Postkolonialistische Denkweisen und Theorien entwickelten sich Mitte des 20. Jahrhunderts, also nach Ende der Kolonialzeit und untersuchen Kultur Identität der Kolonialzeit sowie der Zeit danach. Besonders beachtet wird hier der „Kulturkonflikt der Kolonisierten“ und der ehemaligen Kolonialmacht.
Bei den Kolonisierungen an sich fanden immer „gewaltförmige Kulturkontakte“ statt. Was heißt, dass die „Eroberer“ ihre Kultur einer anderen aufzwingen um dort zu herrschen. Dies geschieht durch militärische Aktionen genauso wie durch die Macht der Sprache. Ein weiterer Aspekt ist hier die Angleichung und Aufzwingung der (vorwiegend) europäischen Religion und Rechtsprechung. So zerstörten viele christliche Missionare traditionelle, kulturspezifische Schriften, Bilder und Artefakte der ansässigen Kulturen.
Nach Ende des zweiten Weltkrieges erlangten nach und nach die Kolonien ihre „Eigenständigkeit“ zurück. Dieser „Rückweg“ zur eigenen Kultur und Identität ist ein sehr schwieriger Akt der Selbstfindung, wurden doch die örtlichen Traditionen so lange von „westlichen“ Mächten geprägt.
Ein weiter Aspekt des Postkolonialismus beschäftigt sich mit der Tatsache, dass über die Jahrhunderte hinweg die Kolonialisierung auch Spuren bei den kolonisierenden Kulturen hinterlassen hat. In den USA beschäftigen sich seit den 90er Jahren kritische Denkweisen mit dem Begriff „Critical Whiteeness“.