Feminismus

Bündel, unteschiedlichster, differenter Strategien und Ansätze, die sich gesellschaftskritisch, kulturpolitisch gegen patriarchalische Strukturen, Deutungen und Systeme richten. Ein historischer Ausgagngspunkt ist sicher die Wahlrechtsbewegung und das Aufbegehren von Frauen gegen die Gender-Rollen, die androzentrische Definition von Weiblichkeit und die auf diese gestützten Ungleichbehandlungen von Frauen.
Historisch stark in England und Frankreich verankert, beginnend in der Wahlrechtsbewegung… Heute eine multiudinale Landschaft unterschiedlichster Ansätze… Achsen der Differenz… Genderdekonstruktion….Wissenschaftskritik….
Heute ist der Begriff Feminismus einer breiten Varietät von Feminismen gewichen, was sich aus der Poststrukturalistischen, Postmodernen und Postkolonialitschen Perspektive ergab. Unter Achsen der Differenz etwa, wird verstanden, das Feminismen unterschiedliche Ansätze für unterschiedliche Einbettungen Gender und Sexus basierter Ungleichbehandlung in unterschiedliche andere Ungleichheiten fördernde und bedingende Systeme, wie Rassismus, Klassenungerechtigkeit etc. bieten und bieten müssen. Was neben den Achsen der Differenz* aber bestehen bleibt, ist, dass Frauen aufstehen und ihre gesellschaftliche Rahmenbedingungen, Rollen etc in die Hände nehmen, und, dass es keine Universalansätze gibt, die global wirksam sein können. Feminismus, Gender- und Sexuskritik haben auch in alle Wissenschafts – und Kulturbereiche Einzug gefunden. All diese Bereiche sind nach wie vor wegen der nach wie vor borhandenen Genderbasierten und Sexusbasierten Ungleichbehandlungen Orte, Bühnen und Arenen der hegemonialen Kämpfe bezogen auf Gender und Sexus bzw. deren Bedeutungen und Ankäpfen gegen Hetereonormativität und Biploares Gender und Sexusdenken.

* Interessantes kleines Buch herausgegeben von Gudrun Axeli Knapp und Angelika Wetterer

Veröffentlicht in Michael_S. Schlagworte: . 1 Kommentar »

Eine Antwort zu „Feminismus“

  1. andreame Sagt:

    Lieber Lupo,

    deinen Text finde ich sehr schön – es kommt die Vielfalt feministischer Strömungen gut raus. Im Textfluss, beim Anfangen des Lebens habe ich mir ad hoc gedacht, es fehlt die Praxis – aber diese kommt ja dann im zweiten Teil.

    Ob es brauchbare universalistische Ansätze gibt, wäre meiner Meinung nach eine Diskussion wert. Weniger hier im Kontext Feminismus als Theorie und immer kontextbezogene Praxis – da würde ich das auch eher bestreiten – sondern vielmehr im Bereich der Ethik. Das Konzept von Jürgen Habermas, dass Wahrheit immer intersubjektiv ist, ist schon sehr interessant (nicht alles, was der sagt, aber das schon) – denn es nimmt radikal den/die Anderen als Andere in den Blick und relativiert damit die Begründung von Geltungsansprüchen. Und: da drin steckt Selbstkritik und gleichzeitig wird die Perspektive des guten Lebens für alle (um es mit einer Formulierung aus der feministischen Ethik zu sagen) nicht aufgegeben. Allerdings weiss ich auch, dass das nochmal was anderes ist, ob ich als Europäerin da zustimme mit meinem zweifellos eurozentristischen Blick …

    LG Andrea


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