Performanz

Performance (engl.) Verrichtung, Ausführung, Leistung, Aufführung, Vorstellung, Vortrag. (Langenscheidts Schulwörterbuch, S.223)

Im Gegensatz zu einem künstlerischen Performance-Begriff steht der Begriff im Alltag für das tatsächliche oder scheinbare „leben“ eines Bündels von Rollen durch ein Individuum. Dieses Leben seiner selbst soll Individualität und Identität Richtung Umwelt und Mitmenschen kommunizieren.
Eine „gute“ Performance kann über Sympathie und Erfolg einer Mission, Aufgabe oder Prüfung entscheiden. Es geht um das „richtige“ Auftreten und darum, den Schein wahren zu können, genau zu wissen, was zu tun ist und dass man die Situation fest im Griff hat. Die Performance ist ebenso punktuell in der Zeitleiste wie der Auftritt eines/einer SchauspielerIn, der/die die Emotionen zu vermitteln mag, die gewünscht werden. Bei Vortragenden und SprecherInnen wissen wir, dass nur ein kleiner Teil, die Spitze des Eisbergs, vom Inhalt des Gesagten ausschlaggebend sein kann. Viel mehr Aufmerksamkeit fließt in die Beobachtung, wie dieser jemand angezogen ist, wie die Körpersprache und der Blickkontakt sind und welches Sprechtempo und Stimmtimbre der er/sie hat. Performance ist die Verdichtung all dessen. Wer dieses „Spiel“ beherrscht bzw. die Skills dazu verinnerlicht hat, kann viel erreichen. Wenn sich der/die PerformerIn über das eigene Vermögen, das Charisma bewusst ist, können sich plötzlich viele Türen öffen. Es muss nur mehr das richtige Podium und das dazu passende Publikum gefunden bzw. gewählt werden.
In der bildenden Kunst spielt die Performance auch eine wichtige Rolle. Sie ist gar eine eigene Kunstsparte in der versucht wird mit dem eigenen Körper Bilder Emotionen, Muster und Geschichten darzustellen. Keine einfache Aufgabe, aber wenn es gelingt wunderbar. Bei Performances ist der Grad schmal an dem es in die Peinlichkeit kippen kann und das ist dann meist auf beiden Seiten.

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Ritual

ritus (lat.), Religiöse Vorschrift, Zeremonie, Brauch, Sitte, Gewohnheit, … nach Art von, … (Stowasser S.447)

Das Ritual begleitet den Menschen bereits über Jahrtausende, vor allem in religiöser und mythologischer Hinsicht. Der Begriff Ritual umschreibt eine Handlung, die mit großer Regelmäßigkeit des Auftretens in gleichen Situationen mit immer gleichem Ablauf vollzogen wird. Das Ritual diente zu Beginn der Ehrung und Huldigung eines Gottes oder sollte Erfolg und Glück über eine Jagdhandlung, eine Mission oder die Familie bringen; kurzum in Lebensituationen bei denen Menschen unsicher sind und auf einen guten Ausgang hoffen. Oftmals steckt hinter dem Ritual eine traditionelle Handlung, deren ursprünglicher Sinn längst verloren gegangen ist und dem das Ritual praktizierenden Menschen gar nicht mehr bewusst ist. Beim Versuch das „Schicksal“ gewogen zu stimmen, greift der Mensch nach wie vor gern zu Ritualen, die Erfolg versprechend scheinen. Rituale sind mitunter auch traditionell festgefahren, wie zum Beispiel der Glöcklerlauf im Salzkammergut. Ursprünglich gedacht um die bösen langen Winterabende auszutreiben die Sonne und damit den Frühling zurück ins Land zu holen, vollführen die Glöckler auch heute noch die gleichen Figuren und Rituale um dies zu gewährleisten, obwohl wir bereits wissen, daß es ohnehin wieder längere Tage geben wird. Natürlich ist uns in diesem Fall klar, dass es sich um ein weitergeführtes Ritual handelt, das wider besseren Wissens vollführt wird. Den Menschen  gefällt´s und ein Hauch von Tradition und Geschichte lebt auf, um den Tourismus zu beleben und den Verkauf von Glühmost zu erhöhen. Aber Rituale stiften auch Identitäten und das ist wohl eines der wichtigsten Komponenten, warum solche veralteten Traditionen erhalten bleiben. Rituale geben dem der sie vollführt auch Sicherheit. Viele Menschen die von sich behaupten nicht abergläubisch zu sein, haben doch Rituale die sie vollziehen um sich gegenüber dem negativen das geschehen kann abzusichern. Und wenn sie noch so sinnentleert erscheinen mögen. Es kann beim Auftreten oder bei der Annäherung bestimmter Situationen „passieren“, dass Menschen ohne über Sinn und Funktion ihres Tuns nachzudenken, zum Ritual tendieren.

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Ware

Ware, Bezeichnung für die Ergebnisse menschlicher Produktionstätigkeit (Arbeit), die nicht zum Verbrauch durch die betreffende Produzenten, sondern die für Austausch- bzw. Kauf- und Verkaufsprozesse auf dem Markt bestimmt sind. Waren werden dadurch in erster Linie wegen ihres Tauschwertes (und nicht wegen ihres Gebrauchswertes für den Hersteller) produziert.(Karl-Heinz Hillmann, Wörterbuch der Soziologie S. 921) Zuerst wurden Waren gegen einander getauscht, weil jeder Produzent eine eigene Fähigkeit und ein eigenes Wissen um die Produktion einer Ware hatte. Außerdem ging es in der frühen Geschichte der Menschheit mehr um das Stillen der für das Leben bzw. Überleben notwendigen Bedürfnisse. Irgendwann mit dem sesshaft werden der Menschen erweiterte sich das Maß an Warenangeboten über das lebensnotwendige hinaus. Später im Altertum tauchte das Geld als Warenwert auf und im Zuge dessen auch die Anhäufung von Waren aus Prestigegründen. Durch die Fähigkeit des Menschen zur Weiterentwicklung und weil die Zahl der Menschen immer mehr zunahm und auch die Menge an Bedürfnisse wuchs, entstand die Idee zur Massenproduktion von Waren am Fließband. Ab nun stellte sich eine größere Dimension an Warenproduktion ein – die Massenware, bei der der Produzent nicht mehr in Einzelarbeit und in Handarbeit herstellte, sondern oft nur mehr einen Handgriff im ganzen Herstellungsprozess tätigte. Waren gibt es heute im Überfluß, für Bedürfnisse die über die Werbung erst erfunden und geweckt werden müssen. Waren sind mitunter Dinge, die erworben werden, um eine innere Leere, die ein Leben aus Pflichterfüllung und Zwängen in einem Menschen unserer Leistungsgesellschaft zurücklassen können. Mitlerweile hat sich aber auch der Begriff Ware enorm erweitert, es geht nicht mehr nur um Dinge, sondern auch um Handlungen, Erlebnisse und den Menschen selbst, der als Ware angeboten wird.

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Subkultur

Subkultur (lat.), „Unterkultur“ (Karl-Heinz Hillmann, Wörterbuch der Soziologie S.850)

Menschengruppen die ihre Interessen nicht dem Mainstreamgeschmack, -trend und -wertesystem der Gesellschaft unterordnen, sondern diese kollektiv eigenmächtig gestalten, werden von der Gesellschaft oft als Subkultur bezeichnet bzw. wahrgenommen.
Subkulturen sind also immer Teil und Produkt einer Gesamtgesellschaft, wandeln aber gewisse kulturelle Normen oder Werte ab oder kehren diese sogar um.
Subkulturen wird oft ein rebellisches, widerständiges Wesen attestiert, weil sie eben nicht mit dem Strom der Massen schwimmen, sondern das Bestreben haben, sich außerhalb davon zu bewegen. Das hat zur Folge, dass ab einem gewissen Grad der Abweichung Subkulturen von der Gesellschaft in eine Außenseiterposition gedrängt werden. Subkulturen werden mitunter aber auch als peripheres Phänomen vom Mainstream aufgesaugt und ins Zentrum gezogen (Grunge, Punk, HipHop…), um dort kommerziell verwertet zu werden. Mit dieser kommerziellen Verwertung gelangen aber auch ursprünglich verpönte Inhalte, Ästhetiken oder Lebensweisen in den Mainstream – oft in abgeschwächter Form – im Vergleich zu ihrem ursprünglichen entstehen in einer Subkultur.
Weiters tragen Subkulturen zu einer Pluralisierung der Gesellschaft bei. Sie verleihen dem Einzelnen ein höheres Maß an Identifikationsmöglichkeiten, weil sie die persönlich Lebenssituation und sozialen Daseinsbedingungen besser berücksichtigen kann. Ein Beispiel für eine Subkultur ist die Punkbewegung. Meist junge Menschen die es sich zum Ziel gesetzt haben, nicht erfolgsorientiert zu sein und sich dem Leistunsdruck der Gesellschaft zu widersetzen. In „Wahrheit“ setzt sich ein nicht geringer Teil  der Gesellschaft aus „Subkulturen“ zusammen. Bei manchen erstreckt sich die Teilhabe an solch einer Subkultur nur über die Jugendjahre, andere wiederrum bleiben aufgrund ihrer normabweichenden Gesinnungen, Interessen, Lebensumstände abseits der ausgetretenen Pfade der Gesellschaft. Menschen, die einer kulturellen, religiösen oder ethnischen Minderheit angehören, werden jedoch häufig von selbst auf ein gesellschaftliches subkulturelles Abstellgleis geschoben, weil die Angst vor dem Unbekannten bei der Mehrheit der Menschen zu groß ist und dadurch Schwellenängste unüberbrückbar werden können.

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Massenmedien

Massenmedien, Techniken der Verbreitung und Vervielfältigung von schriftlichen, bildlichen oder verbalen, musikalischen Aussagen für einen großen heterogenen, nicht genau bestimmbaren Adressantinnenkreis. (Karl-Heinz Hillmann, Wörterbuch der Soziologie S.530)

Medien an sich sind durchaus als Wege, Kanäle, Foren und Mittel zur Informationsweitergabe verstehbar. Massenmedien im weitesten Sinne sind also jene Systeme, die von einer sehr hohen Anzahl von Menschen genutzt werden können bzw. teilweise auch genütz werden müssen; das Internet oder das Fernsehen wäre Beispiel für ein solches Massenmedium. Im konkreten werden auch ganz spezifische Medien als Massenmedien verstanden – so wird etwa die Kronenzeitung, Österreichs auflagenstärkste und wohl auch mächtigste Printzeitung, als Massenmedium bezeichnet.
Massenmedien sind in modernen Gesellschaften wichtige Machtfaktoren, hauptsächlich in politischer Hinsicht als „Meinungsfabriken“ und Multiplikatoren bestimmter Standpunkte, aber auch in ökonomischer, sozialer oder kultureller Hinsicht. Massenmedien gelten trotz mangelnder demokratischer Legitimation oft als „die Öffentlichkeit“ und werden als solche von politischen Eliten ebenso gefürchtet wie vereinnahmt. In alternativ-kulturellen oder politisch-oppositionellen Zusammenhängen erzeugen Massenmedien oft den Druck zur Kreierung einer „Gegenöffentlichkeit“, etwa durch Schaffung und Nutzung von Alternativmedien; aber auch die bewusste Nutzung oder auch Verdrehung massenmedialer Systeme (Kommunikationsguerillia, Medienaktivismusm …) hat sich als oppositionelle und künstlerische Methode bewährt.
Strukturell sind die meisten konkreten Massenmedien (also Zeitungen, Rundfunkstationen, Produktionsgruppen, …) Konzerne oder konzernartige Gebilde, die in der Regel hauptsächlich nach ökonomischen Interessen arbeiten.

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Gegenöffentlichkeit

eine Gegenöffentlichkeit ist eine (zumindest versuchte) Öffentlichkeit, die unzufrieden ist mit den Themen oder Meinungen einer etablierten Öffentlichkeit und deswegen alternative Methoden zu entwickeln versucht, um sich Gehör zu verschaffen. Ein Beispiel ist die Homepage von Konrad Linhard, der eine der Homepage der Kulturhauptstadt 2009 ähnlich klingende Web-Adresse betreut, über die er anderen die Möglichkeit bietet, anonyme Kritik gegen 09 und andere stadtinterne Thematiken zu schreiben.
Gegenöffentlichkeit zeichnet sich nicht unbedingt durch die Quantität ihrer Indivuduuen aus, sondern durch ihr Entstehen als Reaktion auf eine bestehende Öffentlichkeit; sie scheint also ein Antagonismus zu einem bestehenden Mainstream zu sein. Sie unterscheidet sich immer inhaltlich von den Vorgaben der Öffentlichkeit,  oft aber auch strukturell. Internetforen wie „indymedia“ versuchen auch durch ihre offenen Zugangskanäle merkbare Unterschiede zu bestehender Öffentlichkeit zu schaffen.
Die Begriffe Öffentlichkeit/Gegenöffentlickeit sind oft an Medien gebunden: diese nehmen für sich in Anspruch, „die Öffentlichkeit“ zu repräsentieren (siehe Kronenzeitung) bzw. „eine Gegenöffentlichkeit“ zu schaffen (siehe Indymedia). Aber auch die NutzerInnen der Medien leiten ihr Bild von (Gegen-)Öffentlichkeit oft von vertrauten Medien ab.
Es gelingt aber auch, auf unorthodoxe Weise Gegenöffentlichkeit zu schaffen, durch Verhalten, Produzieren, Organisieren, … Ein interessantes Beispiel sind Public Enemy mit ihrer Etablierung von HipHop als „CNN der Schwarzen“ – hier gelang vorübergehend die Nutzung einer Szenekultur als politischen Medium zur Schaffung einer Gegenöffentlickeit.

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Öffentlichkeit

Öffentlichkeit: gesellschaftliche Verhältnisse, die die Herausbildung einer öffentlichen Meinung mit bestimmten Funktionen gegenüber den staatlichen Organisationen und im Prozess der politischen Willensbildung überhaupt ermöglichen. Öffentlichkeit als eigener, von der privaten wie staatlichen Sphäre geschiedener Bereich, lässt sich erst mit dem wirtschaftlich emanzipierten Bürgertum des 17. und 18. Jhd.s nachweisen. (Karl-Heinz Hillmann, Wörterbuch der Soziologie S.625)

Der Begriff Öffentlichkeit ist kontextabhängig. „Öffentlich machen“ heißt, eine Meinung, eine Begebenheit, eine Information in einem bestimmten Kontext möglichst offen und  zugänglich zu machen, damit auf diese Art und Weise das Kollektivbewusstsein gespeist werden kann. Als Öffentlichkeit bezeichnet werden all jene Dinge, die zur Bildung einer öffentlichen Meinung beitragen, aber auch die Gesamtheit der an einem bestimmten Geschehen teilhabenden Personen. Die Öffentlichkeit kann mitunter auch als Kampfzone bezeichnet werden, bei der es um die Aufmerksamkeit einer möglichst großen Menge an Menschen geht, die relevant ist um etwas zu bewegen. Masse ist oft genug Macht, und je mehr Menschen über etwas Bescheid wissen (oder dies glauben zu tun) und sich eine Meinung dazu gebildet haben, desto schwieriger wird es, dieses „Etwas“ unter den Tisch zu kehren (bzw. Falschinformationen richtig zu stellen). Wie bei dem Film „Wag the dog“ zu verfolgen war, kann ein an die Öffentlichkeit gelangter „Skandal“ oft nur durch ein anderes, emotional noch mitreißenderes Ereignis aus dem öffentlichen Diskurs gedrängt werden. D.h. indem die Aufmerksamkeit auf etwas Neues gelenkt wird, hat ein altes Ereignis die Chance, im kollektiven Gedächtnis abzusinken.
Bei Heinrich Bölls Buch „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ läßt sich gut nachlesen, was passieren kann, wenn eine Öffentlichkeit mit falschen Wahrheiten gefüttert wird und damit das Leben zweier Personen zerstört. Das bestärkt mich in der Annahme, daß Fähigkeit zur Beeinflussung der/einer Öffentlichkeit Macht bedeutet.

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Partizipation

Partizipation (lat.), „Teilnahme“, „Teilhabe“; (Karl-Heinz Hillmann, Wörterbuch der Soziologie S.654)

Partizipation bedeutet an etwas teil-zu-haben. Damit wird ein Eingebunden-sein von Personen/Individuen, in Institutionen, in Organisationen, in Prozesse und Projekte bezeichnet. Diese Partizipation kann in verschiedenen Intensitäten auftreten, von einer Identifikation mit etwas (ich gehe in meiner Teilhabe so weit auf, dass ich mein persönliches Leben und meine Bedürfnisse einem größeren Ganzen unterordne), bis hin zu einem einfachen mittragen, ermöglichen, mithelfen an etwas wie einem Projekt, das sehr wohl durch meine Persönlichkeit mit definiert werden kann und soll. Partizipation im politischen Sinne ist jedenfalls ein aktiver Akt, der den Willen zum Mitgestalten und -reden beinhaltet und, den Willen, nicht länger passiv zu sein und sich mit Gegebenheiten abfinden zu müssen. Weg vom hinterher-Trotten oder herum geschoben werden. Partizipation ist die Möglichkeit das Leben in einem größeren Zusammenhang mitzugestalten.

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Gender

gender: Genus, Geschlecht. (Langscheidts Schulwörterbuch S.134)

Der Begriff Gender meint das soziale Geschlecht eines Menschen d.h. die gesellschaftlichen Geschlechterrollen, die ein Mensch einnimmt und die Vorstellungen und  Erwartungen, wie Männer und Frauen sein sollen. Dabei werden alle Geschlechter in den Mittelpunkt gerückt, weil „Gleichstellung“ nicht nur ein Frauenproblem ist, sondern Männer und Frauen gleichermaßen betrifft und angeht. Genderaktivismus vertritt die Ansicht, dass nicht  die  Frauen sich anpassen müssen, sondern die Strukturen angepasst werden sollen, damit eine Gleichstellung überhaupt erreicht werden kann. Genderpolitik stellt Männer- und Frauenrollen in Frage, wodurch sich nicht nur für Frauen etwas ändert, sondern auch für Männer – sie werden zu Akteuren und selbst zu einer Zielgruppe. Gender richtet den Blick auf geschlechtsspezifische Strukturen, die so genannten Rollenmuster, in der Gesellschaft und zielt auf die Veränderung der Rahmenbedingungen und Strukturen – die Benachteiligungen hervorbringen. Gender versucht in allen Maßnahmen eine gleichstellungsorientierte Perspektive zu integrieren.
Ein interessantes Phänomen für Genderstrategien ist bei den Inuit zu beobachten: wenn bei einem Verband, zu wenig Männer für die Gewährleistung der Sicherheit und der Ernährung der Gruppe, zur Verfügung stehen. Wechseln heufig ältere Frau in die Rolle des Jägers und Erhalters einer Familie. Sie wohnen mit einer jüngeren Frau zusammen und versorgen sie und die Kinder mit Nahrung um das Bestehen der Gruppe zu sichern.

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Feminismus

Femina (lat.) Frau (Stowasser S.205)

Feminismus kämpft um die Gleichberechtigung der Frauen in allen Bereichen des Lebens und um die Aufhebung von Diskriminierung. Der Feminismus hat keinesfalls zum Ziel, sich der männlich geprägten und normierten Welt unterzuordenen – mit dem zweifelhaften Erfolg eventuell die „besseren Männer“ werden zu können – sondern erhofft durch ein bewußtes, parteiisches Eintreten für Frauen eine Gesellschaft jenseits des Patriarchats zu schaffen.  Die feministische Bewegung unterteilt sich im Groben zwischen a) dem Gleichheitsparadigma, d.h. dass Menschen als vernunftbegabte Wesen unterschiedslose Rechte und Zugangschancen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens  haben sollen; b) dem Differenzansatz, der zum Ziel hat, die spezifischen positiven Merkmale von Weiblichkeit hervorzuheben und zur Norm zu machen, um so eine gesellschaftliche Transformation zu erreichen die sich nicht mehr an männlichen Werten orientiert; und  c) dem Dekonstruktivismus, der besagt, daß das Geschlechtersystem ein kulturelles Produkt und eine Konstruktion ist, die durch ständige Interaktion und durch gesellschaftliche Strukturen hergestellt wird.

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Politische Kulturarbeit

Politische Kultur (engl. political culture)… Die politische Kultur wird über die polititische Sozialisation vermittelt. (Karl-Heinz Hillmann, Wörterbuch der Soziologie S. 673)

Arbeit, zielbewusste und brauchvermittelte Tätigkeit des Menschen zur Lösung oder Linderung seiner Überlebensprobleme;.. (Karl-Heinz Hillmann, Wörterbuch der Soziologie S.35)

Politische Kulturarbeit betreibt in unterschiedlichem Ausmaß Politik in ihrem kulturellem Erscheinen. Das kann im unmittelbarem Sinne politische Agitation sein, die die Kulturarbeit als Medium nutzt, als Vehikel zur Erreichung ihrer Ziele. Weiter gefasst kann der politische  Aspekt aber auch durch die indirekten Implikationen bestimmter kultarbeiterischer Praxen kommuniziert werden, etwas durch bestimmte Arbeitsweisen, Organisationsformen, Entscheidungsfindungsprozesse, kulturelle/künstlerische Ausdrucksformen, Veranstaltungspolitiken etc. ….
Politische Kulturarbeit im engeren Sinne wird auch von parteinahen Kulturvereinen betrieben – fast alle in Österreich vertretenen politischen Parteien haben ihnen nahestehende oder direkt angedockte Kulturveranstalter, die im Sinne der Partei Kulturarbeit betreiben. Im Kontext der freien Kulturarbeit steht politische Kulturarbeit aber oft gegenteilig für die Vermittlung politischer Inhalte/Praxen abseits traditioneller Parteipolitiken, für alternative Modelle gesellschaftlichen Umgangs und Organisation.
Politische Kulturarbeit heißt da Initiativen/Aktionen/Taten zu setzen oder einfach langfristiges Durchhaltevermögen zu beweisen, um damit politische Inhalte zu transportieren und zu vermitteln. Es geht um Anstöße zur Veränderung und/oder Auseinandersetzung mit der Gesellschaft. Ein aufmerksam machen auf gesellschaftliche Missstände und Ungerechtigkeiten mit kulturellen Mitteln. Das kann in Form von Konzerten, Veranstaltungen, Artikeln, Plakaten, Performances, Bildender Kunst, Theater und Film passieren. Beispiele: Maiz, Infoläden, Bock´mas

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Kulturpolitik

Kultur (lat.), ursprüngl.  „Ackerbau“, später allg. „Veredelung“, „Pflege“, „Vervollkommenung“(Karl-Heinz Hillmann, Wörterbuch der Soziologie S.460)

Politik (von Polis) die, 1) staatl. oder auf den Staat bezogenes Planen und Handeln; als Staats P. zur Verwirklichung der Staatszwecke (Macht, Frieden, Gerechtigkeit, Wohlfahrt, Kultur, u.a.) (Der Volksbrockhaus S. 631)

Kulturpolitik bedeutet die Beschäftigung mit Kultur auf politischer Ebene in all ihren Formen und Facetten. Das weite Feld der Kulturpolitik kann den Kampf eines kleinen Vereines um dessen Recht auf Plakatflächen im öffentlichen Raum genauso umfassen, wie die von der Kulturministerin in die Wege geleitete Nachbesetzung des Direktors/der Direktorin des Kunsthistorischen Museums in Wien. Kurz gesagt: Kulturpolitik ist das Schaffen, Bewahren oder Verändern von Rahmenbedingungen für Kultur in ideologischer, ästhetischer, ökonomischer, sozialer oder struktureller Hinsicht in einem gesellschaftlichen Kontext. Kulturpolitik wird von den traditionellen politischen Akteuren (Partei, Politikerinnen, Körperschaften,…) betrieben, aber auch von alternativen politischen Positionen, wie Szenen, Initiativen, Medien oder Einzelpersonen. Auch mächtige Institutionen (große Museen, Linz09-Gmbh,…) stellen de facto kulturpolitische Akteure dar, da sie durch ihr Verhalten kulturpolitische Rahmenbedingungen setzen und verändern.
Im Kleinen zielt Kulturpolitik oft auf eine alternative, auch gesellschaftlich verändernde oder bewahrende Funktion ab, im Großen bedeutet sie ein Abstecken der Rahmenbedingungen in denen Kultur sich bewegen soll bzw. darf. Es geht primär um die Macht, die Bedingungen innerhalb der Kultur bestimmen bzw. abstecken zu können und um das kulturelle Feld als ganzes.

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Eventkultur-Spektakelkultur

Event (engl.): Ergebnis, Vorfall, sportl. Veranstaltung; Sport: Diziplin, Wettbewerb. (Langscheidts Schulwörterbuch S.114)
Spektakel (lat.): 1) der, Lärm, Aufruhr. 2) das Schauspiel. späktakulär, aufsehenerregend.
(Der Volksbrockhaus S. 767)

Event- und Spektakelkultur zielen auf das momentane Erleben ab, auf das „Hier und Jetzt“. Sie sind punktuell ausgerichtet, dabei geht es primär um einen konsumierbaren Mehrwert. Eine Kultur für alle, die unterhalten, erfreuen und vorübergehend ablenken soll von den Missständen, die einen im Alltag so umgeben. Sie eignet sich ideal zur Bewerbung von Firmen, Produkten, Lifestyle, Menschen und Politik, weil sie auf eine möglichst groß Zielgruppe zugeschnitten ist und durch ihre Einfachheit besticht. „Events“ werden oft als außergewöhnliche Ereignisse bezeichnet und massenhaft beworben um dabei möglichst keine Gelegenheit auszulassen, die Menschen in Kenntnis zu setzen. Ob sie wollen oder nicht.
Der kommerzielle oder werbewirksame Eigennutz steht in der Regel im Vordergrund und Masse ist macht. Je stärker die Lobby, die dahinter steht, um so problemloser die Adaptierung des öffentlichen Raums. Auch hier nicht zu vergessen, das Kleine im Großen – auch kleine Vereine können so etwas wie ein Event veranstalten. Beispiele: Olympische Spiele, Fußball-EM, Rolling Stones Tourneen, Redbull Flugtage, Kronenzeitungsfest,….

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Repräsentationskultur

Repräsentation (lat.), „Vertretung“, „Darstellung“, Bezeichnung (a) für die symbolhafte Darstellung und Wiedergabe von bestimmten Werten und Verhaltensformen; (b) für die personelle oder organisatorische Vertretung bzw. polit.-fakt. Anmeldung von Interessen, Ideen, Zielvorstellungen u.a. (Karl-Heinz Hillmann, Wörterbuch der Soziologie S.734)

Primär assoziiere ich mit Repräsentationskultur den Teil der Kultur, der auch als „Kulturerbe“ bezeichnet wird. Eine Kultur mit der sich Staatsvertreter vor prominenten Besuchern aus dem Ausland oder selbst auf Besuch im Ausland in Form von Geschenken schmücken und präsentieren. Nicht zu vergessen die heimische Bevölkerung, auch sie wollen bedient werden und Stolz sein können auf ihr Österreich. Es ist der Versuch ein Abbild vom besonderen Kreativpotential und dem Leistungsvermögen der Nation und der Menschen, die in dieser leben, zu geben. Eine idealisierte Darstellung einer so genannten Staatskultur. Dabei darf nicht übersehen werden, dass was im Großen passiert natürlich auch im Kleinen funktioniert. Es ist der Ausschnitt, das Beste, die „Schokoseite“ von einem größeren Ganzen, das zur positiven Meinungsbildung nach außen, herangezogen wird. Dabei darf das Nahverhältnis bzw. eine Überschneidung zur Eventkultur nicht unerwähnt bleiben. Beispiele für Repräsentationskultur: Lippizaner, Mozart(kugeln), Kunsthistorisches Museum, Klimt, Staatsoper, Opernball, Donauinselfest…best of´s und Kulturhauptstädte.

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Initiative Kulturarbeit

Initiation (lat.) „Einführung“; ethnologische und soziologische Bezeichnung (a) für die mit bestimmten Bräuchen und Riten verbundene Aufnahme eines Neulings in eine soziale Gemeinschaft (Berufsstand, Geheimbund) oder (b) für den ebenfalls rituellen ausgeprägten Prozess des Übergangs eines jugendlichen Mitgliedes einer Gesellschaft in die Gemeinschaft der „vollwertigen“ Erwachsenen.(..) Der Vorgang der Initiation soll insbesondere die soziale Transformation des Betreffenden von der Position des Empfängers (Zögling) zum Vermittler (Eltern, Lehrer) der sozialen und kulturellen Tradition symbolisieren. (Karl-Heinz Hillmann, Wörterbuch der Soziologie, S.371)

Initiative (lat.) die, 1) Anstoß, Entschlußkraft, Unternehmungslust 2) Recht, Gesetzesvorlagen zur Beschlußfassung einzubringen. Der Volksbrockhaus S.363

Wenn nun Empfänger gleich gestellt wird mit Konsument, und Vermittler mit Veranstalter,

passt der Ursprung des Wortes „Initiative“ sehr gut in mein von diesem Begriff geprägtes Bild, d.h. „Initiative Kulturarbeit“ ist stets im Bereich der auf Selbstorganisation basierenden, außerhalb von ausgetretenen Pfaden und Plattformen arbeitenden Vereine und Gruppen verortet. Mit einer selbstbestimmten, offenen Struktur. Anstoßend, eigenmotiviert, aus sich selbst heraus schöpfend. Abseits von Modetrends agierend, nicht Gewinn orientiert, entschlußkräftig, rebellierend, aufmüpfig. Mit dem Willen etwas zu verändern und zu initiieren, das nicht oder zu wenig vorhanden ist. Verantwortung zu übernehmen und vom bloßen Unterhalten-werden zu einem aktiv teilnehmenden, machenden Menschen zu werden. Idealistisch und unternehmungslustig zu sein im eigenen Tun und den Widerstand nicht aufzugeben gegenüber denen, die über Macht und Geld verfügen und häufig wenig tolerant sind in der Auslegung „was Kultur ist“. Auf das Recht zu pochen, Kultur machen zu können, wie sie einem/einer/uns/ihnen gefällt.
Beispiele: Viele kleine Kulturvereine wie Röda, Kino Ebensee, Freiwerk, Offenes Kulturhaus, Fiftitu, Kapu,…und Dachvereine wie die Kupf.

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