Migration

(lat. migratio: Auswanderung, Wanderung)
Migration ist ein Sammelbegriff für Wanderungen von Individuen oder Gruppen geworden, die zeitlich begrenzt oder dauerhaft von einer Gesellschaft, Ethnie und/ oder Religion in eine andere wechseln.
In ihrer klassischen Form gründet sich Migration auf der Bindung an einen vermeintlich homogenen “Kultur”bestand mit abgegrenzten kollektiven Identitäten. (siehe Ethizität). Der Wechsel von einem Kulturraum in den anderen erscheint daher problematisch, Integration und Assimilation sind daher als einzige Lösungsvorschläge angeboten.
Die Migrantin galt lange als Repräsentantin einer doppelt Ausgeschlossenen: als Fremde und als Frau. Die Türkin als “Meta-Erzählung Migration” zieht seltsame Wahrnehmungsformen auf sich, die von der Umkehrung orientalischer Sichtweisen bis zur Reduktion auf das Kopftuch als Zeichen vermeintlich fundamental islamischer Einstellung reichen. In der neueren Forschung wird auf die signifikanten Unterschiede der Migrationserfahrungen von Frauen hingewiesen.

Ein Beispiel Migration in der Kulturarbeit: “MAIZ – ein Verein von und für Migrantinnen mit dem Ziel, die Lebens- und Arbeitssituation von Migrantinnen in Österreich zu verbessern und ihre politische und kulturelle Partizipation zu fördern. Aus unserer eigenen Betroffenheit heraus haben wir 1994 mit anderen Migrantinnen begonnen, unsere Situation in Österreich zu analysieren und uns für eine rechtliche und soziale Besserstellung von Migrantinnen, insbesondere von Migrantinnen in der Sexarbeit – Betroffene von Frauenhandel oder auch nicht – einzusetzen. Wir treten gegen den sex-and-tear-Voyeurismus österreichischer Medien und die Entpolitisierung der Situation der Migrantinnen durch eine „Kultur der Hilfe“ auf. Als Betroffene und Protagonistinnen zugleich bestätigen die beteiligten Frauen die Fähigkeit von Minderheiten zur Selbstorganisation.” www.maiz.at, 14.4.2008

Begriffsverweis: politische Kulturarbeit.

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