Lesarten

Lesarten enthält für mich die Veränderung des Lesens als Prozess. Der Text wird nicht mehr als ein unmittelbar abgerundetes Schriftstück verstanden, das nur eine Aussage transportiert. Zwischen den Zeilen tun sich Lücken auf, an den jede_r Rezipient_in anknüpfen kann und für sich einen oder mehrere Inhalte produzieren kann. Ich finde der/dem Rezipient_in wird damit Aktivität zugeschrieben. Text wird somit als ein offenerer Begriff verstanden – jedes Produkt des Kapitalismus beinhaltet einen oder mehrere Texte, die er versucht zu transportieren und der durch die Rezeption wiederum umgedeutet wird.
Bezogen auf Popularkultur können drei Lesarten unterschieden werden: der strukturalistische Ansatz, aufgegriffen von Ferdinand de Saussure und durch Claude Lévi-Strauss ausgeweitet – der Strukturalismus als Methode der Analyse, auf alle Aspekte der menschlichen Kultur (Struktur/Symbole werden als ein Resultat von Konventionen gesehen und nicht in der Materialität eines Begriffes bestätigt. Das Beobachtbare wird in seiner Vielfalt generiert und nur durch den Vergleich und die Interpretation seiner Erscheinungsformen zugänglich.); die Weiterentwicklung des marxistischen Ideologiebegriffs und der Poststrukturalismus und die Dekonstruktion (Hier verändert sich die Theoretisierung des Zeichenbegriffs. Es gilt, den Prozess der Produktion von Bedeutungen in ihrer ständig wechselnden Relationalität, zu analysieren. Dadurch wird der Text zum Ort einer vielfältigen Sinnproduktion, deren Fixierung im Moment der Rezeption durch seine Beziehung zu anderen Texten und Kontexten, bestimmt wird.).

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