Subkultur

Sub ist die lateinische Silbe für unter. Subkulturen sind daher Kulturbewegungen die unterhalb führender Kulturströme wie der Popularkultur oder der Repräsentationskultur agieren. Subkulturen werden durch Minderheiten repräsentiert und daher auch als Minderheitenkultur bezeichnet. Denn sobald die Subkultur vom Mainstream, also der breiten Masse entdeckt und übernommen wird, wird sie logischerweise zur Massenkultur umgewandelt (so geschehen mit Subkulturen wie Techno oder Punk Rock). Darin liegt eventuell auch ein Reiz der Subkultur: die Entdeckung eines Trends, bevor ihn die Masse für sich entdeckt hat.
Die Subkultur hat aber auch elitäre Züge, durch ihr Prinzip der Ab- sowie der Ausgrenzung.
Als Subkultur wird aber auch die Unterkategorie einer größeren kulturellen Bewegung. So lässt sich die Welt der elektronischen Musik in so unterschiedliche Subkulturen wie Dubstep, Hardcore oder House unterscheiden. Hier handelt es sich nicht um ledigliche musikalische Strömungen sondern um kulturelle Bewegungen mit eigenen Kommunikationscodes über Gestus, Sprache oder Kleidung. Diese Codes finden sich auch bei Subkulturen im sportlichen Bereichen wie SkateboarderInnen oder BasketballspielerInnen oder Life RollenspielerInnen,
Oft wird auch der Begriff underground mit der Subkultur in Zusammenhang gebracht. Der underground also der Untergrund oder besser die Untergrundbewegung agiert fast noch eine Stufe unter der Subkultur, da sie von einer noch geringeren Menschenmenge wahrgenommen und praktiziert beziehungsweise sogar am Leben gehalten wird. Teilweise kann auch der Begriff Szene anstatt Subkultur verwendet werden.

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Migration

Lateinisch: Wanderung
Ich werde hier auf die soziologische Bedeutung von Migration als Wanderung von Menschen mit dauerhaften oder temporären Wechsel des Wohnsitzes.
Eine erste Unterteilung der des Migrationsbegriffes wäre gleich in Immigration = Einwanderung und Emigration = Auswanderung zu tätigen. Die Faktoren die zur Migration führen werden in push (abstoßende Faktoren des Herkunftsortes) und pull (anziehende Faktoren Empfängerortes) Faktoren eingeteilt. Sie beschreiben die sozialen Anreize und Gründe, die die Migration auslösen.
Die Migration kann man in verschiedene Arten der Wanderung unterteilen.
Zum einen in Migrationen abhängig von ihrer temporalen Dauer: temporäre Migrationen wie jene von Nomaden, die abhängig von den Jahreszeiten zu verschiedenen Weidegründen wandern, Gesellenwanderungen des Mittelalters und der Neuzeit oder SaisonarbeiterInnen, die wie im Agrarsektor von Ernte zu Ernte wandern oder Saisonkräfte in der Gastronomie. GastarbeiterInnen planen ebenfalls nur temporäre Migrationen, da sie mit dem verdienten Geld wieder in die Heimat zurückkehren wollen oder eine Familie zurückgelassen haben.
Auch nach den Gründen der Migration kann unterschieden werden: Arbeitsmigration, Flucht, Vertreibung und Umsiedlungen weisen doch etliche Unterscheidungsmerkmale auf.
Bei Migrationen innerhalb eines bestimmten begrenzten Raumes (wie innerhalb eines Wirtschaftsraumes oder eines Kontinents) spricht man von Binnenmigration.
Migrationen können im kleinen, persönlichen Rahmen stattfinden, schon bei einem Umzug innerhalb einer Stadt kann man von einer Migration sprechen.

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Zitat

Beim Zitat handelt es sich um die wortwörtliche Verwendung und Wiederholung von Sätzen in mündlicher oder schriftlicher Form. Man kann dabei sowohl aus Schriftstücken wie auch aus mündlichen Aussagen oder Reden zitieren.
Vor allem in der Wissenschaft ist das Zitat extrem wichtig, da wissenschaftliche Erkenntnisse und Aussagen als geistiges Eigentum von ForscherIn oder AutorIn gelten. Durch das Zitat kann man sich auf die vorangegangenen Ergebnisse und Aussagen anderer ForscherInnen stützen und berufen, ohne ein Plagiatsvergehen zu begehen. Dabei muss man aber vorher definierten Zitierregeln befolgen, wobei oft jeder wissenschaftliche Zweig über abweichende Zitierregeln verfügt. Innerhalb einer Wissenschaft bestehen aber grobe Zitatnormen wie Name des Originalautors, Titel des Aufsatzes und oder Werkes, aus der man die zitierte Passage entnommen hat sowie die genaue Seite und das Erscheinungsdatum der Aussage. Ein schriftliches Zitat muss auch als solches erkennbar sein, zum Beispiel durch Anführungszeichen davor und danach, indirekte Rede und/oder eine Fußnote, wo dann die zuvor genannten Informationen zu verzeichnen sind. Bei Missachtung der Zitierregeln kann man schnell unter den bereits erwähnten Plagiatsverdacht gelangen. Dabei verkauft man eine Aussage oder Erkenntnis als die eigene, obwohl man sie lediglich von jemand anderen übernommen hat. Ein Plagiatsvergehen kann sogar den Ausschluss aus der wissenschaftlichen Gemeinschaft mit sich bringen, bekannt ist heute zum Beispiel der Plagiatsjäger ? in Salzburg.

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Archiv

Vom lateinischen Wort für Amtsgebäude. In einem Archiv werden heute alle Arten von Dokumenten und Daten gesammelt und aufgehoben, um Informationen über die Vergangenheit zu konservieren und Informationen von dauerhaften Wert besitzen zu erhalten. Archiv bezeichnet sowohl die Institution als auch das Gebäude selbst, in dem sich das Archiv befindet. Archivierbares Material sind Schriftstücke, Akten, Dokumente, Film- und Tonmaterial, Bilder oder elektronische Daten. Große Probleme von Archiven sind die Haltbarkeit des Archivmaterials, die möglichst lange Konservierung des Selbigen, die zunehmende Menge an produzierten Datenmaterial und die Bewertung in wichtiges und unwichtiges und daher verzichtbares Datenmaterial und der damit verbundene Bedarf an Platz für diese Fülle an Material. Heute wird die Hoffnung vor allem in die Digitalisierung des Archivmaterial gesteckt, was eindeutig sehr viel Platz spart und die Suche im Archiv extrem erleichtert. Allerdings ist die Haltbarkeit vieler digitaler Datenträger noch ungewiss.
Der Zugang zu persönlichem Datenmaterial hat Datenschutzbestimmungen und in Folge Archivsperren hervorgerufen.
Verschiedene Arten von Archiven wären: öffentliche Archive wie Stadt- Landes- und Staatsarchive, Firmenarchive, Bibliotheken oder Museen.

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Oralität

Wortwörtlich: Mündlichkeit. Alles was gesprochen oder gesungen wird. Hauptsächlich ein historisch – wissenschaftlicher Begriff in Zusammenhang mit allen Formen mündlicher Überlieferung. HistorikerInnen verwenden heute eher den englischen Begriff oral history. Diese mündlich tradierten Formen von Geschichte, Religion oder Gesetzen passierten oft in Form von Märchen, Sagen, Liedern, Gedichten oder Gebeten. Verbreitet waren (und sind) diese mündlichen Überlieferungen natürlich in Gesellschaften ohne oder mit nur wenig Schriftlichkeit. Erst durch die Niederschrift gesellschaftlich wichtiger Texte und damit die Archivierbarkeit und unveränderliche Gültigkeit der Texte verliert die Oralität an Bedeutung. Naturvölker ohne Schrift tradieren ihre Mythen und Gesetze noch heute durch mündliche Überlieferung. Ein großer Vor- und Nachteil der Oralität ist ihre Veränderung im Laufe der Zeit. So können sich Geschichten von Generation zu Generation verändern, ausgebaut werden oder an gesellschaftliche Veränderungen angepasst werden.
Die moderne Oral History bewertet Interviews mit Zeitzeugen als Historische Quelle. Es handelt sich hierbei um eine Hilfswissenschaft, als Ergänzung zur offiziellen Geschichtsschreibung. Sie dient vor allem als Quelle für Alltagsgeschichte oder die subjektive Wahrnehmung historischer Prozesse und Ereignisse.

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Massenmedien

Medien sind im allgemeinen Kommunikationsmittel der Menschen. Im Kultur- und Sozialpädagogischen Bereich zählen dazu kreative Ausdrucksformen wie Musik, Tanz, Theater, Malerei oder Bildhauerei.
Massenmedien sind (kommunikationswissenschaftlich) Medien, die eine breite Masse an Menschen erreichen und aus denen eine Vielzahl von Menschen ihre Informationen beziehen. Zu den Massenmedien zählt man (Tages-) Zeitungen, Radio, Fernsehen und als jüngstes Massenmedium, das Internet.
Da die Massenmedien die Hauptinformationsquelle der Menschenmassen darstellen, verfügen sie in unserer sogenannten „Informationsgesellschaft“ über große Macht und großen Einfluss. Daher eignen sich Massenmedien auch zur Manipulation der Menschen, bewusste Desinformation oder die Spaltung in verschiedene Meinungslager. In totalitären Systemen werden Massenmedien so durch Zensur und Staatsmonopol beherrscht und manipuliert.

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Partizipation

= Teilhabe, Teilnahme
Zu partizipieren bedeutet irgendwo oder an irgendetwas teilzunehmen oder teilzuhaben. Im Kontext mit initiativer Kulturarbeit gibt es verschiedene Systeme und Vorgänge an denen man partizipieren kann. Am großen (kultur-) politischem Ganzen, im Dialog mit politischen EntscheidungsträgerInnen. Die aktive Teilnahme an gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen kann auch mit dem Begriff Partizipation in Zusammenhang gebracht werden.
Ein Begriff, der in Zusammenhang mit Partizipation fällt, ist auch Demokratie. Demokratische Systeme sollen die Teilnahme von möglichst vielen Menschen an Entscheidungsprozessen durch verschiedenste Prozesse ermöglichen.
Aber auch in kleineren, bescheideneren Systemen kann man partizipieren, und bevor man an den großen Systemen partizipiert, sollte erst einmal die Möglichkeit und Erfahrung in kleineren erlangen. Ich denke bei den kleineren Systemen an die Kulturinitiative selbst und die Möglichkeit der Partizipation in dieser kleinen Einheit.
In einer aktiven Kulturinitiative sind Systeme und Strukturen zur Partizipation aller interessierten AktivistInnen oder MitgliederInnen zu schaffen. Ohne solche Systeme würde schnell der Vorwurf von Ausgrenzung, Abschottung, Elitenbildung, Diktatur, … aufkommen. Es ist immer wichtig sich zu fragen: Können AktivistInnen Nischen finden um zu partizipieren? Haben sie die Möglichkeit, an Entscheidungsprozessen Teilzunehmen? Werden sie dazu auch ausdrücklich eingeladen? Gibt es alte, eingefahrene Systeme, die eine Partizipation von neuen InteressentInnen erschweren, abschrecken oder gar verhindern? Etwa wie Selbstläufer, Prozesse, die für InsiderInnen über Jahre lang logisch oder selbstverständlich wurden, für Außenstehende aber undurchsichtig und unverständlich erscheinen und sie ausgrenzen. Die Routine einzelner Personen ist einer der größten Feinde der Partizipation.
Klassische Instrumente der Partizipation in Kulturinitiativen wären die Jahreshauptversammlung, Programmsitzungen, Betriebsgruppensitzungen, Mailinglisten, die Mitarbeit an der Planung und Durchführung von Veranstaltungen, an Vereinsmedien oder die Partizipation am Vereinsleben durch die Bekleidung verschiedener Ämter im Vorstand sowie mannigfaltiger weiterer Möglichkeiten.
Sobald die Demokratie und damit die Möglichkeiten zur Partizipation in meinem kleinen Universum (=Kulturverein) vorhanden sind, kann ich auch daran denken an größeren (politischen) Systemen zu Partizipieren. Durch Stellungnahmen, Positionspapiere, Forderungen, verschiedenste Formen der politischen Agitation (Demonstrationen, Straßentheater, Protestaktionen, …)

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Gender

Wieder ein Begriff aus dem Englischen: das Geschlecht, wobei hier aber nicht das biologische Geschlecht (= engl. sex), sondern das gesellschaftliche, das soziale oder das psychologische Geschlecht gemeint ist. Der ursprüngliche Gebrauchsort des Wortes befindet sich im Bereich der Wissenschaft und Forschung.
Aus seinem biologischen Geschlecht kann der Mensch nicht ausbrechen, man wird als Mann oder Frau geboren, und wenn man den Körper nicht dank der modernen Medizin durch Operationen und Hormontherapien bei einer Geschlechtumwandlung verändert, stirbt man auch als Mann oder Frau.
Gender aber bezeichnet das soziale Geschlecht, also das, was eine Gesellschaft als die Rolle von Mann oder Frau innerhalb dieser definiert. So ist die Rolle der Frau als Hüterin der Familie, als Hausfrau oder Erzieherin der Kinder die soziale Geschlechterrolle innerhalb vieler Gesellschaften. Gender wird jedoch in patriachalischen Gesellschaften anders wahrgenommen als in matriachalischen Gesellschaften. Die Rolle der Frau oder des Mannes wird eben ganz anders tradiert und angesehen.
Die Gender Studies beschäftigen sich mit der Frage des konstruierten Geschlechts und bestreiten einen natürlichen Zusammenhang zwischen biologischen und sozialem Geschlecht.
Beim sogenannten Gender Mainstreaming handelt es sich um eine Strategie, die sozialen Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu eliminieren, also eine Chancengleichheit von Mann und Frau (oder weiter gedacht: aller sozial benachteiligter Gruppen) zu erlangen.
Eine  winzig kleine Maßnahme im Zusammenhang des Gender Mainstreaming, die im den Alltag bereits weitestgehend Einzug gefunden hat, wäre die Verwendung des Anhängsels „Innen“ an traditionell nur in männlicher Form verwendeter Begriffe.

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Öffentlichkeit

„Öffentlichkeit bezeichnet im weitesten Sinne die Gesamtheit aller Umstände, die für die Bildung der öffentlichen Meinung von Bedeutung sind“ sowie „die Gesamtheit der potentiell an einem Geschehen teilnehmenden Personen“ (http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffentlichkeit, 10.06.08).
Wenn man von der Öffentlichkeit spricht, darf man nicht vergessen, dass es mehr als nur eine Öffentlichkeit gibt. Meistens wendet man sich nur an bestimmte Teilöffentlichkeiten, denn neben den an einem Geschehen teilnehmenden Personen gibt es auch noch jene, die nicht oder nur teilweise daran teilhaben.
Innere Öffentlichkeiten sind geschlossenere Gruppen, die über ein Maß an speziellen Informationen verfügen, die den äußeren Öffentlichkeiten nicht zugänglich sind.
Wenn ich Informationen einer Öffentlichkeit zugänglich machen möchte, muss ich immer bedenken, über welches Kommunikationsmedium ich welche Öffentlichkeiten erreichen kann.
Der Öffentlichkeit kann sich auch noch die Gegenöffentlichkeit entgegenstellen. Die Gegenöffentlichkeit geht davon aus, dass die Öffentlichkeit nicht über alle oder über falsche Informationen über ein Geschehen verfügt. Sie veröffentlicht nun die ihrer Meinung nach fehlenden Informationen oder bringt die Wahrheit ans Licht.

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Feminismus

Der Feminismus ist eine politische Bewegung, die sich ab dem späten 19. Jhdt. entwickelte. Ihr Ziel ist es, die soziale Gleichberechtigung und Gleichstellung von Frauen gegenüber Männern in allen Lebensbereichen zu verwirklichen. Dafür ist eine Veränderung der ganzen abendländischen, patriarchalischen Gesellschaft unbedingt notwendig. Feministische Theorien in Wissenschaft und Forschung (vor allem in den Gesellschaftswissenschaften) verfolgen die Aufgabe, die Rolle und die Leistungen weiblicher ProtagonistInnen von ihrer bisherigen Ausblendung zu befreien. Der Feminismus hat sich im Laufe der Zeit in unterschiedlichste Strömungen und Paradigmen aufgegliedert wie Radikalfeminismus (Gleichheitsfeminismus), Dekonstruktivistischer Feminismus / Postfeminismus, Psychoanalytisch orientierter Feminismus, Marxistischer Feminismus und Freudomarxistischer Feminismus, Materialistischer Feminismus, Autonome Feministinnen, Anarchistischer Feminismus, Differenzfeminismus (wieder gesplittet in Gynozentrischer Feminismus, Kultureller Feminismus, Magischer (esoterischer) Feminismus), Individualfeminismus, Militanter Feminismus.
Der Feminismus hat viele Kontroversen und Kritik aufgeworfen (Eurozentrismus, Verlust der Weiblichkeit, Orientierung und Reproduktion patriarchaler Strukturen).

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Politische Kulturarbeit

Kulturarbeit alleine steht lediglich dafür, Kulturproduktion zu ermöglichen. Sei es durch Ausstellungen, Ausschreibungen, Veranstaltungen, Diskussionsforen, Auftragsarbeiten, …
Politische Kulturarbeit bezeichnet im Falle von Kulturinitiativen oder kulturschaffenden Einzelpersonen und Gruppen all jene Bereiche, in denen man Einfuß auf die Kulturpolitik nimmt. Die Einflußnahme kann im Bereich der Fördergeldvergabe, im Dialog mit Behörden und Politikern, in der Kommunikation über Medien und in der Stellungnahme zu kulturpolitischen Themen stattfinden. Auch speziellere Formen der kulturpolitischen Agitation gehören zur politischen Kulturarbeit: Organisation von Kundgebungen, Strassentheater, Zeitungsartikel, Protestaktionen, Podiumsdiskussionen, Flugblätter,  und hunderte andere Kommunikationsformen, die Themen der politischen Kulturarbeit transportieren können. Kulturschaffende sind besonders gefordert, politische Kulturarbeit zu betreiben, um der herrschenden Kulturpolitik etwas entgegensetzen zu können, unabhängig von Politik und Wirtschaft agieren zu können und die eigenen Standpunke und Ansichten vertreten zu können.

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Kulturpolitik

Der Begriff Kulturpolitik umfasst das Handeln eines Staates im Bereich der Kunst, Kultur, Bildung sowie Wissenschaft und Religion. Die Akteure der Kulturpolitik sind nicht nur PolitikerInnen sondern auch Vereine, Stiftungen, Privatpersonen und KünstlerInnen.
In Österreich gibt es zur Zeit wieder ein eigenes Ministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, also eine eigene politische Institution für den Bereich der Kulturpolitik.
Die Kulturpolitik beeinflusst durch ihre Macht über staatliche Gelder für Kulturaktivitäten, maßgeblich die Kunst- und Kulturturproduktion eines Landes. Eine ihrer Hauptaufgaben ist daher auch die Kulturförderung. Welche Kultur dabei als förderungswürdig angesehen wird, liegt dabei teilweise in den Händen einzelner Beamter oder PolitikerInnen, teilweise auch in den Händen von Kulturbeiräten, die in Fördersitzungen Kulturbudgets unter Institutionen verteilen. Gefördert werden kulturelle Institutionen wie Galerien, Museen und Theaterhäuser sowie Kulturschaffende Einzelpersonen (KünstlerInnen, SchriftstellerInnen) und Kulturvereine.
Die Kulturpolitik wird von Staaten auch oft als Export- und Repräsentationsgut nach außen verwendet. Dieses Kulturbild im Ausland verzerrt dabei aber oft die kulturelle Wirklichkeit, da viele kulturelle Minderheiten (Subkulturen) dadurch untergehen.

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Event-, Spektakelkultur

aus dem Englischen: Ereignis; Spektakel
Das kaum mehr gebräuchliche Wort Spektakel (meist nur noch als Adjektiv in Form von spektakulär verwendet) kommt mir meistens nur noch im Zusammenhang mit Zirkus, Artisten, Manege und Kunststücke in den Sinn, also mit einer aussterbenden Art von Veranstaltungen.
Eventkultur ist für den Großteil aller (ehrenamtlichen) AktivistInnen im freien und initiativen Kulturbereich zu einem der Reiz- und Unworte schlechthin geworden. Sobald irgendwo das Wort Event erklingt, läuten gleichzeitig alle Alarmglocken in den Gehirnen der freien Szene. Es manifestieren sich Bilder von Veranstaltungen enormer Größe, Menschenmassen, durch und durch professionell organisiert, an der Gewinnmaximierung orientiert. Das Event ist ein Produkt, das gewinnbringend verkauft wird, teilweise auch unter dem Deckmantel einer Kulturveranstaltung.
Der modernen marktwirtschaftlich orientierten Politik gefällt das Event natürlich, da es sich dabei um einen boomenden Wirtschaftszweig handelt, der Arbeitsplätze schafft und Steuergelder erwirtschaftet, und nicht wie die traditionellen Kulturbetriebe (hier meine ich Theater, Museum, Oper usw.) oder die freien Kulturinitiativen immer nach mehr Steuergeldern für die Kultur rufen. Deshalb werden auch Ausbildungen im Bereich der Creative Industries durch Fachhochschullehrgänge, Wifikurse und ähnliches gefördert, wodurch immer mehr Generationen von EventmanagerInnen mit Kompetenz und wirtschaftlicher Ausbildung geboren werden. Einem erfolgreichen Eventmanager mit Monopolgelüsten vom Schlage eines Muff Soppers täte allerdings ein wenig gesunde Konkurrenz sicher auch nicht schlecht!
Ein Event sollte bis ins kleinste perfekt organisiert sein: ein totales rundum Programm für möglichst die ganze Familie wäre das erstrebenswerte Ziel. Vom Catering, Merchandising, Ticketverkauf über Nebenevents, Parties, Funparks bishin zu den Toiletten: alles muss vorhanden sein, Gewinn bringen und dabei den BesucherInnen Spaß machen. Wenn möglich braucht man auch mit „outsourcing“ nicht zu sparen, dabei kann man ja wieder ein wenig mehr absahnen. die kommerzielle Ausschlachtung prägt eben das Event, eine große PR- und Werbemaschinerie
Die traditionellen Begleitungen zum Wort Event finden sich meist in der Steigerungsform wieder, die daraufhin vom Superlativ übertroffen wird: größer, schneller, besser, greller, spannender als je zuvor, das Neueste und Spannendste zur Zeit!
Als passendes Beispiel für ein Event der „Superlative“ sei zur Zeit die Fußball Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz genannt. Das Hauptereignis dieses Events ist ein sportlicher Wettkampf in Turnierform. Doch erst das komplette Unterhaltungspaket mit Fanzonen, Catering, Parties, Konzerten, Ausstellungen und vielem mehr macht daraus ein großes Spektakel.

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Repräsentationskultur

Bei einer Präsentation wird etwas hergezeigt. Bei der Repräsentationskultur soll die Kultur als Herzeigeobjekt dienen, als Zeichen des kulturellen Schaffens und Leistungsvermögens.
Kultur wird schon seit Menschengedenken für Repräsentationszwecke verwendet. Vor allem Staatskonstrukte verwendeten und verwenden noch immer Kultur zur Repräsentation, sei es in der Architektur durch Repräsentationsbauten oder in der Kunst durch vorherrschende oder staatlich geförderte Kunstformen. Vor allem in totalitären Staatssystem gab es von oben herab verordnete geltende Kunstströmungen, wie der Barock im Absolutismus des 17. Jahrhunderts oder der Sozialistische Realismus. Kunst und Kultur wird für Repräsentationszwecke gegenüber anderen Staaten verwendet. Hier galt die Repräsentationskultur als die echte, die wahre Kultur, kulturelle Strömungen außerhalb der staatlich als korrekt bezeichneten, wurden sogar verboten und verfolgt, wie bei der sogenannten „entarteten“ Kunst im Nationalsozialistischen Deutschland geschehen.
Die Repräsentationskultur wird auch oftmals mit der sogenannten Hochkultur gleichgesetzt. Hochkultur ist aber auch die Kultur der oberen Gesellschaftsschichten und der Eliten.
Im heutigen Österreich zählen zur Repräsentationskultur: die Wiener Sängerknaben, die Wiener Philharmoniker, die Spanische Hofreitschule, die Albertina, die Staatsoper und eine Vielzahl an berühmten Theaterhäusern und Museen.
Nicht nur Staatsgebilde, sondern auch Gesellschaftsschichten können ihre eigene Repräsentationskultur entwickeln. Klassische Musik in eher gehobeneren Schichten gegenüber volkstümlicher Schlagerparade bei der ländlichen Bevölkerung wäre ein grobes Beispiel, wie Kultur repräsentativ für Bevölkerungsschichten sein kann.

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Initiative Kulturarbeit

Mit diesem Begriff sollte ich als aktive Person in einer Kulturinitiative natürlich am besten umgehen können, doch wie bei vielen Begriffen auf unserer umfangreichen Liste, verwendet man die Begriffe zwar oft im Alltag, ohne aber über ihre genauere Bedeutung tiefer nachzudenken.
Eigentlich handelt es sich hierbei ja um zwei Begriffe, die beide mit meiner Arbeit als haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter in einer Kulturinitiative eng verbunden sind.
Zum Einen steht da der Begriff Kulturarbeit, zu dem ja die Kupf zur Zeit eine eigene Kampagne organisiert: „Kulturarbeit ist Arbeit“.
Kulturarbeit ist harte Arbeit. Von außen oft nur als Hobby oder Spinnerei einzelner wahrgenommen, stecken dahinter Stunden an Stunden an Planung, Organisation, Aufbau, Werbung und vieler anderer Tätigkeiten von Haupt- und viel öfter Ehrenamtlichen KulturarbeiterInnen.
Der Zweite Begriff ist die Initiative. Darin steckt: die Initiative ergreifen, nicht darauf warten das Kultur einem vorgesetzt wird, selbst das Heft in die Hand nehmen, Konzerte organisieren, Lesungen veranstalten, Ausstellungen organisieren oder ähnliches.
Initiative Kulturarbeit hat keinen politischen Auftrag, Kultur zu organisieren, sie wird durch eigenem Antrieb aktiv und versucht ihre eigenen Interessen einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Die Grenzen und Bereiche, in denen initiative Kulturarbeit agiert, kann sie sich weitgehend selbst setzen, sie ist meist unabhängig und selbstbestimmt. Durch diese Freiheiten ist initiative Kulturarbeit auch oft innovative Kulturarbeit. Strömungen aus dem „underground“, abseits der Repräsentationskultur, werden leichter aufgegriffen und unterstützt, neue KünstlerInnen schneller entdeckt und gefördert. Leider aber auch aus finanziellen Gründen, da initiative Kulturarbeit natürlich nicht über das Kulturbudget eines Staates oder einer wirtschaftlich organisierten Eventmanagement Firma verfügt.
Initiative Kulturarbeit ist zusammenfassbar: aktiv, unabhängig, innovativ, selbständig…
Eine durch und durch gute Sache also, nicht wahr?

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