Gender ist eine der sozialen Instanzen, die Menschen in einer Gesellschaft bestimmt und festsetzt. Der Begriff Gender wurde als Kategorie eingeführt um soziokulturelle Funktionen von Weiblichkeit und Männlichkeit im Unterschied zu den biologischen (sex) Geschlechtsmerkmalen zu unterscheiden. Gender ist demnach nicht begründet mit dem biologischen Geschlecht verknüpft, sondern stellt eine kulturelle Interpretation des Körpers dar, über die ein Individuum über eine bestimmte Geschlechtsidentität und Geschlechterrolle einen bestimmten Platz in der Gesellschaft zugewiesen bekommt. Mittlerweile hat sich auch in meinem Denken die Ansicht durchgesetzt, das auch das „biologische“ Geschlecht nicht als eine „natürliche“ und konstante Voraussetzung für das soziale Geschlecht fungiert. Sondern „Natur“ und „Sex“ bereits als historische Konzepte gesehen werden müssen, denn was zu bestimmten Zeiten als „natürlich“ gilt ist bereits in Kulturräumen bestimmter Gesellschaften festgeschrieben. (vgl. J. Butler, 1991, 1995). Gender bezeichnet also Bilder von Bedeutungen die bestimmten sexuellen Unterschieden zugeordnet werden. Es ist immer wieder zu Fragen, was als Geschlechtsunterschied wahrgenommen wird. Geschlecht (und Geschlechtsunterschied) besteht aus kulturell verfügbaren Bildern (rein, sensibel, stark, ehrgeizig, – daraus symbolische Figuren von Helden und Heldinnen). Diese Bilder werden durch „normative Konzepte“, die verschiedenen Geschlechtsidentitäten zugeordnet werden eingeschränkt. Diese Normen werden über soziale Institutionen weitergegeben, wiederholt und so gefestigt (Schule, Familie, Staat). Also die jeweils „individuelle Identität“ als Mann oder Frau ist Ergebnis von gesellschaftlichen Praktiken (Vergesellschaftung). Bestimmte Regeln der Wiederholung verfestigen also bestimmte Konzepte von Geschlecht als Resultat gesellschaftlicher Praktiken. Diese Ereignisse werden zwar über diese Regeln bestimmt können aber auch umgekehrt Regelverändernd wirken. Bsp.: Begriff „queer“ der sich von einem Schipfwort zu einem wissenschaftlichen Theorie entwickelte – vor allem im anglo-amerikanischen Sprachraum. Für den eingedeutschten Begriff trifft dies nur mangelhaft zu, da queer als Begriff hier nie dieselbe Bedeutung hatte. (siehe auch Performancetheorie / Bibliographie)

