Repression

Das Wort Repression leitet sich aus dem lateinischen repressio („das Zurückdrängen“ -Partizip Perfekt von reprimere) ab und wird im deutschen wie auch im englischen und französischem Sprachgebrauch synonym zu den Begriffen Unterdrücken und Hemmen verwendet. In den Sozialwissenschaften wird unter Repression vor allem die Unterdrückung der freien Entfaltung der Persönlichkeit durch gesellschaftliche Strukturen sowie staatliche Organisationen verstanden. Der Begriff der Repression erscheint im Kontext der Psychoanalyse vor allem als ein innerpsychischer Vorgang. Diese Betrachtungsweise von Repression veränderte sich jedoch in den 1960er Jahren, als der Begriff der Repression von den Soziologen des Frankfurter Instituts für Sozialforschung aufgegriffen wurde. In der von diesen begründeten Kritischen Theorie, die versuchte, marxistische Theorie mit Hilfe sozialpsychologischer Ansätze zu erneuern, erscheint Repression als jede Form von Behinderung einer freien Entfaltung der Persönlichkeit durch die Gesellschaft. Nachhaltig geprägt wurde dieser Begriff von Repression vor allem durch die Theorie der repressiven Toleranz von Herbert Marcuse. Marcuse geht dabei davon aus, dass die Form von Toleranz, wie sie in den fortgeschrittenen kapitalistischen Industriegesellschaften praktiziert wird, weitgehend eine Toleranz gegenüber den Interessen von Unterdrückung ist. Rechten und reaktionären Bewegungen sowie unterdrückenden Praxen durch Polizei und Militär sowie durch das Arbeits-und Bildungssystem und die Medien, insbesondere die Werbung, werde durch die Gesellschaft Toleranz entgegengebracht, während diese Toleranz oppositionellen und liberalen Bewegungen zwar vordergründig gewährt werde, solange diese passiv seien, sie ihnen aber ansonsten systematisch entzogen würde.
Allerdings wird der Begriff der Repression heute auch in der Regel eingeschränkter genutzt; so werden mit Repression üblicherweise all jene staatlichen Maßnahmen bezeichnet, die sich gegen Aktivitäten von Oppositionen richten oder oppositionelles Engagementbestrafen sollen, wie beispielsweise Demonstrationsverbote, Platzverweise, Abhören von (Telefon-)Gesprächen, Einsatz von Kontaktpersonen und V-Leuten, aber auch Berufsverbote.

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Protest

Der Ausdruck Protest (lat.) bedeutet:

1. Protestor (spätlateinisch): öffentlich als Zeuge auftreten, beweisen; öffentlich aussagen, laut verkünden
2. Widerspruch, Einspruch und Demonstration/Kundgebung im privaten wie auch öffentlichen Bereich
3. Wechselrecht: die öffentliche Beurkundung einer vergeblichen Präsentation des Wechsels zur Annahme oder Zahlung . Der Protest wird auf dem Wechsel oder ein mit ihm verbundenes Blatt gesetzt. Er ist an Fristen gebunden, deren Versäumung zum Verlust der Ansprüche gegen Indossanten und Aussteller des Wechsels führt. Die Ansprüche gegen den Akzeptanten bleiben bestehen.
4. bezeichnet eine öffentliche Reaktion auf bestimmte Ereignisse oder Situationen: ursprünglich als Bekräftigung und Unterstützung von etwas, heute normalerweise als Ausdruck des Widerstands, der Weigerung und Gegnerschaft gebraucht. Protestierende versuchen, mit dem Protest, öffentlich und machtvoll, Einfluss ihrer Ansichten auf die öffentliche Meinung oder die herrschende Politik zu bewirken, oder in direkter Aktion Veränderungen selbst zu erzielen. Protest hat sich zum konventionellen Modus -im weitesten Sinne -politischer Partizipation entwickelt.

Beim Widerstand gegen das technische Großbauprojekt in der Nachbarschaft bis hin zur Systemtransformation spielt er eine wesentliche Rolle. Dementsprechend beschäftigt sich ein breites Spektrum wissenschaftlicher Disziplinen mit sozialen Bewegungen und Protestpolitik. Die Protestbewegungen der 1960/70er Jahre rücken in die Aufmerksamkeit der historischen Wissenschaften. Dies zeigt sich an der gewachsenen Zahl von Neuerscheinungen und Tagungen zum Thema. In Soziologie und Politikwissenschaft gab es parallel zu den neuen sozialen Bewegungen ein verstärktes Interesse. Es wurde nach Ermöglichung und Folgen kollektiven Protesthandelns gefragt. Soziale Bewegungen wurden als Ausdruck gesellschaftlicher und politischer Wandlungsprozesse begriffen. In jüngster Zeit treten allerdings etliche zusätzliche Perspektiven auf Protest hinzu, die sich weder dem Parameter der „alten“noch der „neuen“ sozialen Bewegung zuordnen lassen. Gerade jüngere Wissenschaftler interessieren sich für Protesthandeln aus Sicht der Diskursforschung, der Untersuchung transnationaler Zivilgesellschaft, als Kunst-, Medien-und Kulturwissenschaftler. Bei diesem Generationenwechsel zeichnen sich neue Perspektiven auf Protest und soziale Bewegungen ab.

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Spektakel

Begriffsdefinition (Wikipedia)
„Der Begriff „Spektakel“ ist für Ereignisse mit seichtem oder befremdlichem Charakter leicht negativ besetzt, aber für bemerkenswert unterhaltsame Ereignisse durchaus positiv. Wird ein Ereignis als „spektakulär“ bezeichnet, wird die Publikumswirksamkeit positiv gelobt, ohne negativen Unterton. So bezeichnet werden z.B. Events, Festlichkeiten oder Inszenierungen, die vor allem auf Sinnesreize für ein Publikum abzielen, zum Beispiel Feuerspektakel, Medienspektakel etc.“

Der französische Situationist und Filmemacher Guy Debord hat 1967 ein für die Neue Linke einflussreiches Werk mit dem Titel Die Gesellschaft des Spektakels verfasst, in dem er das Spektakel des Konsums in westlichen Gesellschaften, aufbauend auf der Analyse des Warenfetischismus, aus einer neomarxistischen Perspektive heraus kritisiert.

“Das Spektakel stellt sich zugleich als die Gesellschaft selbst, als Teil der Gesellschaft und als Vereinigungsinstrument dar. Als Teil der Gesellschaft ist das Spektakel ausdrücklich der Bereich, der jeden Blick und jedes Bewusstsein auf sich zieht. Aufgrund dieser Tatsache, dass dieser Bereich abgetrennt ist, ist er der Ort des getäuschten Blicks und des falschen Bewusstseins; und die Vereinigung, die es bewirkt, ist nichts anderes als eine offizielle Sprache der verallgemeinerten Trennung.“ (Guy Depord)

Eine ähnlich kritische Position vertritt Theodor W. Adorno mit seinem Konzept der Kulturindustrie.

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Subkultur

Erstmals verwendet wurde das Wort „Subkultur“ (engl. subculture) vom amerikanischen Soziologen Milton M. Gordon, der ihn in den 1940er Jahren auf ethnische Gruppierungen (Viertelsbildungen) in US-amerikanischen Städten bezog. Für eine Zeit lang blieb diese Verwendung die dominierende; so entwickelte Albert K. Cohen in den 1950er Jahren auf Basis von Untersuchungen der Chicago School der Soziologie (v. a. bezogen auf jugendliche, ethnisch homogene Street Gangs) eine mikrosoziologische „Subkulturtheorie“. Demnach hatten solche abweichenden Gruppen eigene Normen entwickelt, die sich vor allem vom Wertekanon der weißen Mittelklasse bewusst absetzten, dabei aber keineswegs emanzipatorische oder gar revolutionäre Absichten verfolgten, sondern teilweise eigene, oft eher archaisch anmutende Regeln aufstellten.
Insbesondere im Umfeld der britischen Cultural Studies (u. a. Dick Hebdige) wurde der Begriff später auch auf die im England der 1960er Jahre entstehenden, oft klassenspezifischen Jugendkulturen (z. B. Mods, Rocker oder Skinheads, später auch auf Punks) angewendet. Zu Beginn der 1970er Jahre erschien in Deutschland das vielzitierte Buch „Theorie der Subkultur“ von Rolf Schwendter, in dem u. a. „progressive“ (Hippies, Protestbewegung) und „regressive“ (Neonazis) Subkulturen an den „Rändern“ der Hauptkultur verortet wurden – diese Ansichtsweise war jedoch stark von den damaligen oft idealisierenden und politisierenden Vorstellungen einer die Gesellschaft konterkarierenden und eventuell mittelfristig verändernden „Gegenkultur“ geprägt.

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Popularkultur

Der Begriff Popularkultur als Kulturtechnik kennzeichnet eine Strömung, die seit dem beginnenden 20. Jahrhundert für ein kulturelles und gesellschaftspolitisches Phänomen steht, dass auch unter dem Begriff Massenkultur subsumiert wird. Durch den gesamtgesellschaftlichen Charakter ist Popularkultur nicht bloß eine kulturelle Sparte unter vielen, sondern kennzeichnet eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung westlicher Wert-und Moralvorstellungen, die nahezu alle kulturellen Sparten umfasst. Popularkultur nahm ihren Ursprung in den Anfängen der Industrialisierung und den mit ihr einhergehenden strukturellen Veränderungen. Popularkultur unterliegt einem dynamischen Entwicklungsprozess aus wechselseitiger Transformation zwischen Soziokultur, Staats-und Nationalkultur sowie Wirtschaftskultur.

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Kulturindustrie

„Kulturindustrie -Aufklärung als Massenbetrug“ ist ein Kapitel aus der „Dialektik der Aufklärung“ von Max
Horkheimer und Theodor W. Adorno. In diesem Kapitel analysieren die Autoren die veränderte Produktion und Funktion von Kultur im Kapitalismus. „Kulturindustrie“ ist ein komplexer und kein statischer Begriff und entzieht sich einer eindeutigen Definition.

Mit dem Begriff Kulturindustrie werden meist die Kernthesen des Kapitels gemeint: Alle Kultur wird zur Ware; Kunst definiert sich über ihren ökonomischen Wert, nicht nach ästhetischen Gesichtspunkten, die für die Analyse des autonomen Kunstwerk der bürgerlichen Gesellschaft eine Rolle spielen. So wird das Ästhetische selbst zu Funktion der Ware, indem es die Bilder der Reklame vorbestimmt.
Mit Kulturindustrie meint Adorno später die gesellschaftliche Implikation von kulturellen Ereignissen und Erzeugnissen. Adorno erhoffte, aus den Thesen zur Kulturindustrie eine Antwort auf die Frage zu finden, weshalb die antagonistische, aus kulturmarxistischer Sicht in sich widersprüchliche, kapitalistische Gesellschaft, stabil ist. Dieser soziale Kitt, wie ihn Erich Fromm nannte, sollte die Kulturindustrie sein, welche als Mittel von Herrschaft und Integration agiert. Diese Integration durch die Kulturindustrie beruht auch auf der Feststellung, dass die Produktion immer auch den Konsum reguliert. Dies sieht er im Geistigen wie im Materiellen, zumal die Kulturindustrie an sich schon starke materielle Tendenzen aufzeigt.

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Öffentlichkeit

die Zugänglichkeit von Informationen, Kommunikation und Beteiligungsmöglichkeiten für einen unbegrenzten Kreis von Personen.Jürgen Habermas beschreibt Öffentlichkeit als eine zentrale Kategorie derbürgerlichen Gesellschaft, wie sie im Zuge der Aufklärung entstanden ist. Von innerer Öffentlichkeit spricht man im Zusammenhang von größeren Gruppen, Vereinen, Unternehmen oder sonstigen Organisationen und Körperschaften. Sie bezeichnet die Gesamtzahl der betreffenden Personen und unterliegt denselben Gesetzmäßigkeiten und organisatorischen Grundmustern wie die äußere Öffentlichkeit, wird aber von dieser getrennt und unter Berücksichtigung des
speziellen Informationsbedarfs bedient.
In demokratischen Gesellschaften spielt die Öffentlichkeit in Gestalt der öffentlichen Meinung eine wichtige Rolle, denn in ihr findet die (politische) Meinungsbildung statt. Die Presse ist wichtiger Teil und Spiegel der Öffentlichkeit. In diesem Zusammenhang sind öffentliche Güter wichtig, die Öffentlichkeit überhaupt erst ermöglichen. Eine lebendige Öffentlichkeit wird einigen Theorien zufolge als Grundlage für die Entwicklung von Zivilgesellschaft gesehen.

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Partizipation

(v. lat.: particeps = an etwas teilnehmend; zugehöriges Verb: partizipieren) heißt übersetzt ‘Beteiligung, Teilhabe, Teilnahme, Mitwirkung, Mitbestimmung, Einbeziehung’.
Der Begriff Partizipation bezeichnet die Einbindung von Individuen und Organisationen in Entscheidungs-und Willensbildungsprozessen. Es werden konventionelle (verfasste, gesetzlich garantierte und geregelte) von unkonventionellen (nicht verfasste) Formen der Partizipation unterschieden. Leicht zu messende konventionelle Partizipationsformen sind die Wahlbeteiligung, die Partizipation in Parteien und Gewerkschaften und die Übernahme von politischen Ämtern in Parlamenten und Regierungen. Schwer zu quantifizierende Partizipationsformen sind unkonventionelle, weniger institutionalisierte oder auch illegale Formen der Partizipation. Zu nennen sind hier Bürgerinitiativen, das Mitwirken in Verbänden, Vereinen und in den neuen sozialen Bewegungen, Petitionen, diskursive Praktiken, Demonstrationen, Streiks und Besetzungen.

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Gender

Es gilt „Sex“ (=“biologisches“) und „Gender“ (=“gesellschaftliches“) Geschlecht zu trennen. im gesellschaftliche Alltag und von Medien werden Verhaltensmuster, auftreten, etc. dem „Sex“ als Stereotype zugesprochen , sprich als „natürlich“ angesehen -a la Frau ist, Mann ist oder nicht. Interessant dabei ist, dass darauf nicht Rücksicht genommen wird, dass selbst „von Natur aus“ rund 2% der Menschen nicht dem Dualismus männlich/weiblich entsprechen -sprich nicht kategorisierbar sind. (dass dies aus medizinischer Sicht oftmals als „korrektierbarer“ Geburtenfehler betrachtet wird, ist eine brutale Konsequenz). Lange Zeit blieb Mensch dabei zu sagen: es sei alles genetisch determiniert, also vorherbestimmt wie sich Frau und Mann zu verhalten haben. Heute weiß Mensch, dass dies bei weitem gefehlt ist denn die dualistische Argumentation in Frau/Mann hält insofern nicht, als dass die unterschiede teilweise innerhalb eines Geschlechtes größer sind, als jene zwischen den Geschlechtern.

Die Geschichte ist ein offenes Buch, wenn es darum geht genau die Gender -Rollen im Zeitverlauf zu beobachten. Erstaunt war Mensch, als sich feststellte, dass während des 15. -16 Jhd. alle Texte im deutschsprachigen Raum „gegendered“ wurden und dass beispielsweise die „fürsorgliche Mutter“ erst seit der bürgerlichen Gesellschaft im 18 Jhd. entstand. (vorher kümmerte sich die „Hausgemeinschaft“ gleichberechtigt um die Erziehung der Kinder) daraus folgt: „Gender“ als Sozialisationsprozess prägt grundsätzlich jenes Bild von den Geschlechtern wie es allgemein angesehen wird, mit all seinen Sexismen, Cliches, Rollen usw. Und da es sich hierbei um Strukturen handelt, lassen sich diese erkennen und aktiv ändern. Das Problem dabei: durch die Sozialisation wurde die eigene Rolle so verinnerlicht, dass sie als „normal“ und weniger als Problem angesehen wird.

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Feminismus

Der Feminismus ist eine politische Bewegung mit dem Ziel die andronzentristische, patriarchale Gesellschaftsordnung zu überwinden.

Strömungen innerhalb des Feminismus (lt. Wikipedia):

• Radikalfeminismus (Gleichheitsfeminismus)
• Dekonstruktivistischer Feminismus / Postfeminismus
• Psychoanalytisch orientierter Feminismus
• Marxistischer Feminismus und Freudomarxistischer Feminismus
• Materialistischer Feminismus
• Autonome Feministinnen
• Anarchistischer Feminismus
• Differenzfeminismus
• Gynozentrischer Feminismus
• Kultureller Feminismus
• Magischer (esoterischer) Feminismus
• Individualfeminismus
• Militanter Feminismus

Feminismus gilt vielen unserer MinisterInnen als klarer „Handlungsauftrag und Handlungsanleitung“, wie Frauenministerin Doris Bures und Sozialminister Erwin Buchinger ausführten. Feminismus als Konzept für ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben hat viele Frauen, aber auch Männer angesprochen -und ruft dazu auf, „Frauen als gleichberechtigte und gleichwertige Partner in allen Lebenssituationen“ zu sehen und anzuerkennen, so Außenministerin Ursula Plassnik. „Gleichstellung“ sieht auch Umweltminister Josef Pröll im Mittelpunkt, somit auch „die Ansprüche von Frauen und ihre Karrierechancen besonders im Auge zu behalten und dabei auch Vereinbarkeit von Kinder und Beruf bestmöglich zu gewährleisten“.

Wie man hier sieht ist der Feminismus bei den österreichischen PolitikerInnen angekommen. Würde mir jedoch wünschen dass auch Taten folgen.

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Politische Kulturarbeit

„Es ist nicht der böse Geist, sondern die böse Geistlosigkeit der österreichischen Kulturpolitik.“
(Tagebuchnotiz des Autors Robert Musil)

Um Musils knappe Analyse in einer Schlussfolgerung für die Gegenwart anzuwenden, ist zunächst zu ergründen, inwieweit das Politische in der kulturellen Praxis von heute als Gradmesser der Politkultur Auskunft geben kann.
Unbestritten ist, dass politische Kulturarbeit sich als widerständige Ausdrucksform manifestieren muss. Schließlich bemisst sich, so ein Postulat des italienischen Theoretikers und Aktivisten Antonio Gramcsi, das Politische an sich an seinem Verhältnis zu Hegemonie. Gegenhegemoniale Konzepte werden somit für das Kunst-und Kulturschaffen konstitutiv. Auch Chantal Mouffe ist als renommierte post-marxistische Theoretikerin überzeugt: „Wenn die Bewegung eine wirklich politische werden und in den Lauf der Dinge eingreifen und ihn beeinflussen wolle, müsse sie sich in einer hegemonialen politischen Artikulation zwischen all den verschiedenen Kämpfen einbringen, den ökonomischen, politischen, sozialen und kulturellen. Das erfordert eine Definition des Gegners als Knotenpunkte der Macht, die angegriffen und transformiert werden müssen, um die Bedingungen für eine neue Hegemonie zu schaffen.“ (Kulturrisse 0104, Februar 2004)

Der bloße Ruf nach der Freiheit der Kunst, eine der wichtigsten Prinzipien im Kampf gegen Faschismus und Diktatur, reicht heute mittlerweile schon nicht mehr aus, um die Gefahrenpotenziale zu beschreiben, die auch demokratischen Systemen innewohnen. Auch hier erzeugen die Knotenpunkte der Macht unentwegt Grenzen und Barrieren, die den freien Fluss der Information und der Ideen sowie die Interaktion in Netzwerken nachhaltig beeinträchtigen. Eine Gesellschaft – und damit auch ihre sozio -kulturellen Produktions-und Partizipationsbedingungen – kann nur als eine freie Gesellschaft angesehen werden, wenn die Mobilität der Menschen sowie der Austausch von Wissen und Information keine Beeinträchtigung erfahren. (Bernhard Amann und Martin Wassermair)

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Kulturpolitik

Kulturpolitik bezeichnet in einem engeren Verständnis alles Handeln eines Staates im Bereich der Kunst (bildende Kunst, darstellende Kunst, Musik, Literatur). In einem weiteren Verständnis umfasst Kulturpolitik jegliche Form gesellschaftlicher Beziehungen.
Eine Hauptaufgabe der Kulturpolitik ist die Kulturförderung. Im traditionellen Verständnis der Kulturpolitik gehört hierzu die direkte Finanzierung öffentlicher Institutionen (z. B. Theater, Museen, Bibliotheken) und
privater Kulturschaffender (z. B. Filmförderung, Kunstvereine). Die finanzielle Variante der Kulturförderung
umfasst zudem die Vergabe von Preisen und Stipendien. Eine Förderung der Kulturfindet weiterhin durch die Schaffung rechtlicher und sozialer Rahmenbedingungen(z. B. Steuerrecht, Medienrecht, Sozialpolitik) statt.
Träger der Kulturpolitik sind nicht ausschließlich staatliche Institutionen, sondern auch private Institutionen wie Stiftungen, Vereine und Sponsoren. (Wikipedia)

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Event-und Spektakelkultur

Hierbei handelt es sich um kulturelle Veranstaltungen welche durch ihre Inszenierungs-und Erlebnisformen beworben werden. Das schnelle, konsumierbare, kommerzielle Erlebnis steht hier eindeutig im Vordergrund. Im Gegensatz zur Repräsentationskultur handelt es sich hier um eine Breitenkultur. Es sollen möglichst viele Menschen erreicht werden um möglichst viel Profit zu erwirtschaften.
Neben den Konsumausgaben der BesucherInnen werden die Werbeflächen eine immer wichtigere Einnahmequelle. Solche Veranstaltungen werden von Sponsoren als immer wichtigeres absatzpolitisches Instrument oder image- und meinungsbildungsfördernde Maßnahme zur Durchsetzung der Unternehmensziele gesehen. Höchstes Ziel ist die ökonomische Verwertbarkeit dieser kommerzialisierten Kultur.

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Repräsentationskultur

Unter Repräsentationskultur ist jene Kunst und Kultur zu verstehen, welche die Elitebedient.
Es geht hier mehr um Repräsentation als um kulturelle Inhalte. Kultur und Kunst wird von etablierten, stark subventionierten und angesehenen KünstlerInnen für die Eliten dargeboten. Es gilt sehen und gesehen werden!

Städte und Länder positionieren sich kulturell (z.B.: Linz 09) und präsentieren sich international um wirtschaftliche Vorteile zu erzielen. Tatsächlich wird hier zumeist mit ökonomischen Faktoren wie
Umwegrentabilität, Stadtmarketing oder einem verbesserten Wirtschaftsstandortfaktor argumentiert.

Ziel ist es die traditionelle Kultur aufrecht zu erhalten und die Gesellschaftsordnung zu bestätigen.

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Initiative Kulturarbeit

Initiative Kulturarbeit wird durch nachhaltige Prozesse, Selbstbestimmtheit und Progressivität charakterisiert. Dabei spielt die Vielfältigkeit von Kunst und Kultur mit all ihren Facetten und Ausdrucksformen eine große Rolle, wobei Kultur als aktiver Prozess gesehen wird, bei dem jede/r eingeladen ist mitzuwirken und ihre/seine Persönlichkeit zu entfalten.

Als soziokulturelle Kraft übt Initiative Kulturarbeit einen Einfluss auf die politische Landschaft der Region aus und versucht über einen öffentlichen Diskurs Bewusstseins bildend zu wirken. Dabei agiert sie parteipolitisch unabhängig, aber keinesfalls unpolitisch. Kulturelle Tätigkeiten orientieren sich an Leitmotiven wie Antirassismusarbeit, die Gleichstellung der Geschlechter und das solidarische Handeln. Eine Gesellschaft lebt von der Vielfältigkeit ihrer Kultur und der persönlichen Entfaltung ihrer Individuen, weshalb sie das Verbindende über das Trennende stellt. Auf diese Weise verfolgt Initiative Kulturarbeit das Ziel Menschen und Menschengruppen, die oftmals vom gesellschaftlichen und kulturellen Leben ausgeschlossen sind, in ihre Handlungen einzubinden.

Unter Bedachtnahme der Tatsache, dass sich staatliche Kulturpolitik per se tendenziell der so genannten Hoch-aber auch der Kommerzkultur verschreibt, nagt Initiative Kulturarbeit oftmals am Hungertuch.

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