienankündigungen, Internet, etc.) und die Berichterstattung im Nachhinein (Radioberichte, Printmedienberichte, Internet, etc.)  Wissen einer breiten Öffentlichkeit, breiter Werbeträger für verschiedenste Firmen, etc.

Initiative Kulturarbeit

„Wir müssen aufstehen und etwas tun Für alle die sind und noch nach uns kommen!
Wir sind hoffentlich nicht die letzte Generation, die nur warten darf, was kommt oder vergeht.“ (2003 Patrizia Breiteck – Breit.eck) Aufgreifen, zum Thema machen, aufrütteln, wachrütteln, vermitteln, unterhalten, bewegen, aufstehen und etwas tun. So hat sich für mich initiative Kulturarbeit in den letzten eineinhalb
Jahren im Röda vermittelt.
Initiativ werden, um im gemeinnützigen Sinne, ohne dabei auf Gewinn aus zu sein, ein Haus für Menschen zu bespielen und dort weiter Möglichkeiten für uns und für andere schaffen aktiv das Kulturgeschehen in Steyr mitzugestalten.

Initiative Kulturarbeit

Ist es initiative Kulturarbeit, wenn wir beim Linzer Frühling eine Lesung mit großen Namen machen? Wenn wir Kehlmann, Menasse, Geiger, Strerruwitz einladen, deren Honorare wir uns kaum leisten können.
Oder ist es Initiative Kulturarbeit wenn wir Offene Lesewerkstätten und ähnliches veranstalten, bei denen es dann Texte zu hören gibt, die über ein verkrampftes, anbiederndes Schreiben nicht hinausgehen?
Oder ist es doch das?
Regionale und kommunale Kultur ist neben Familie, Ausbildung und Arbeit das, was den Bürgern die Umgebung zur Heimat werden lässt. Dabei ist Heimat nicht nur das, was vor Ort mit diesem Begriff verbunden wird, sondern auch das, was aus der Ferne mit ihr in Verbindung gebracht wird. Kulturarbeit reagiert auf gesellschaftliche Entwicklungen, begleitet sie und beeinflusst sie. Kulturarbeit schafft Kenntnis von der eigenen kulturellen Herkunft und Respekt vor anderen Kulturen.

Kulturarbeit wirkt integrierend. Alle gesellschaftlichen Gruppen erhalten die Möglichkeit zur kulturellen Emanzipation. Die Kulturverwaltung achtet auf die Vernetzung aller Aktivitäten.Kulturarbeit wirkt bildend, sowohl im Erwachsenen- als auch im Kinder- und Jugendbereich.
Sie schließt alle Bereiche kultureller Bildung, Betätigung und künstlerischer Äußerung ein: Musik, Literatur, Sprache, Kunst- und Kulturgeschichte, künstlerisches Gestalten, Theaterarbeit, Geschichte, Städtebau und Architektur, Brauchtum und Feste.
Gesellschaftspolitisches Ziel ist die Förderung von sozialer Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit sowie die Förderung einer funktionierenden Bürgergesellschaft.
Kulturelle Jugendbildung ist Teil der Erziehung zum mündigen und engagierten Bürger.
Kulturarbeit fördert das selbstständige Engagement der Bürger und wirkt reiner Konsumorientierung entgegen. Kulturarbeit sorgt dafür, dass sich die Bürgerschaft selber als verantwortlich
für die Gestaltung ihrer Lebenswelten begreift. Die Bürgerschaft soll animiert werden, eigene kulturelle Initiativen zu entwickeln, neue Ideen zu präsentieren und zu verwirklichen. Kulturarbeit ist eine grundlegende Aufgabe der Kommunen. Über ihre Kultur definiert sich
die Stadt wesentlich nach innen und nach außen. Kulturarbeit ist einer der ganz wichtigen weichen Standortfaktoren. Durch Verknüpfung der Kulturarbeit mit den Nachbargemeinden ist eine regionale Identität zu unterstützen. Kultur ist in ihrer Vielfalt eine umfassende Bedingung für Identität, Lebensqualität, Bildungsniveau, sozialen Frieden, Kreativität, Experiment und Innovation.

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