(lat. idem: diesselbe, derselbe, dasselbe)
Identität bezeichnet einen Zustand der Übereinstimmung und Gleichheit. Er wird in der Soziologie im Sinne von sozialer Identität oder Gruppenidentität, in der Psychologie im Sinne von persönlicher Identität oder Ich-Identität sowie in der Kulturwissenschaften und -theorien im Sinne von kultureller oder auch ethischer
Identität verwendet. Im Grunde geht es um ein Wechselspiel zwischen Individuum und Gesellschaft und
der Frage, inwieweit kulturelle Traditionen und Normen, wie (Geschlechter-)Rollen, die Entwicklung und Verwirklichung einer persönlichen Identität bereits abgrenzen und bestimmen.
Konzepte von Identität und Gleichheit strukturieren sich stets über Differenz. Identität und Differenz sind sozusagen gegenseitig voneinander Abhängig. Identität setzt sich zum Beispiel für Theresa de Lauretis sprach- und kulturübergreifend durch heteronome (Fremdbestimmtheit, in Abhängigkeit zu fremden Einflüssen) Repräsentationen von Geschlecht, Ethnizität, Klassenzugehörigkeit, Nation, Alter, etc. zusammen. Judith Butler definiert Identität in Anlehnung an Foucault als Effekt von Diskursen und eine Praxis der Signifikation (Bedeutung, Bezeichnung). Mit diesem Ansatz lassen sich selbst feministische Debatten um Identität als Inszenierung von Identität und somit als Strategie einer Identitätspraxis oder -politik (Kulturarbeit) verstehen, die Identität gleichzeitig unterwandert und rekonstruiert. Identität als fortlaufender Prozess der Selbstinszenierung wird mit der Perspektive der Globalisierung relativiert und neu mit der Frage ethischer Verantwortung verknüpft.