Das Danubia Volkslexikon von 1948 definiert Feminismus auf zwei Arten:
1. Verstärkter Einfluss der Frau auf das allgemeine Leben
2. weibische Art bei Männern; feminin = weibisch
was insofern schon sehr fortschrittlich ist, weil der Neue Brockhaus von 1974 die ersteDefinition gar nicht kennnt, sondern einzig diese: „weibliche Züge bei Männern.“
In Beckmanns Neuem Welt-Lexikon von 1958 kommt Feminismus gar nicht vor.
Das Duden Herkunftswörterbuch -Etyomologie der dt. Sprache, 1989:
Die (Wort)Bildung „Feminismus“ ist eine Richtung der Frauenbewegung die ein neues Selbstverständnis der Frau und di e Aufhebung der traditionellen Rollenverteilunganstrebt. Die Wortbildung Feminismus ist erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgekommen.
Der Brockhaus von 1997 beschreibt den Feminismus als radikalere Richtung innerhalbder Frauenbewegung, da die Forderung nach der Gleichstellung der Frau bis heute nichtgelungen ist: organisiertes Eintreten der Frauen für ihre Interessen, gegenBenachteiligung auf ökonomischem, sozialen, politischem und kulturellem Gebiet.Entstand im Zusammenhang mit der sozialen und erzieherischen Reformbewegung seit dem Ende des 18 Jh.
Samstag, 21. Juni 2008 um 17:04
Diesen Ausflug in die Geschichte finde ich interessant. Da wird einen irgendwie ganz schummrig dabei. Ob wohl in den Wörterbüchern im Jahr 2050 (so es da noch Wörterbücher gibt), was besseres zu lesen ist? Denn die Definition aus 1997 hinkt auch mindestens 15 Jahre hinter der Theoriebildung hinterher …
LG Andrea