Die Bezeichnung Avantgarde, ein ursprünglich militärischer Begriff, stammt aus dem Französischen und bedeutet ‘Vorhut’. Avantgardistische Schriftsteller traten mit einem progressiven Programm und mit ihren Werken inhaltlich und formal in Opposition zu bestehenden literarischen Strömungen. Als avantgardistische Bewegungen verstanden sich der Futurismus, der Dadaismus und der Surrealismus. Die Künstler der Avantgarde streben in ihrem Werk nach größerer Autonomie der Darstellungsformen. Dies führt oft zu abstrakter Kunst ohne erkennbare Gegenstände, aber mit einem in Manifesten festgelegten theoretischen
Inhalt. Typisch für die Avantgarde ist der Bruch mit der Vergangenheit und den herrschenden Ideen in der Kunst ihrer Zeit sowie die kämpferische Art, mit der sie ihre Kunst als einzige “Wahrheit” propagieren. Originalität ist besonders wichtig.
Der Dadaismus entstand 1916 in Zürich als Synthese aus futuristischen und expressionistischen Elementen. Mit dem Begriff Dada, das einem kindlichen Ausdruck gleicht, wollte man sich gegen alles abgrenzen, wie z.B. geschlossene Werke, Bürgerlichkeit und klassische Weltbilder. Dada sollte Ausdruck einer Antikunst und Protesthaltung sein. Fast jede Bewegung der Moderne und Postmoderne gehörte in ihrer Zeit zur Avantgarde, so Naturalismus, Expressionismus, Dadaismus, Surrealismus, Nouveau Roman, konkrete Poesie,
absurdes Theater und Computerliteratur.