Race, Gender und Queer-Studies beschäftigen sich mit zugeschriebenen sozialen Ungleichheiten, die sich auf biologische oder quasi-natürliche Merkmale beziehen und als Außenzuschreibungen individuell nicht beeinflussbar sind. Ähnliche Effekte ergeben sich durch die wirtschaftlich-soziale, aber auch kulturelle Determinante „Besitz – Besitzlosigkeit“, mit der sich die Class Studies auseinandersetzen. Zentrale Themen dieser vier sozialwissenschaftlichen Teilbereiche sind die Erforschung von Entstehungsursachen, Reproduktionsprozessen und Folgen von Diskriminierungen, strukturellen Benachteiligungen, Machtasymmetrien, mangelnden Partizipationsmöglichkeiten und fehlender Repräsentation. Ein traditionelles Charakteristikum der Ungleichheitsforschung ist, dass Lösungsansätze zur Aufhebung der analysierten Ungleichwertigkeiten mitgedacht werden. Die Bandbreite reicht von reformerischen Ideen, die eine Änderung des bestehenden Gesellschaftssystems anstreben, bis hin zu revolutionären Ansätzen, die das unterdrückende Regime an sich in Frage stellen.