1.1Initiative:
Aktiv: Ergebnis von initiieren1, Initiative setzen – neues aktiv angehen, etwas anstoßen – Initiative – Menschen die gemeinsam etwas angehen, umsetzen, etc.. wollen . Etwa Kulturinitiative, …. Etwas hineinbringen etwas einführen, abstoßen…. wie in Initiationsritus. Passiv, initiiert werden, eingeführt, aufgenommen werden, das geschieht mit den Adepten, mit den Neuen, die Initiative geht dann von anderen aus.2 Einbringen von etwas, etwas starten, siehe Initiativantrag
1.2. Kultur:
Deutungshintergrund, Ergebnis von menschlichen Handlungen, Kultur als Rahmen menschlichen Handelns, Interpretationsrahmen etc… und gleichzeitig Ergebnis von Handlungen und Interpretationen etc…Kultur umgibt uns Kultur schaffen wir immer und überall. Kultur ist und wird gemacht, darin einzugreifen ist Arbeit. Kultur – als Boden (vgl Bodenkultur – Kultur als Ergebnis von Kultivieren, – Arbeit des Kultivierens, – pflegen, nähren, hegen auswählen, verarbeiten, beeinflussen von Pflanzen etc..).
Kultur ist auch oft als Bindestrichwort zu finden, Alltagskultur, Esskultur, Hochkultur, Subkultur, Landeskultur, Leitkultur, Unkultur… Kulturformen, Kulturtechniken, Kulturarbeit, Kulturbanause, Kulturpolitik,….Kulturförderung….Bakterienkultur, Joghurtkultur,….
Kultur als Gegensatz zur Natur, Kultur als das Menschen gemachte Natur das vorhandene,
gegebene…etc.
Es gibt aber auch Deutungen des Begriffs Kultur, wie etwa die von Max Weber, der u.a. auch Clifford Geertz anhängt: Kultur sind die von Menschen gemachten Sinngewebe, die den Handlungen Sinn geben, diese deutbar machen und Verstehen erst ermöglichen. In diesen immer schon vorhandenen Sinngeweben handeln wir, orientieren wir uns und verändern dies gleichzeitig und immer wieder. Kultur ist somit immer im Wandel und gleichzeitig Raster und Landkarte. Kultur, Kultivieren und Kulturarbeit sind aber in diesem Sinne, Natur des Menschen, im Sinne sie gehören zum Mensch sein dazu.3
Kultur in einem unreflektierten Sinne und in krassem Gegensatz zur Natur gesehen, ist aber auch eine Unterscheidungsmarke, weil Identifikationsmittel. Die Wir-Kultur versus die Sie-Kultur, dieses Paar durchzieht die Geschichte(n) mit dem Ergebnis von Identitäten, die sich wechselseitig durch gegenseitige Abwertung und Selbstaufwertung stützen und viele Kriege wenn nicht hervorgerufen, so doch plausibilisiert haben. Siehe Versklavung, Holocaust,….
Meine Theoretischen Hintergründe dazu: Max Weber, Clifford Geertz, Steven Hoggart, Pierre Bourdieu, Gui Debord, Situationisten … Thureau Dangin, Bob Black, …..
1.3. Arbeit:
Hat Zusammenhang mit Tätig sein. Arbeit etwa im Sinne von Hannah Arendt4 ist unausweichlich, fixer Bestandteil menschlicher Existenz, Arbeit ist Stoffwechsel und bedingt sich aus der Notwendigkeit Stoffe zu wechseln / wandeln um menschlichen Körper und menschliches Leben zu schaffen und zu erhalten. Arbeit ist somit Natur des Menschen, Arbeit ist Mühsal und zugleich das wonach Körperlichkeit strebt.
Arbeit ist „vorgesellschaftlich“ gedacht, der Zwang der von der Natur im Sinne der Umwelt und vom Körper und dessen Bedürfnissen ausgeht. Arbeit gesellschaftlich betrachtet ist immer Festlegung wieviel an welcher Arbeit von wem getan wird / werden soll bzw. muss.
Arbeit ist Zwangsarbeit, oder wie es im Englischen heißt forced labour oder wie es sich im franz. Travaille ausdrückt aufgezwungen Arbeit bzw. Strafe. Die Strafe der Arbeit drückt sich besonders bei den Monotheistische Religionen aus, Arbeit ist die Strafe für die Verweigerung des absoluten
Gehorsams und für die Neugier.
Arbeit bleibt Strafe, wenn die Verteilung der geschaffenen Güter und des produzierten (Mehr) Wertes ungleich und raubend von statten geht. Das aber durchzieht die Geschichte von der Sklavenhaltergesellschaft, bis heute, die Argumentationen und Systeme der Ausbeutung haben sich gewandelt, nicht aber das Prinzip der ungleichen Abschöpfung.
Die gedankliche Verdammung der Arbeit, die Fantasie der Arbeitslosen Gesellschaft, hängt mit der Verknüpfung von nicht arbeiten müssen, frei von Arbeit sein und Macht haben, an gesellschaftlichen Entscheidungen Teil zu haben, zusammen. In Griechenland waren diejenigen Frei, die frei waren von der Notwendigkeit selbst arbeiten zu müssen, weil Sie die Arbeit anderen aufzwingen konnten.
Diese waren unfrei und jeglicher Partizipation an der Öffentlichkeit ausgeschlossen. Auch wenn sich das bis heute in Schritten geändert hat, wenn heute die Arbeitenden nicht mehr per Definition ausgeschlossen sind, so hindert doch die Schwierigkeit, die Vita Aktiva5 neben dem Animal Laborans6 zu entwickeln die Arbeitenden nach wie vor an der Partizipation am Öffentlichen. Meine Theoretischen Hintergründe dazu: Michel Foucault, Pierre Bourdieu, Hannah Arendt, Bob Black, Thureau Dangin, Charles Fourier, Adam Smith, Karl Marx…..
1.4. intiative Kulturarbeit:
Aktive, reflektierte bewusste Handlungen, die auf Veränderung, Schaffung und Beeinflussung von Kultur hinarbeiten. Arbeit deshalb, weil damit dem Genius, und auch der bürgerlichen Dualität von schöpferischem Geist versus (be)arbeitender Hand entgegengewirkt wird. Abgrenzung zu Kulturmanagment Abgrenzung zu Kultur als autopoietischem selbst entstehenden Etwas.
Initiative Kulturarbeit persönlicher reflektiert:
darunter stelle ich mir Arbeit verschiedenster Art vor, die bestehende, wahrgenommene, theoretisierte, gefühlte, empfundene, kosntruierte Kultur beeinflussen, verändern, herausfordern, eingrenzen, u.ä. will.
Aber auch Arbeit, an neuen Kulturformen, die sich nicht vordergründig aus reflexiver Arbeit oder gegen etwas begründet und erfüllt, sondern Ausdruck von Lebensweisen, Lebensideen, Ausdruck gemeinsamen Seins und sein wollens ist. Klar ist auch das weil eben in Kultur / Kulturräume, Kultur als netz von Beziehungen, Deutungsmustern etc eingewoben nie nonreflexiv. Kulturarbeit besonders Initiative Kulturarbeit würde aich aber auch an der Schnittstelle zwischen vorgefundener, imaginierter, aufgesetzter, tradierter zelebrierter Kultur und dem was daran nicht gefällt, was abgeht (Mangel) was einschränkt etc. sehen.
Initiative Kulturarbeit bedeutet für mich nicht von vorneherein Innovation, eher Reflexion bei gleichzeitiger Imagination von Möglichen Versionen von Zukunft.
Initiative Kulturarbeit steht für mich immer in einem Spannungsfeld mit anderen Begriffen die Kultur als Wortteil verwenden und wndet bzw. wirkt als gegenmittel gegen die folgenden – Kulturen. Z.B.: Spektakelkultur, Eventkultur Repräsentationskultur, Hochkultur, Volkskultur, Landeskultur,
traditioneller Kultur, Nationalkultur….Wirtschaftskultur
Initiative Kulturarbeit bedeutet für mich aber auch aktiv Teil nehmen am Kampf um Deutungsmacht, sich einbringen in Produktion des jetzt, alltäglich, widersprechend, kreativ schaffend sein, Raum greifen, sich einbringen, Platz greifen / schaffen….
Initiative Kulturarbeit ist aber in diesem Sinne auch Arbeit weil den/Körper in der Gesamtheit mit allen Organen nutzend und verbrauchend Stoffe wandelnd, sowohl immaterielle Stoffe als auch materielle. Initiative Kulturarbeit ist für mich somit die „eigentliche“ Kulturarbeit, weil ich mir rein theoretisierende Kulturarbeit nicht einmal als Konstrukt vorstellen kann, bestenfalls als Bild im Kopf, was dann etwa im Arendtschen Sinne eben keine Arbeit wäre, weil nicht stofflich. . Blablkabla – ja so ist das mit dem Hirn, das vor sich hin brabbeltz und das auch noch schneller als die Fingerchen, die fleissigen ArbeiterInnen dem nachkönnen.
Initiative Kulturarbeit ist also auch immer Kritik an den Überbauten, an den ausgrenzenden Burgen und Verschanzungen intellektueller, habitueller Macht / Ort / Bedeutung zuweisenden Strukturen,
die dann selbst wieder als Kultur bezeichnet werden. Kulturarbeit spezielle initiative bedeutet für mich auch Kultur als etwas ewig plastisches, formbares anzusehen und somit auch beleiben zu lassen.
Gleichzeitig stellt für mich die Wortschöpfung auch eine Abgrenzung dar, die einen Deutungs- Identifikations- und Orientierungsraum dar- und zur Verfügung stellt.
Kulturarbeit ist dann ein bewusst, Strukturen und Machtkonstellationen bedenkendes, gegen diese Angehendes handeln mit noch nicht näher definierten Mitteln und Wegen. Initiative Kulturarbeit würde für mich bedeuten, politisches, künstlerisches, allgemein soziales, alltägliches Handeln in Reflexion wahrgenommener Bindestrichkulturen zu setzen. Anders gesagt, initiative Kulturarbeit ist dann politisches Handeln, das sich nicht in den seitens politischer Kultur und politischer Wissenschaft zur Verfügung gestellten Mitteln und Ausdrucksformen erschöpft. Eventkultur, Spektakelkultur: sind Begriffe, die zum einen nach Neusprech klingen und andererseits kulturelle Strategien darstellen, die schon seit langem der kulturellen Inszenierung von Macht, Zugehörigkeit, Identitätsgense und Vergemeinschaftung dienen. Beide haben Zielsetzung und Strategien die die Erreichung der Zielsetzungen garantieren sollen. Sie sind für mich Teile der Repräsentationskultur, wenn auch nicht ident mit dieser. Repräsentatiosnkultur, nutzt beides aber auch noch viele andere Kulturtechniken und Inszenierungstechniken und Instrumente. Repräsentationskultur inszeniert auch die Repräsentation der so genannten einfachen, kleinen Leute, die sich selbst aufwerten im Sinne dass sie anteilig an der Größe der übergeordneten, Gemeinschaft, Volksgemeinschaft etc.. und gleichzeitig (Re)präsentiert und reproduziert sich mit verschiedensten Formen der Repräsentation die Macht derer, die sie Inszenieren. Die „Große Männer“ Fantasie, Monarchien, Reiche, haben große Teile der Produktion und der Produktivleistungen und Produktivkräfte in die Inszenierung ihrer Großmächtigkeit und in sublimierten, kühlen Krieg um Superiorität der Nation, des Landes usw. verschwendet. Ringstraße, Burgen, Schlösser künden davon genauso, wie jüngere und heutige Kubikmeterbeton – Architektur, Prestigeprojekte etc, Symbolische Gesten der „großen“ Art, Linz 09, Kulturhauptstädte Europas….
1 Als Initiative (von lat. initium, Anfang) bezeichnet man den Anstoß zu einer Handlung oder den ersten Schritt zu eben dieser Handlung. Man kann in diesem Sinne die Initiative ergreifen oder aber die Initiative jemand anderem überlassen. Weiter gefasst wird der Begriff Initiative auch benutzt, um die Fähigkeit einer Person, aus eigenem Antrieb zu handeln, Entscheidungen zu fällen oder Unternehmungsgeist an den Tag zu legen, zu bezeichnen. Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Initiative
2 Initiation bezeichnet die Einführung eines Außenstehenden (eines Anwärters) in eine Gemeinschaft oder seinen Aufstieg in einen anderen persönlichen Seinszustand, z. B. vom Kind zum Mann, vom Novizen zum Priester oder vom Laien zum Schamanen. Der Hauptfall der Initiation ist die Pubertäts- und Stammesinitiation der Stammesgesellschaft und die daraus hervorgegangene Initiation der antiken Mysterienkulte. Sie gehört also im Wesentlichen zu einer archaischen Vergangenheit. Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Initiation
3 Clifford Geertz, “Dichte Beschreibung – Beiträge zum Verstehen kultureller Systeme”, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M.,4. Aufl. 1995, S 9
4 Hannah Arendt, „Vita Activa“ oder Vom tätigen Leben, S77f, S 333, Verlag Piper, München 1981
5 Vita Activa, das aktive, Leben des Tätig seins, selbstbestimmt und auf Lust bzw Gesellschaft… bezogen – Vgl. Hannah Arendt – Vita Activa
6 Animal Laborans, die von Natur aus Notwendige Arbeit, die der Körper samt Stoffwechsel dem Menschen aufzwingt, Ernähren, Ausscheiden… Vgl. Hannah Arendt, „Vita Activa“ oder Vom tätigen Leben, S77f, Verlag Piper, München 1981