Gegenöffentlichkeit

eine Gegenöffentlichkeit ist eine (zumindest versuchte) Öffentlichkeit, die unzufrieden ist mit den Themen oder Meinungen einer etablierten Öffentlichkeit und deswegen alternative Methoden zu entwickeln versucht, um sich Gehör zu verschaffen. Ein Beispiel ist die Homepage von Konrad Linhard, der eine der Homepage der Kulturhauptstadt 2009 ähnlich klingende Web-Adresse betreut, über die er anderen die Möglichkeit bietet, anonyme Kritik gegen 09 und andere stadtinterne Thematiken zu schreiben.
Gegenöffentlichkeit zeichnet sich nicht unbedingt durch die Quantität ihrer Indivuduuen aus, sondern durch ihr Entstehen als Reaktion auf eine bestehende Öffentlichkeit; sie scheint also ein Antagonismus zu einem bestehenden Mainstream zu sein. Sie unterscheidet sich immer inhaltlich von den Vorgaben der Öffentlichkeit,  oft aber auch strukturell. Internetforen wie „indymedia“ versuchen auch durch ihre offenen Zugangskanäle merkbare Unterschiede zu bestehender Öffentlichkeit zu schaffen.
Die Begriffe Öffentlichkeit/Gegenöffentlickeit sind oft an Medien gebunden: diese nehmen für sich in Anspruch, „die Öffentlichkeit“ zu repräsentieren (siehe Kronenzeitung) bzw. „eine Gegenöffentlichkeit“ zu schaffen (siehe Indymedia). Aber auch die NutzerInnen der Medien leiten ihr Bild von (Gegen-)Öffentlichkeit oft von vertrauten Medien ab.
Es gelingt aber auch, auf unorthodoxe Weise Gegenöffentlichkeit zu schaffen, durch Verhalten, Produzieren, Organisieren, … Ein interessantes Beispiel sind Public Enemy mit ihrer Etablierung von HipHop als „CNN der Schwarzen“ – hier gelang vorübergehend die Nutzung einer Szenekultur als politischen Medium zur Schaffung einer Gegenöffentlickeit.

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