Ironie, Sarkasmus und Zynismus

Ironie, Sarkasmus und Zynismus sind eine Distanz schaffende gegenteilige Ausdrucksweise, von dem was eigentlich gesagt werden will, die oftmals ein implizit aggressives Potential enthält. Es kann als Mittel einer feigen, ausweichenden Form des Ausdrucks eingesetzt werden, kann gezielt verletzend wirken oder im Zusammenhang mit Humor (schwarzer Humor) verwendet werden. Wobei letztere Variante an den Rezipienten gebunden ist und bedeutet sich auf Kosten seiner_ihrer selbst oder anderer zu amüsieren. (Das/der/die Gegenüber kommt bei Nichtverstehen schnell in die Situation für dumm gehalten zu werden.) Es kann als Verteidigungsstrategie eingesetzt werden.
Alle drei Begriffe sind eine eher kritische Betrachtung der Welt:
Ironie ist für mich fast immer mit Humor verbunden, oft mit Selbstironie, ist nicht zwangsläufig verletzend und ist die mildeste inhaltlich gegenteilige Ausdruckweise.
„Schade, dass Du jünger bist, als Du aussiehst!“
Sarkasmus ist eher eine trockene feststellende Ausdrucksweise, kann mit Humor verbunden sein, wobei dieser eher als beißender, verletzender Spott verstanden werden kann, der bewusst versucht über andere zu höhnen. Vor allem hier kann es als Mittel sich zu wehren oder als Reaktion auf eine Verletzung verstanden werden.
Zynismus kommt aus der Antike von den Kynikern – es ist eine Haltung, die die moralischen Werte einer Gesellschaft grundsätzlich in Frage stellt und andere Weltvorstellungen herabsetzt – eine verletzende Kommunikation von oben herab. (Möglicherweise eine Folge von verlorenem Stolz und Respekt.)

Arbeit

Arbeit beschreibt eine aktive Tätigkeit, mit vorheriger Zielfestlegung einer selbst oder fremdauferlegten Aufgabe. Arbeit dient in erster Linie zur Existenzsicherung und bestimmt unser Leben, beeinflusst durch die gesellschaftlichen Konventionen. Mensch unterscheidet zwischen erwerbstätiger Arbeit und Ehrenamt, zwischen selbstständiger und unselbstständiger, zwischen geistiger und körperlicher Arbeit, zwischen Qualität und Quantität. Der Wert und das soziale Ansehen einer Arbeit/einer arbeitenden Person in unserer Gesellschaft hängt mit der Höhe der Entlohnung zusammen. Die Entlohnung steht (leider) nicht zwangsläufig mit der Nützlichkeit/Notwenigkeit/Qualität/Quantität einer Arbeit in Verbindung.
Arbeit ist ein negativ konnotierter Begriff und bedeutet: „Mühe“, „Plage“ oder in Worten des Brockhaus: bewusstes, zielgerichtetes Handeln des Menschen zum Zweck der Existenzsicherung wie der Befriedigung von Einzelbedürfnissen; zugleich wesentlicher Moment der Daseinserfüllung. (über Letzteres mag ich streiten, denn das wage ich ein wenig anzuzweifeln.)
Betrachtet mensch Arbeit –nach der Linguistik– auf Inhalt und Form, kommt neben der Form der Vertragsoption, Angestelltenverhältnis und Lohn, noch das Eigenempfinden der jeweiligen arbeitenden Person hinzu. Ist es für sie_ihn eine erfüllende, vergnügliche, produktive Arbeit und fördert somit ihr_sein jeweiliges Wohlbefinden in einer Gesellschaft, wäre es für mich ein sich anstrebend lohnender Status Quo der Zukunft. Denn indem das Selbstbildnis einer gewählten Arbeit positiv transportierbar ist, kann sich auch die Wertdefinition in einer Gesellschaft verändern.

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Race, Class, Gender, Queer-Studies

Race, Class, Gender und Queer-Studies beschäftigen sich mit bestehenden Ungleichheiten in unserer Gesellschaft. Wobei die zu untersuchenden Bereiche als vier mögliche Machtachsen gesehen werden können, die unsere Gesellschaft durchlaufen/kreuzen/strukturieren. Dabei werden den vom hegemonialen Machtapparat zugedachten/erlaubten/geduldeten Handlungsfeldern immer eine unwiderrufliche „vermeintlich“ biologische und natürliche Ursache unterstellt. Diese soziokulturellen Konstruktionen sind Zeichen und Instrumente, die uns gewisse Zuschreibungen und Strukturen vorgeben. Indem sie in der Öffentlichkeit zirkulieren, steuern und regulieren sie die Menschen und deren Verhalten in einer Gesellschaft. Subjekte werden konstituiert. Ziel der Race, Class, Gender und Queer-Studies ist es diese Prozesse aufzudecken, sie an die Oberfläche zu holen und letzten Endes aufzubrechen und das Private auf eine/r politische/n Ebene zu heben/ zu sehen.

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Popularkultur

Popularkultur ist wie ein Puzzle, das sich aus verschiedenen Praktiken, Codes und Effekten zusammensetzt, um sich stets selbst zu bestätigen und neu zu beschreiben, indem sie Randphänomene und Minderheit einverleibt und von sich weist, indem sie Probleme an den Rand drängt. (vgl. Grossberg, 1997, 3) Somit ist das Ziel von Popularkultur zu untersuchen wie unser tägliches Leben konstruiert ist und wie seine Subjekte gebildet werden.
Der Beginn von Popularkultur wird Mitte des 18. Jh.s angesiedelt, wenn sie nicht als Synonym für den Begriff der Volkskultur genommen wird. Mit popularkulturellen Medien sind zunächst einmal Zeitschriften gemeint, somit muss die eben gemachte Aussage teils wieder revidiert werden, da die Anzahl der Leser in dieser Zeit weitaus unterschätzt wurde. In Deutschland wird mit dem Zeitalter der industriellen Revolution von Popularkultur gesprochen. Denn erst ab der zweiten Hälft des 19. Jh.s, findet Popularkultur den für sie notwendigen Deutungsspielraum kultureller Phänomene, in der technischen Innovation und den neuen soziographischen Bedingungen. (vgl. Hügel, 2003, 5)
Der Kapitalismus ist eine Konsumkultur, die unsere westliche Gesellschaft strukturiert. Waren werden angeboten, zirkulieren. Mit dem Argument der Notwendigkeit, einer suggerierten Mangelhaftigkeit auf Seiten des Käufers und dem Ziel der größtmöglichen Zufriedenheit, werden Texte geliefert aus denen Bedeutung gezogen werden sollen. Diese Bedeutung kann zwischen Anbieter und Rezipient variieren. Die Ressourcen, mit denen die Texte geliefert werden, sind Fernsehen, Computer- und Videospiele, Schallplatten, CDs, Kleidung, Sprache etc., die dabei die die Interessen der ökonomisch Herrschenden fördern.
und fördern dabei die Interessen der ökonomisch Herrschenden.
Ein Text ist in diesem Zusammenhang nicht auf die Literatur zu beschränken, sondern als produktiver Anknüpfungspunkt in der Information/Aussage der Ware, zu verstehen, mit Hilfe dessen eigene Texte produziert werden können. Waren, die keine Möglichkeiten beinhalten eigene Texte zu produzieren, keine Form von Wissen vermitteln, werden nicht populär, das heißt, die Popularkultur existiert nicht in den Texten, sondern in der Zirkulation dieser.
In der Bedeutungsproduktion werden Objekt (die Waren) und Subjekt (der sich mit einem Text/Ware identifizierende Rezipient) ins Verhältnis zueinander gesetzt. Dieser Prozess des sich Identifizierens – der Subjektwerdung, ist lustvoll und produziert Wissen. Wissen bedeutet Macht! Macht kursiert in der Produktion von Wissen.
Es können verschieden Lüste unterschieden werden: die ausübende/disziplinierende (vom Steuerzahler) und die befreiende/undisziplinierte im Vergnügen und Spiel. (Ich werde mich mehr mit letzterer Form beschäftigen.)
Die Industrie setzt dort an, wo die Dominanz am unsichersten ist. Auch wenn hier die Macht der Ökonomie nicht spürbar ist, so werden wir und unsere Lüste stetig von der herrschenden Macht kontrolliert, durch ein System der Symbole von Regeln und Gesetzen, die ein Verhalten vorschreiben. Das heißt, wenn Hügel davon spricht, dass die Popularkultur keine Kultur des Zwangs ist, sondern Rezeptionsfreiheit bietet, dann ist es gleichermaßen eine Grundvoraussetzung für ihr Gelingen, wie eine bedingte Lüge! Einerseits wird dem Rezipienten die Wahl vermittelt, sich die Waren selbst auszusuchen und die Bedeutung, die er ihnen entlehnt selbst mitzubestimmen, andererseits kann dies immer nur im Rahmen der hegemonialen Machtstruktur geschehen. Somit kann es passieren, dass ein Punkt erreicht wird, an dem das Soziale oder das Populäre, das Eine das Andere überstrahlt, so dass es nicht mehr gesehen werden kann!
Von Popularkultur kann mensch keine großen revolutionären Akte erwarten, jedoch dienen sie dazu, die Gesellschaft unterschwellig „auszuhöhlen“, d.h. in kleinem Maße zu verunsichern und an den vorgegebenen Strukturen zu rütteln.
Jede Popularkultur kann also nur im Verhältnis zu den herrschenden Machtapparaten gesehen werden, da sie erstens nur in diesem Rahmen geäußert werden kann und zweitens nur in einer Verbindung zur hegemonialen Ebene politische Veränderungen bewirken kann. Popularkultur ist immer im Werden, niemals statisch und bildet den Ausgleich zur Dominanzkultur. Sie wirkt subtil von unten nach oben, im Gegensatz zur von oben nach unten wirkenden hegemonialen Macht und ist gleichzeitig Produkt dieser, als auch Feind. Popularkultur existiert allein in ihrer Praxis.
Das Ziel ist es, Wissensströme, auch auf horizontaler Ebene austauschbar zu machen, da diese schwerer zu kontrollieren sind, von heteronormativen Festschreibungen. Somit scheint unser System viel anfälliger für Guerilla-Anschläge zu sein.
Popularkultur ist eine Kultur der anfänglich unterdrückten und minderbemittelten Gruppen, eine Form des persönlichen Ausdrucks innerhalb der Gesellschaft.

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Lesarten

Lesarten enthält für mich die Veränderung des Lesens als Prozess. Der Text wird nicht mehr als ein unmittelbar abgerundetes Schriftstück verstanden, das nur eine Aussage transportiert. Zwischen den Zeilen tun sich Lücken auf, an den jede_r Rezipient_in anknüpfen kann und für sich einen oder mehrere Inhalte produzieren kann. Ich finde der/dem Rezipient_in wird damit Aktivität zugeschrieben. Text wird somit als ein offenerer Begriff verstanden – jedes Produkt des Kapitalismus beinhaltet einen oder mehrere Texte, die er versucht zu transportieren und der durch die Rezeption wiederum umgedeutet wird.
Bezogen auf Popularkultur können drei Lesarten unterschieden werden: der strukturalistische Ansatz, aufgegriffen von Ferdinand de Saussure und durch Claude Lévi-Strauss ausgeweitet – der Strukturalismus als Methode der Analyse, auf alle Aspekte der menschlichen Kultur (Struktur/Symbole werden als ein Resultat von Konventionen gesehen und nicht in der Materialität eines Begriffes bestätigt. Das Beobachtbare wird in seiner Vielfalt generiert und nur durch den Vergleich und die Interpretation seiner Erscheinungsformen zugänglich.); die Weiterentwicklung des marxistischen Ideologiebegriffs und der Poststrukturalismus und die Dekonstruktion (Hier verändert sich die Theoretisierung des Zeichenbegriffs. Es gilt, den Prozess der Produktion von Bedeutungen in ihrer ständig wechselnden Relationalität, zu analysieren. Dadurch wird der Text zum Ort einer vielfältigen Sinnproduktion, deren Fixierung im Moment der Rezeption durch seine Beziehung zu anderen Texten und Kontexten, bestimmt wird.).

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Identitäten

Ich habe beschlossen bei dem Wort Identität eine kleine Aneinanderreihung vorzunehmen, weil ich verschiedene Komponenten als wichtig empfinde, die nicht unbedingt in einen einzigen Zusammenhang miteinander gesetzt werden können.
Identität ist für mich ein weitläufiger Begriff und hängt sehr von meiner persönlichen Festlegung ab. Theoretisch hat jeder Mensch eine Identität, die ein fester Bestandteil seiner selbst ist. Einen Teil, einen Kern, der ein Kind ausmacht, der Kinder handeln lässt, noch relativ unbelastet von möglichen Erziehungs- und Sozialisationsmaßnahmen, den glaube ich als unabdingbar und unveränderbar. Der Rest ist veränderbar, wandelbar.

Valerie ist keine Biene
Valerie (5) stand am Mittwoch unmittelbar vor ihrem ersten großen Kostümfest. Ferner stand sie unmittelbar vor dem Spiegel und konnte ihr Glück nicht erkennen. „Ich schau aus wie eine Biene“, bemerkte sie weinerlich. „Schatzilein, du bist auch eine Biene, du bist sooo hübsch!“, tröstete Mama. Dann ging’s Schlag auf Schlag. Valerie (zornig): „Ich bin keine Biene, ich bin ein Mensch!“ M: „Das ist ja auch nur eine Verkleidung.“ V: „Ich will aber keine Biene sein!“ M: „Willst du lieber eine Prinzessin sein? Oder eine Sängerin? Vielleicht die Christl Stürmer?“ V: „Ich kann gar nicht die Christl Stürmer sein, weil die Christl Stürmer ist selbst die Christl Stürmer!“ M: „Aber wir können dich als Christl Stürmer verkleiden.“ V: „Warum?“ M: „Weil, weil, weil – das lustig ist.“ V: „Ich will aber die Valerie sein!“ M: „Schatzilein, egal, wie du dich verkleidest, du bleibst immer die Valerie!“ V: „Ich will mich aber nicht verkleiden!“ In diesem Moment betritt der Papa den Raum, sieht sein Kind und sagt bestürzt: „Valli, wie schaust denn du aus?“
Vielleicht sollte man Fasching einmal ernsthaft überdenken, und zwar nicht erst am Aschermittwoch.Dag, 2005, 1

Verwaltungsrechtlich ist es ein Name, „ein“ biologisches Geschlecht (Mann oder Frau), ein Geburtsdatum, ein Fingerabdruck, vielleicht eine Versicherungsnummer… auch jene sind veränderbar, wenn auch fast ausschließlich auf illegalem Wege.
Identität in einer Kultur ist ein Produkt der Sozialisation, der Regeln und Gesetze, der Moralvorstellungen und Ansehen bringenden Interpretationen, hervorgerufen durch die hegemonialen Machtapparate und dem Individuum selbst. Es/jedermensch lässt sie zirkulieren, in dem es/er/sie diese annimmt, sich darin bewegt und sie weitergibt an die nächste Generation. Dies geschieht im ständigen Austausch mit der Umwelt.
Laut Brockhaus beschreibt sie die völlige Übereinstimmung einer Person oder Sache mit dem, was sie ist oder als was sie bezeichnet wird. (vgl. Brockhaus, 1998, Bd. 6, 361) Identität ist also nicht nur ein eigenes Verständnis von etwas, sondern etwas, als das mensch bezeichnet wird, eine Fremdbestimmung! Mensch ist ein Abbild von einem Verständnis, das mit seiner eigenen Auffassung über sich selbst übereinstimmen kann, aber nicht muss; mathematisch ausgedrückt ist es „eine Abbildung, die jedes Element auf sich selbst abbildet.“ (Solange ich die gesellschaftliche, meiner eigenen Individualität womöglich konträr verlaufenden, Rolle annehme und abbilde.)

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Öffentlichkeiten

Öffentlichkeit(en) ist ein positiv besetzter Begriff und signalisiert durch den Wortstamm offen, dass es/etwas begehbar, eintretbar für jedermann_frau ist. Hier schwingt der „demokratische“ Anschein mit – „…weil es in der Öffentlichkeit steht kann jede_r daran teilnehmen, sich dazu äußern“. Die hegemonialen Machtapparate/der Staat/wirtschaftliche Unternehmen/… nutzen diese Definition der einen Öffentlichkeit für sich aus, geben Inhalte, die transportiert werden vor. Die in der Öffentlichkeit diskutierten Zuschreibungen und Restriktionen konstruieren Subjekte und strukturieren dadurch auch das Leben im Privaten. Somit ist Öffentlichkeit ein Machtraum.
Wie aber die Mehrzahl selbigen Begriffs schon verdeutlicht, gibt es nicht nur eine Öffentlichkeit, sondern mehrere. Diese beinhalten sowohl alle möglich besetzbaren öffentlichen Räume verschiedenster Gruppen, als auch die als solche definierten jeweiligen Gegenöffentlichkeiten. Somit verliert sich für mich der vorgebende diktatorische Ansatz der Öffentlichkeit, die die Themen vorgibt, sondern öffnet vielmehr ein Feld, in dem sich die Macht verteilen kann. Die Sichtbarmachung verschiedener Öffentlichkeiten ist sicher der erste Schritt!

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Partizipation

Partizipation ist eine aktive Teilnahme an einem Entstehungsprozess, ein Zusammenschluss mehrerer Leute/Bürger, um sich gemeinsam für etwas einzusetzen/etwas weiterzugeben. Sie versuchen Einfluss zu nehmen auf politische Entscheidungsprozesse, auf soziale Ungerechtigkeiten auf allen Ebenen. Es bedeutet die Einbindung von Individuen und Organisationen in Entscheidungs- und Willensbildungsprozesse, da die Partizipation das soziale Vertrauen stärken und die Bildung von Humankapital fördern kann. Es ist eine aktive Auseinandersetzung mit einem System/Bereich. Dabei werden (in der politikwissenschaftlichen Betrachtung) zwei Formen der Partizipation unterschieden: die konventionelle und die unkonventionelle. Die konventionelle ist gesetzlich geregelt und festgeschrieben und meint die Beteiligung in Partien, Ämtern, Gewerkschaften, etc. die unkonventionelle ist nicht gesetzlich verankert und meint die politische Beteiligung in Vereinen, bis hin zu illegal gesetzten Aktionen.
Dieser Begriff kann/wird auf verschiedenste Verhaltensformen und Bereiche einer Gesellschaft ausgedehnt werden.

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Gender

Gender wurde aus dem Englischen übernommen, heißt Geschlecht und wird heute in der westlichen Kultur als kulturelles Geschlecht, im Gegensatz zum biologischen /anatomischen Geschlecht/-stmerkmal (sex) definiert. Gender äußert sich im Habitus, in tertiären und sekundären Geschlechtsmerkmalen, zum Beispiel in der Körperhaltung, Kleidung, etc. – meint damit ein Hinweisen auf die binär festgesetzten Geschlechterrollen von Mann und Frau (was nicht zwangsläufig mit dem biologischen Geschlecht übereinstimmen muss!). (Das kulturell geprägte Geschlecht hängt immer von den in der Gesellschaft geforderten oder festgelegten Merkmalen ab, somit können Andernorts nicht nur ganz andere Anzeichen für Mann/Frau gesehen werden, sondern auch mehrere Geschlechterrollen gelebt werden.)
Der Begriff wurde 1955 von dem amerikanischen Forscher John Money eingeführt.

Das Zehn-Fragen-Gender-Spiel:
Ich will im Folgenden zu einem Spiel einladen, dass für mich ein lustiger Exkurs ist, sich darüber bewusst zu werden, was alles -in „unserer“1 Kultur- zur sozialen Konstruktion von Gender gehört oder gehören kann, in diesem Fall zu männlich und weiblich2.
Die Spielregeln habe ich von Kessler/McKenna übernommen.
Anleitung: Es sollten sich mindestens zwei Teilnehmer_innen bereit finden an diesem Spiel teilzunehmen. Teilnehmer_in A überlegt sich eine Phantasieperson im Kopf und Teilnehmer_in B muss erraten, ob es sich um eine männliche oder weibliche Person handelt. Es werden mindestens zehn Fragen gestellt. Es darf jede Frage gestellt werden, die mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten ist, außer: „Ist diese Person männlich/weiblich?“. Nach jeder Antwort, die Teilnehmer_in A gibt muss Teilnehmer_in B eine geschlechtliche Einordnung vornehmen und diese begründen.
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Zusatzwissen nur für Teilnehmer_in A: Es gibt gar keine überlegte Phantasieperson. Die Antworten setzen sich aus einem vorher festgelegten Ja-Nein-Muster zusammen, wichtig ist hierbei nur, dass sich am Beginn „Ja“ und „Nein“ abwechseln, so dass es, sollte jemand sofort nach den Genitalien fragen, Sinn für den Fragenden ergibt.

„Jede Geschlechtsdarstellung kann als Illusion bezeichnet werden, nicht nur die, die angeblich nicht mit dem Körper übereinstimmt. Der Unterschied ist nur, dass bei den „herkömmlichen“ Darstellungen fast alle mitspielen.“(Beger, 2002, 57)

1 …der konstruierten westlichen Sozialisation unterliegenden Welt.
2 „männlich/weiblich“ als die kulturelle Konstruktion Gender im Gegensatz zu Mann/Frau die hier mit dem biologischen Geschlecht Sex begründet werden.

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Feminismus

Der F. ist eine politische Strömung, die schon im 19.Jh. entstanden ist und nach einer Gleichbehandlung aller Menschen, unabhängig vom Geschlecht, in der Gesellschaft strebt. Ausgehend von einem androzentrischen Weltbild setzt er sich zum Ziel den Frauen gleiche Rechte in Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit zu verschaffen, als auch deren Ansehen/ Menschenwürde auf eine Ebene der Gleichwertigkeit mit Männern anzuheben. Vor allem geht es um Sichtbarmachung der Ungleichbehandlung in der Gesellschaft.
Der Feminismus ist keine Massenbewegung oder Forderung gewesen, sondern gliedert sich vielmehr in unterschiedliche Strömungen und/oder „Theoretische Weiterentwicklungen“:
Eine der ersten Ansätze war der Gleichheitsansatz, in dem Frauen um eine absolute Gleichstellung von Mann und Frau in der Gesellschaft plädierten. Daraus gliederte sich der Differenzansatz, der die Unterschiede zwischen Frauen und Männer hervorhebt und in ihnen ein Potential der Veränderung sieht, wobei es ihnen nicht um eine absolute Gleichstellung geht, sondern um die Gleichwertigkeit der Verschiedenheiten. Mit Simone de Beauvoir wurde erstmals eine Unterscheidung zwischen kulturell/sozial geprägtem Geschlecht und dem biologischen gemacht. Womit die Strömung der Dekonstruktion eingeleitet wurde. Sie geht davon aus, dass das biologische Geschlecht nicht zwangsläufig auf „eine“ spezifische Rolle verweist, vielmehr jede Person das Recht auf individuelle Entwicklung hat, unabhängig von den von der Gesellschaft angebotenen Rollen von Mann und Frau. Hier werden auch um die Rechte eigener Geschlechterkonstruktionen gekämpft.

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Politische Kulturarbeit

Politische Kulturarbeit ist eine gesellschaftspolitische Auseinandersetzung mit und im Feld der Kultur. Sie agiert aufklärend, systemkritisch/oppositionell und kann auf zwei unterschiedlich sich bedingenden Ebenen stattfinden: auf der impliziten und der expliziten. Bei der impliziten geht es darum die möglichen Handlungsfelder/Nischen einer Gesellschaft zu formieren und die Bedingungen auszuhandeln unter welchen politische Kulturarbeit stattfinden kann. Die explizite Ebene bezieht sich/findet statt hauptsächlich in der Kunst und sieht und benutzt den öffentlichen Raum als Bühne. Jene Veranstaltungen greifen aktuelle, brisante, oftmals undurchsichtige oder mit wenig Information transportierte Themen unterschiedlichster Art auf, und versuchen mit gezielten Informationen ein neues Bewusstsein zu schaffen. Politische Kulturarbeit ist eine Form von selbstbestimmter, partizipativer politischer Lobbyarbeit und stellt an sich den Anspruch gesellschaftsverändernd zu wirken.

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Kulturpolitik

…alles Handeln eines Staates im Bereich Kunst und Kultur.
Kulturpolitik stellt die Rahmenbedingungen innerhalb derer Kunst und Kultur in einem Staat/einer Gesellschaft stattfinden kann. Ziel ist die Erhaltung und Förderung von Kultur. Kulturpolitik wirkt auf zwei Ebenen:
Staatlich/politisch (Partei~) – Das Kulturressort gilt in der Politik als wenig aufwendig, in dem sich Politiker (LH, BH, …) nicht nur positiv präsentieren können und sehr gönnerhaft auftreten können, haben sie auch eine gewisse Definitionsmacht. In der Verteilung der Gelder/Förderungen ist sie ein steuerndes Machtmittel, das von oben nach unten wirkt.
Die zweite Ebene wirkt für mich eher von unten nach oben. Die allgemein sehr offen gehaltene Definition von Kultur und die positive Konnotation des Wortes ermöglichen zahlreiche Handlungsspielräume, in denen Kultur stattfinden kann. Somit sehe ich das kulturpolitische Lobbying (Vorstellen von Projektkonzepten bei Politikern) von systemkritischen, oppositionellen Vereinen, NGO’s auch als Kulturpolitik. Beide Ebenen beschreiben den Status Quo des strukturellen Prozesses in einer Gesellschaft.

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Initiative Kulturarbeit, Repräsentationskultur und Eventkultur – Spektakelkultur

Initiative Kulturarbeit, Repräsentationskultur und Eventkultur – Spektakelkultur unterscheiden sich, wenn sie im Verhältnis zueinander gesehen werden, durch: die Grundfrage/Zieldefinition einer Veranstaltung, durch die Organisationsstruktur und die auftretenden Akteure_Innen, durch die Inhalte, die sofern vorhanden, transportiert werden und durchs Publikum bzw. die „Größe“ und Art der erzeugten Öffentlichkeit.

Initiative Kulturarbeit
…Initiative ergreifen kulturell zu arbeiten.
„Es entsteht eine Idee, sie kommt auf, schnell, aus dem Boden, vielleicht aus dem Nichts – scheinbar. Ist plötzlich da versucht auf sich zu lenken, stellt sich anderen in den Weg, zwingt sie zu einer Betrachtung. Es liegt Freude in der Luft, Botschaften zu kreieren, Texte (im Sinne von Fiske), die gelesen werden können, aber nicht müssen. Diese Ideen, Bilder, Texte entstehen in einer Kultur, gliedern sich in sie ein, anpassend oder auffallend, jedenfalls stellen sie kulturell etwas dar. Sie sind bearbeitbar, von jedem/r einzelnen und sie sind erarbeitet. Das scheinbare Nichts beschreibt Prozesse, die nicht gerne gesehen werden wollen. Es ist Arbeit!“

Grundfrage – mit welcher_em Künstler_in können wir welche Themen aufgreifen in einem möglichst kleinen finanziellen Rahmen? Welche „kleinen“/unbekannten/regionalen Künstler_innen sollten mit einer Auftrittsmöglichkeit gefördert und unterstützt werden? Wie können die persönlichen Ideale der Initiator_innen für eine Gesellschaft verwirklicht werden?
Ziel – ist es Gesellschaftsverändernd zu wirken und Ungerechtigkeiten in der (Macht-)Verteilung sichtbar zumachen. Es sollen Künstler_innen aus den Regionen gefördert werden und ein Programm geboten werden, das aktuelle gesellschaftlich diskutierte Inhalte thematisiert und aufgreift.
Nachhaltigkeit – wird eher den Informationen zu gedacht, die transportiert werden, in der Hoffnung der weitläufigeren Zirkulation dieser. Dass Künstler_innen gefragter werden.
Organisation – Initiative Kulturarbeit passiert größtenteils auf ehrenamtlicher Basis und ist oft durch ein Geldproblem gekennzeichnet. Meist gibt es nur wenig fest angestelltes Personal. Da initiative Kulturarbeit oft von Vereinen veranstaltet wird, sind sie nicht gewinnorientiert und funktionieren nicht auf kapitalistischen Grundlagen. Sie bewegen sich frei von parteipolitischen Prägungen, unterliegen demzufolge aber oft den Machtstrukturen und verwährten Förderungen vom hegemonialen Machtblock/Staat.
Inhalte – sie beschäftigen eher unbekannte/regionale Künstler_innen oder Küstler_innen, in wessen Kooperationen systemkritische Aussagen getätigt werden können.
Publikum/Öffentlichkeit – sie sprechen verschiedene/viele kleinere Teilöffentlichkeiten an, durch die Varianz im Programmangebot, durch die kleinst möglichen öffentlichen Räume der Ankündigung (Plakate, Flyer, etc.), durch die Präsenz in freien Radios, etc. Sie arbeiten in Nischen und besetzen dort eigene Räume.

Repräsentationskultur
…alles, was dazu beiträgt eine ‚Elite’ mit Kunst und Kultur zu bedienen.
Die Repräsentationskultur ist, wie vom Namen abgeleitet werden kann, dazu da etwas oder jemanden zu repräsentieren. Meint damit die Sichtbarkeit nach Außen als auch nach Innen. Es ist wichtig auf der einen Seite für von außen blickende Bereiche/andere Städte/Länder etwas darzustellen, auf der anderen Seite auch die Elite, die High Society, mit namhaften Künstlern und Interpreten zu begeistern. Die Repräsentationskultur steht im Wettstreit auf der Vergleichsebene mit anderen Städten, Bundesländern und Ländern und durch die Konkurrenz mit anderen Museen oder Aufführungsorten und Künstlern_innen.
Bis heute ist es die am stärksten geförderte, etablierteste und angesehenste Art Kultur zu machen.
Grundfrage – Mit welchem Stück/Künstler_in können wir Bundeslandweit/Österreichweit/EUweit/… gutes Ansehen erlangen? Welche Künstler_innen sind gefragt/kommen gut an bei einem Publikum?
Ziel – Mit einem renommierten Künstler_in gut zahlendes Publikum anzulocken, gutes Programm für elitäre Gäste und Akteur_innen. Dabei gilt es traditionelle Kultur aufrecht zu erhalten und die bestehende Gesellschaftsordnung zu bestätigen.
Nachhaltigkeit – im Tourismus eine Wertung zu erlangen und ein Ansehen in der mächtigen Gesellschaft/Fördergebern.
Die Grundfragen und die Zielsetzung erfolgen auf kapitalistischen Grundlagen und sind gewinnorientiert.
Organisationsstruktur – Firmenähnlicher Aufbau, es gibt einen festen Satz dauerhaft angestellter Arbeitskräfte. Für die jeweilige Produktion werden noch bedarfsweise zusätzliche Hilfskräfte beschäftigt. Künstler_innen werden angeheuert und bezahlt – sie bekommen oft sehr hohe Gagen. Repräsentationskultur arbeitet profitorientiert.
Inhalte – bekannte Stücke/Kunstwerke, bekannte Künstler_innen; Künstler_innen, die repräsentative, aktuelle Inhalte über eine künstlerische Tätigkeit transportieren.
Publikum/Öffentlichkeit – ein eher elitäres Publikum oder jene, die so gesehen werden wollen. (oftmals befinden sich im Publikum in der Öffentlichkeit stehende Personen, Politiker, „wichtige“ Personen, es gilt sehen und gesehen werden!
Die Öffentlichkeiten sind vielfach: medial (Ankündigungen als auch Besuch von Premieren werden meist medial aufgearbeitet), räumlich (für mich gehören Theater, Museen, Galerien, etc. zum öffentlichen Raum), personell (die dort auftretenden Personen stehen oftmals schon im Licht der Öffentlichkeit).

Eventkultur – Spektakelkultur
…ist ein „kulturelles“ Ereignis, das zu einem Event/Spektakel gemacht wird, bzw. als solches verkauft wird (Bsp. Euro 2008, Musikfestivals). Sie bedienen Massen – im Sinne von eine „höhere“ Instanz füttert den Pöbel.
Obgleich Spektakelkultur wahrscheinlich nur der ältere Begriff ist, kann ich für mich Event- und Spektakelkultur nicht ganz als das gleiche definieren. Spektakelkultur bietet für mich zusätzlich die Möglichkeit sich durch Subversion (Bsp. Umkehrung der gesellschaftlich zugeteilten Rollen) zu entziehen: Alles ist erlaubt, ähnlich wie im Karneval nach Bachtin. Es passiert zwar alles in einem zeitlich abgesicherten Rahmen – Form und Ablauf sind vorgegeben, der Inhalt – das Verhalten der Einzelnen ist jedoch nicht kontrollierbar. Spektakel ist für mich mit mehr Interaktion verbunden, im Gegensatz zum Event, das viel restriktivere Regeln vorgibt.
Somit gehe ich im Folgenden eher auf Eventkultur ein:
Grundfrage – welche Künster_innen, Aktionen locken die meisten Menschen an? Wie kann möglichst viel Geld eingenommen werden?
Ziel – der wirtschaftliche Gewinn. Hoher Konsum der Besucher.
Nachhaltigkeit – ist nur auf wirtschaftlicher Basis/finanziell und das Prestige/die “Coolness“ unter dem meist jungen Publikum.
Organisation – Eventmanager sind für die Organisation und den Ablauf der Veranstaltung verantwortlich, beschäftigen für die Zeit zusätzliches Personal. Sponsoren sind große Geldträger, die die Veranstaltungen wiederum als große Werbefläche für ihre Kunden_innen nutzen. Vertrieb von Speisen und Getränken unterliegt oftmals nur der Eventorganisation und/oder der Verzehr wird in einem gewissen Maß „erzwungen“ (Bsp.: Festivals, keine Mitnahme von Getränken/Wasser!/Essen etc.)
Inhalte – verschiedene meist recht bekannte Künstler_innen, die für hohe Gagen eingekauft werden, diverse Möglichkeiten der Aktion und Partizipation.
Publikum – Es sind Massen, die hier angelockt werden, – das gemeine Volk. Der größte Teil wird sicher von jungen Menschen gebildet, prinzipiell ist es für alle Altersklassen und Interessensgruppen offen.
Öffentlichkeit – es wird/werden eine sehr breite Öffentlichkeit/~en angesprochen: Massen des Publikums, mediale Bewerbung im Vorfeld (Flyer, Radioberichte, Printmedienankündigungen, Internet, etc.) und die Berichterstattung im Nachhinein (Radioberichte, Printmedienberichte, Internet, etc.)  Wissen einer breiten Öffentlichkeit, breiter Werbeträger für verschiedenste Firmen, etc.