Postkolonialismus

Postkolonialistische Denkweisen und Theorien entwickelten sich Mitte des 20. Jahrhunderts, also nach Ende der Kolonialzeit und untersuchen Kultur Identität der Kolonialzeit sowie der Zeit danach. Besonders beachtet wird hier der „Kulturkonflikt der Kolonisierten“ und der ehemaligen Kolonialmacht.
Bei den Kolonisierungen an sich fanden immer „gewaltförmige Kulturkontakte“ statt. Was heißt, dass die „Eroberer“ ihre Kultur einer anderen aufzwingen um dort zu herrschen. Dies geschieht durch militärische Aktionen genauso wie durch die Macht der Sprache. Ein weiterer Aspekt ist hier die Angleichung und Aufzwingung der (vorwiegend) europäischen Religion und Rechtsprechung. So zerstörten viele christliche Missionare traditionelle, kulturspezifische Schriften, Bilder und Artefakte der ansässigen Kulturen.
Nach Ende des zweiten Weltkrieges erlangten nach und nach die Kolonien ihre „Eigenständigkeit“ zurück. Dieser „Rückweg“ zur eigenen Kultur und Identität ist ein sehr schwieriger Akt der Selbstfindung, wurden doch die örtlichen Traditionen so lange von „westlichen“ Mächten geprägt.
Ein weiter Aspekt des Postkolonialismus beschäftigt sich mit der Tatsache, dass über die Jahrhunderte hinweg die Kolonialisierung auch Spuren bei den kolonisierenden Kulturen hinterlassen hat. In den USA beschäftigen sich seit den 90er Jahren kritische Denkweisen mit dem Begriff „Critical Whiteeness“.

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Hegemonie

„Unter Hegemonie (altgriech: hegemon – Führer) versteht man die Vorherrschaft bzw. die Überlegenheit einer Institution, eines Staates, einer Organisation oder eines ähnlichen Akteurs in politischer, militärischer, wirtschaftlicher, religiöser und kultureller Hinsicht. Gegenüber einem Hegemon (der Ausübende) haben anderer Akteure nur eingeschränkte Möglichkeiten, ihre eigenen Interessen durchzusetzen“ – Wikipedia
Ich hab diesen Begriff gewählt, da ich es – bevor ich zur Akademie Kulturarbeit kam – zugegebenermaßen nicht einmal kannte.
Hegemonische Systeme und Kulturen aus Geschichte allerdings schon: Sparta, Rom oder Theben wären als historische Beispiele anzuführen, die USA eventuell als aktuelles Beispiel im Sinne ihrer weltpolitischen Vormachtstellung.
Antonio Gramci hat sich in diesem Zusammenhang mit dem Leninismus, Stalinismus und dem italienischen Faschismus auseinandergesetzt und in den 20er Jahren eine marxistische
Theorie über die Verhältnisse von politischer Macht und Hegemonie erstellt. Nach Gramci wird Hegemonie als „Typus von Herrschaft benannt, der im Wesentlichen auf der Fähigkeit basiert, eigene Interessen als gesellschaftliche Allgemeininteressen zu definieren und durchzusetzen“. Gramci bezeichnet den Ort wo die Auseinandersetzung um Hegemonie passiert „Zivilgesellschaf“. Die Auseinandersetzungen in seinen Theorien führten zu einem Konzept eines Kampfes um die „kulturelle Hegemonie“. Er meint, dass erst der Gewinn dieses Kampfes, also das Erlangen der kulturellen Hegemonie zu einer politischen Vorherrschaft führen kann. Diese kulturelle Hegemonie greift nach Gramci sehr stark in unsere Alltagskultur, in die Folklore aber auch den Aberglauben.

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Performanz und Kompetenz

In der Sprachtheorie von Chomsky beizeichnet Performanz die individuelle Sprachverwendung (performance) wogegen Kompetenz in der Sprachtheorie die allgemeine Sprachfähigkeit (competence) umreißt.
Kompetenz bezeichnet das was wir wissen und wofür wir sprachlich kompetent sind, damit sind das grammatische Wissen oder auch die Kenntnis von Wörtern und Registern gemeint. Die Durchführung und individuelle Ausführung dessen gilt hingegen als Performanz, also zu verstehen als die tatsächliche Verwendung der Sprache.
Wird die Performanz durch verschiedene Faktoren gestört, so kann es sein, dass das Gesagte unvollständig oder „falsch verstanden“ wird. So sollte nicht aufgrund der Performanz auf die Kompetenz des Sprechers oder der Sprecherin geschlossen werden.
Neuere Theorien (z.B. von Hymes oder von Coseriu) wenden sich etwas gegen diese Ausführungen. Es wird hier zwischen linguistischer Kompetenz und kommunikativer Kompetenz unterschieden. Ersteres nennt die Fähigkeit grammatisch korrekte Sätze zu bilden, und letzteres sich in verschiedenen Situationen unterschiedlich zu verständigen.
Der linguistischen und kommunikativen Kompetenz entsprechen somit die linguistische Performanz, in der die korrekte grammatische Äußerung im Vordergrund steht und die kommunikative Performanz, was die angemessene, korrekte Verwendung von Äußerungen in den verschiedenen Situationen beschreibt.

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Provokation

Und wieder ein Wort aus dem Lateinischen: provocare – hervorrufen. In der Römischen Antike verstand man unter der „Provocatio“ das Recht jedes römischen Bürgers, der von einem Beamten zum Tod (oder zu einer Prügelstrafe) verurteilt wurde, bei der Volksversammlung Berufung gegen das Urteil einzulegen.
Grundsätzlich versteht man heute unter Provokation ein bewusstes Reizen, das natürlich eine (meist heftige) Reaktion hervorrufen soll.
In der initiativen Kulturarbeit ist die Provokation gewissermaßen als Werkzeug nicht wegzudenken, da hier die Möglichkeit besteht immer wieder mit kleinen spitzen Stichen aufzurütteln und somit Diskussion und Kommunikation verstärken.
Ergänzend möchte ich hier noch bemerken, dass Provokation auch als ein Begriff in der Medizin, im staatsrechtlichen sowie im militärischen Sinne verwendet wird.

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Zensur

Die Zensur ist ein Werkzeug von Organisationen, Öffentlichkeiten, Medien oder auch von Staaten die durch Medien und oder Kunst vermittelten Inhalte zu kontrollieren. Dies geschieht um entweder unerwünschte Meinungsbildungen zu verhindern oder auch um zu verhindern dass „unerwünschte beziehungsweise Gesetzen zuwiderlaufende Inhalte“ veröffentlicht werden.
Zensur soll sich aber nicht nur als Unterdrückung von Informationen verstehen, sondern auch zum Beispiel zum Schutz der Jugend. Hier sind der Entwicklung von Kindern schadende Filme, Bücher oder Spiele mit Darstellungen extremer Gewalt oder menschenverachtender Sexualität im Sinne des Jugendschutzgesetzes gemeint.

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Öffentlichkeiten

„Öffentlichkeit bezeichnet im weitesten Sinne die Gesamtheit aller Umstände, die für dieBildung der öffentlichen Meinung von Bedeutung sind.“
Zurück ins alte Griechenland: Öffentlichkeit (polis) war damals nur dem freien Bürger vorbehalten. Arbeitende Menschen schloss man aus der polis aus, denn nach ihrer Ansicht waren diese nicht frei im Sinne von Handeln. Die freien Bürger jedoch konnte die Öffentlichkeit der Polis genießen, da sie sozusagen „privaten Angelegenheiten hinter sich lassen“ konnten.
Heute gibt es viele verschiedene Öffentlichkeiten und seit Jürgen Habermas und dem ihm gegenüberzustellenden Niklas Luhmann einen wahren Boom an veröffentlichten Theorien. Habermas beschreibt die Öffentlichkeit in modernen demokratischen Gesellschaften als ein Netzwerk für die Kommunikation von Meinungen, wohingegen Niklas Luhmann die Öffentlichkeit als ein Beobachtungssystem der Gesellschaft sieht.
Oft spricht man als grundsätzliche Unterscheidung von innerer Öffentlichkeit und von äußerer Öffentlichkeit. Ersteres verwendet man im Zusammenhang mit größeren Gruppen, Vereinen oder Unternehmen. Die äußere und die innere Öffentlichkeit folgen den gleichen Gesetzmäßigkeiten und Grundmustern.
Besonders interessant wird als Kontrapunkt hier der Bergriff der Gegenöffentlichkeit. Diese entstehen meist schnell und verstehen sich oft als Delegitimierung der herrschenden Öffentlichkeit. Gegenöffentlichkeiten vermitteln sich selbst oft über Kleidung, Musik, Kunst, der Verunstaltung von Werbe- oder Wahlplakaten oder über Graffiti, das bedeutet für mich aber auch, dass sich Gegenöffentlichkeiten nicht über spezielle (Massen)-Medien vermitteln müssen um ihre emanzipatorischen Ziele verfolgen zu können.

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Repräsentationskultur

Größer, höher, schneller, breiter… und immer ein bisschen besser als die „Anderen“. Repräsentationskultur scheint sich immer auf Vergleiche mit anderen entwickelt zu haben. Sei es in den vergangenen Jahrhunderten, wo Paläste, Palais oder prunkvolle Parks gleichermaßen Kultur und Reichtum demonstrieren sollten, und so auch eine gewisse Machtdemonstration aufwiesen, oder „heute“ wo sich jede Gemeinde, jede Stadt und jeder Staat gleichermaßen gerne mit repräsentativen Gebäuden, großen Events und publikumswirksamen Veranstaltungen schmückt.
Einerseits bedient die Repräsentationskultur wohl eine gewisse Elite – kulturell interessiert zu sein und bei repräsentativen Veranstaltungen gesehen zu werden ist schick und bedeutet für viele einen gesellschaftlichen Mehrwert – . Andererseits mag es auch einen eher touristischen Markt bedienen und zugegebener Maßen in lukrativer Weise legitimieren

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Partizipation

In der Wissenschaft wird der Begriff Partizipation in drei verschiedenen Richtungen verwendet. In der Soziologie, in der Pädagogik und in der Politikwissenschaft. Bei Ersterem (laut wiki) bedeutet Partizipation „die Einbindung von Individuen und Organisationen in Entscheidungs- und Willensbildungsprozessen. Dies gilt im Allgemeinen als wünschenswert, steigert es doch oft die Effektivität von Prozessen, oder führt zu schnellerer Engscheidungsfindung. Partizipation tritt hier in verschiedenen Formen auf, wie in Bürgerbeteiligung, Interessensverbänden oder politischen Parteien
In der Pädagogik hingegen versteht sich Partizipation als „Einbindung von Kindern und Jugendlichen bei Entscheidungsprozessen“. So können gemeinsam Regeln ausgearbeitet werden.
Die politische Partizipationen werden in konventionelle – also verfasste, im Gesetz verankerte und geregelte – Formen und in unkonventionelle (nicht verfasste) Formen unterteilt.
Grundsätzlich versteht man darunter die „Verhaltensweisen von Bürgern, die allein oder in einer Gruppe freiwillig Einfluss auf politische Entscheidungen auf allen Ebenen des politischen Systems ausüben wollen“.

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Gender

Na toll, ich hab diese ersten paar Worte geschrieben und das Wort das mein Computer gleich nicht kennt und ROT unterwellt ist: Gender. Ich kann’s ihm nicht verübeln. Hat ihm auch keiner beigebracht.
Also hier ein kurzer kleiner durchwegs aus Wiki und Metzler übernommener Erklärungsversuch: Das Wort hat im Deutschen kein direktes Äquivalent und könnte annähernd mit sozialem Geschlecht übersetzt werden. Ein weiterer Definitionsversuch wäre, dass damit die gesellschaftlichen, kulturellen, und sozial geprägten Geschlechterrollen vom Frauen und Männern bezeichnet werden. Dem zu folge sind diese – anders als das biologische Geschlecht – erlernt und damit auch veränderbar.
Nun, mein Computer hat’s kapiert. Ich probier jetzt ob ich das meinem Ehemann auch beibringen kann!?! Wird schwieriger. Gender oder Gender Mainsstreaming ist hier (Aigenfließen – gleich nach dem dritten Miststock links) nicht sehr gebräuchlich. Eine Genderanalyse für einen Betrieb? Ach du liebe Zeit für was braucht man das denn?
Gleichstellungsorientierte Politik oder Gleichstellungspolitik braucht man(n) auch nicht. Es opasst ja eh alles so wie es ist!?!
Wahrnehmungen sind verschieden und – zum Glück auch veränderbar! Ich werds versuchen!

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Feminismus

Feminismus ist die Bezeichnung für die Theorie der Frauenbewegung und für die gesellschaftliche Dominanz der Männer gerichtete Bewegung, für die Gleichberechtigung der Frauen. Zu einer breiten, gesellschaftlichen Bewegung wurde der Feminismus Ende der sechziger Jahre. Unter Feminismus im weiteren Sinne werden Freiheits- und Gleichheitsbestrebungen von Frauen, das Vertreten ihrer Interessen und Recht, verstanden.
Der Ausdruck wurde bis in die 70er Jahre hinein in deutschen Wörterbüchern nur in der Bedeutung von „Verweichlichung“ oder „Verweiblichung des Mannes“ geführt.

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Politische Kulturarbeit

Hab ich doch gestern erst bei der Vorstandssitzung gehört: „…und wir müssen wieder kulturpolitisch aktiver werden!“ Eben. Nicht leicht aber unverzichtbar. Immer mit nicht lauter werdender Stimme zur Auseinandersetzung mit Kultur, mit sozialen Themen aufrufen. Raum geben für Diskussion, und oder Reflexionsarbeit in und mit der Gesellschaft leisten. (implizierte polit. Kulturarbeit).
Explizite Politische Kulturarbeit umreißt künstlerische Methoden, die den öffentlichen Raum als Bühne besetzen. Reclaim the Streets! (Rainer von Vielen: Sheila tanz deine Revolution!!). Der Hedonistische Gedanke steht ganz vorne. In Österreich wird’s dies wohl immer in abgeschwächteren Formen geben: Ösi-Varianten als angemeldete Veranstaltungen!!

Kulturpolitik

Wikipedia bezeichnet Kulturpolitik (in einem engeren Verständnis) alles Handeln eines Staates im Bereich der Kunst (bildende, darstellende Kunst, Musik, Literatur).. In einem weiteren Verständnis umfasst Kulturpolitik jegliche Form gesellschaftlicher Beziehungen.

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Eventkultur

Der, das Event bedeutet soviel wie (öffentliches) Ereignis, Veranstaltung auf jeden Fall verbunden mit Erlebnisqualität. Das Wort an sich eist ein Lehnwort aus dem Englischen (event) und hat sich als Begriff für Veranstaltungen in unserer Erlebnisgesellschaft etabliert in der jede Betriebsfeier, jede Verkaufsmesse und jede Party als Megaevent bezeichnet wird.
Die Eventkultur stellt eine Kultur der inszenierten Ereignisse dar, die nach medialer Verbreitung verlangen (es scheint als sei es der Versuch, Euphorie zu steigern) und kommt irgendwie einer kollektiven Anstrengung nahe, die „Realität“, die „wirkliche Welt“ oder irgendwie das „Unglück“ auszuschließen.

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Initiative Kulturarbeit

„Wir müssen aufstehen und etwas tun Für alle die sind und noch nach uns kommen!
Wir sind hoffentlich nicht die letzte Generation, die nur warten darf, was kommt oder vergeht.“ (2003 Patrizia Breiteck – Breit.eck) Aufgreifen, zum Thema machen, aufrütteln, wachrütteln, vermitteln, unterhalten, bewegen, aufstehen und etwas tun. So hat sich für mich initiative Kulturarbeit in den letzten eineinhalb
Jahren im Röda vermittelt.
Initiativ werden, um im gemeinnützigen Sinne, ohne dabei auf Gewinn aus zu sein, ein Haus für Menschen zu bespielen und dort weiter Möglichkeiten für uns und für andere schaffen aktiv das Kulturgeschehen in Steyr mitzugestalten.