„Unter Hegemonie (altgriech: hegemon – Führer) versteht man die Vorherrschaft bzw. die Überlegenheit einer Institution, eines Staates, einer Organisation oder eines ähnlichen Akteurs in politischer, militärischer, wirtschaftlicher, religiöser und kultureller Hinsicht. Gegenüber einem Hegemon (der Ausübende) haben anderer Akteure nur eingeschränkte Möglichkeiten, ihre eigenen Interessen durchzusetzen“ – Wikipedia
Ich hab diesen Begriff gewählt, da ich es – bevor ich zur Akademie Kulturarbeit kam – zugegebenermaßen nicht einmal kannte.
Hegemonische Systeme und Kulturen aus Geschichte allerdings schon: Sparta, Rom oder Theben wären als historische Beispiele anzuführen, die USA eventuell als aktuelles Beispiel im Sinne ihrer weltpolitischen Vormachtstellung.
Antonio Gramci hat sich in diesem Zusammenhang mit dem Leninismus, Stalinismus und dem italienischen Faschismus auseinandergesetzt und in den 20er Jahren eine marxistische
Theorie über die Verhältnisse von politischer Macht und Hegemonie erstellt. Nach Gramci wird Hegemonie als „Typus von Herrschaft benannt, der im Wesentlichen auf der Fähigkeit basiert, eigene Interessen als gesellschaftliche Allgemeininteressen zu definieren und durchzusetzen“. Gramci bezeichnet den Ort wo die Auseinandersetzung um Hegemonie passiert „Zivilgesellschaf“. Die Auseinandersetzungen in seinen Theorien führten zu einem Konzept eines Kampfes um die „kulturelle Hegemonie“. Er meint, dass erst der Gewinn dieses Kampfes, also das Erlangen der kulturellen Hegemonie zu einer politischen Vorherrschaft führen kann. Diese kulturelle Hegemonie greift nach Gramci sehr stark in unsere Alltagskultur, in die Folklore aber auch den Aberglauben.