Es gilt “Sex” (=”biologisches”) und “Gender” (=”gesellschaftliches”) Geschlecht zu trennen. im gesellschaftliche Alltag und von Medien werden Verhaltensmuster, auftreten, etc. dem “Sex” als Stereotype zugesprochen , sprich als “natürlich” angesehen -a la Frau ist, Mann ist oder nicht. Interessant dabei ist, dass darauf nicht Rücksicht genommen wird, dass selbst “von Natur aus” rund 2% der Menschen nicht dem Dualismus männlich/weiblich entsprechen -sprich nicht kategorisierbar sind. (dass dies aus medizinischer Sicht oftmals als “korrektierbarer” Geburtenfehler betrachtet wird, ist eine brutale Konsequenz). Lange Zeit blieb Mensch dabei zu sagen: es sei alles genetisch determiniert, also vorherbestimmt wie sich Frau und Mann zu verhalten haben. Heute weiß Mensch, dass dies bei weitem gefehlt ist denn die dualistische Argumentation in Frau/Mann hält insofern nicht, als dass die unterschiede teilweise innerhalb eines Geschlechtes größer sind, als jene zwischen den Geschlechtern.
Die Geschichte ist ein offenes Buch, wenn es darum geht genau die Gender -Rollen im Zeitverlauf zu beobachten. Erstaunt war Mensch, als sich feststellte, dass während des 15. -16 Jhd. alle Texte im deutschsprachigen Raum “gegendered” wurden und dass beispielsweise die “fürsorgliche Mutter” erst seit der bürgerlichen Gesellschaft im 18 Jhd. entstand. (vorher kümmerte sich die “Hausgemeinschaft” gleichberechtigt um die Erziehung der Kinder) daraus folgt: “Gender” als Sozialisationsprozess prägt grundsätzlich jenes Bild von den Geschlechtern wie es allgemein angesehen wird, mit all seinen Sexismen, Cliches, Rollen usw. Und da es sich hierbei um Strukturen handelt, lassen sich diese erkennen und aktiv ändern. Das Problem dabei: durch die Sozialisation wurde die eigene Rolle so verinnerlicht, dass sie als “normal” und weniger als Problem angesehen wird.
Sonntag, 15. Juni 2008 um 21:56
Das finde ich ja voll interessant mit gegenderten Sprache in 15.-16. Jhdt., das war mir neu. Ob da wohl ein Zusammenhang mit den Individualisierungsprozessen der Neuzeit und den beginnenden Naturwissenschaften zu finden ist? Vermutlich schon.
LG Andrea