Gesellschaft

Der Titel des Buches von Michel Foucault in dem „Gesellschaft“ vor kommt fällt ins Auge: „Wahnsinn und Gesellschaft“ eine Kulturgeschichte des Menschen (Mannes) im Umgang mit dem Abnormen. (Nicht ganz so würde Foucault das beschreiben) Individuen definiert sich hier in der Abgrenzung zum „anderen“ als Normal und bilden so eine Gemeinsamkeit der Norm, in weiterer Folge eine Gesellschaft.
Dieser Prozess beschreibt Vergesellschaftung, er macht aus Individuen Gesellschaftsmitglieder, indem er sie in unterschiedlicher Weise in den sozialen Zusammenhang integriert (oder negativ integriert – draussen lässt als Abgrenzung). Vergesellschaftung vollzieht sich klassen-, ethnie- und geschlechtsspezifisch, … und unterliegt sich verändernden sozial-historischen Bedingungen. Es gibt also „vermittelnde“ soziale Instanzen, die Individuen zu Gesellschaftsmitgliedern macht.
Grösstenteils bestimmen diese Instanzen auch die Norm der Gesellschaftsmitglieder: Alles Normale ist in der Gesellschaft, alles andere ist nicht in der Gesellschaft. Obwohl dies natürlich nicht stimmig ist in sich. Denn um sich als Norm definieren zu können, braucht es anscheinend das Abnorme, das dann also
Bestandteil der Norm sein muss. (Subkultur)
Einerseits wird über die Ver-Gesellschaftung eine Zugehörigkeit, der Zugang und die damit verbundenen Hierarchien einer Gesellschaft bestimmt andererseits je weiter eine Gesellschaft ausdifferenziert ist, desto mehr Individualität der Einzelnen ist möglich. Je loser die Bindung zur Gruppe, desto eigen. Gleichzeitig kann so auch eine Annäherung an „andere“, außerhalb stehende stattfinden. Die komplexen Mechanismen der Vergesellschaftung sind ein sich über die Ränder ausbreitendes und/oder definierendes Netzwerk, mit dem auch die Bestrebung der Integration beschrieben werden kann. In diesem Sinne sind wir KulturarbeiterInnen, EuropäerInnen und Erdbevölkerung. Warnende Anmerkung: Über diesen Prozess der Ver-gesellschaftung (als Wert definiert) entstehen dann – jenseits der Realität – mögliche Glücksgefühle. (lt. Georg Simmel, 1890).

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Gesellschaft

Die Gesellschaft ist ein soziologisches Konstrukt und bezeichnet sowohl die Menschheit als Ganzes, als auch durch gemeinsame Merkmale definierte Gruppen. Die Bedeutung des Begriffs impliziert, dass die Mitglieder dieser Gruppe Interesse an einer gemeinsamen Zielsetzung bzw. gegenseitiges Interesse verbindet.
Die Gesellschaft kann als Summe der Beziehungen unter Individuen (Marx) oder als lose Verknüpfung von Individuen (Tönnies) betrachtet werden. Laut Pierre Bourdieu gibt es zwei Ansätze, um Gesellschaft zu erklären: die Ebene der sozialen Praxis und die Ebene der Theorie der Praxis.
Die Grenze einer Gesellschaft kann über Landesgrenzen, Kulturgrenzen oder verschiedene soziale Systeme – bzw. geschichtlich über die Art der Produktionsverhältnisse – erfolgen, wobei gerade die Definition dieser Grenzen nicht unumstritten ist und wiederum schnell an ihre Grenzen stösst.

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