Teilhabe an etwas. Partizipation (v. lat.: particeps = an etwas teilnehmend; zugehöriges Verb: partizipieren) heißt übersetzt ‘Beteiligung, Teilhabe, Teilnahme, Mitwirkung, Mitbestimmung, Einbeziehung. In der Soziologie bedeutet Partizipation die Einbindung von Individuen und Organisationen (sogenannte Stakeholder) in Entscheidungs- und Willensbildungsprozessen. Aus emanzipatorischen, legitimatorischen oder auch aus Gründen gesteigerter Effektivität gilt Partizipation häufig als wünschenswert. Partizipation kann die unterschiedlichsten Beteiligungsformen annehmen (z. B. Bürgerbeteiligung, Interessenverband, Politische Partei, initiative Kulturarbeit). Partizipation gilt als gesellschaftlich relevant, weil sie zum Aufbau von sozialem Kapital führen kann und dann soziales Vertrauen verstärkt. Was nur wenn das soziale Kapital nicht mehr in operative Kapital umgewandelt werden kann? (ähnlich symbolischem Kapital). In der Politik(wissenschaft) spielt Partizipation als politische Partizipation eine etwas andere Rolle: Darunter fallen alle Verhaltensweisen von BürgerInnen, die allein oder in einer Gruppe freiwillig Einfluss auf politische Entscheidungen auf allen Ebenen des politischen Systems ausüben wollen. Es werden konventionelle (verfasste, gesetzlich garantierte und geregelte) von unkonventionellen (nicht verfasste) Formen der politischen Partizipation unterschieden.
Die Definition des beteiligen Wollens fällt mir besonders ins Auge. Die derzeitige real-politische Situation verhindert auch oft die Teilhaben von zum Beispiel Frauen und MigrantInnen an Entscheidungsprozessen – auch wenn sie wollten. Dafür sind nicht nur die gesetzlich garantierten Formen verantwortlich, vielmehr ist es ein Spiel aus formellen und informellen Regeln die dies bestimmen und für bestimmte Gruppen erleichtern und für bestimmte Gruppen erschwert wird. In diesem Sinn ein etwas zwiespältiger Begriff. Spannend ist es noch die unkonventionellen Partizipationsformen zu untersuchen: Initiative Kulturarbeit, politische Kulturarbeit, Vereinstätigkeit, Demonstrationen, … und ihre Teilhabe an konventionellen Entscheidungen und Veränderungen zu bestimmen. Wer kann/darf in diesen Formen teilhaben und mitwirken? Sind kuchenbackende Frauen und migrantische Tellerwäscher in Vereinen partizipartorisch Beteiligte? Denn wenn alles Handeln partizipatorisch ist – irgendwie – dann tun wir uns schwer hegemoniale Herrschaftsverhältnisse dahingehend zu kritisieren.